Aus der Zeitung mussten die Veranstalter des RhEINKULTUR von einer Budgetkürzung durch die Stadt Bonn erfahren, die das Festival im kommenden Jahr in arge Bedrängnis bringen wird. Gleich um ein Viertel soll die Unterstützung zurückgefahren werden. Die Überlegungen der Macher reichen von Umzug bis hin zur Kapitulation.

Zwar wurde das Festival vom ansässigen Kulturamt auf eine angespannte Situation hingewiesen, nie aber sei von eine derart einschneiden Kürzung der Subventionen die Rede gewesen. Von dieser erfuhr man erst durch die Bonner Medienlandschaft. Das Festival konnte in den letzten Jahren die Einnahmen aus Sponsoring trotz Wirtschaftskrise kontinuierlich steigern, doch in gleichem Masse stiegen die von der Stadt in Rechnung gestellten Kosten für die Produktion. Darum war es einem der grössten Kostenlos-Festivals in Deutschland seit 2003 nicht mehr möglich sein Budget fürs Bandbooking zu erhöhen. Zieht man die seither astronomisch angestiegenen Bandhonorare in Betracht, ist es ein Wunder dass das RhEINKULTUR es beständig schaffte den ein oder anderen namhaften Act auf die Rheinauen zu lotsen. Unter den derzeitigen Vorraussetzungen müsste man für 2011 das Budget der Booker empfindlich beschneiden, was letztlich nur auf die Qualität drücken kann.

Gegenüber der Stadt Bonn beklagen die Veranstalter die fehlende Wertschätzung. Diplomatisch bezeichnet man in der veröffentlichten Meldung zur Subventionskürzung den Rückhalt als ambivalent. Geht es nämlich um Imagewerbung führt Bonn das Festival gerne an, ist aber nicht bereit sich im vorhandenen Mass weiter dafür zu engagieren. Besonders skeptisch betrachtet man beim RhEINKULTUR, dass die Stadt andere freiwillige Leistungen trotz klammer Kassen erhöht, während man sein Budget für freie Träger zusammenstreicht.

200.000 meist junge Besucher lockt man durch das Festival in die ansonsten bestenfalls als graue Maus zu bezeichnende, ehemalige Hauptstadt Bonn. Man veranstaltet eines der umweltfreundlichsten Festivals – wurde für sein grünes Engagement mehrfach ausgezeichnet. Doch all das steht nun nach knapp 30 Jahren am Standort Bonn auf der Kippe. Mit seinem öffentlichen Appell versucht das Festival den Druck auf das Kulturamt der Stadt zu erhöhen um vielleicht doch noch eine Lösung zu finden, die für beide Seiten vertretbar ist.

Einstweilen kann man dem Festival helfen, indem man sich mit einer Green Card eindeckt. Die ermöglicht den kostenlosen Transfer zum Festival mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie einiger anderer Annehmlichkeiten und spült ein paar Euro in die Kassen des RhEINKULTUR. Zu haben ist die Green Card für 12 Euro.

Für den 3.Juli diesen Jahres steht ein Grossteil des Programms bereits fest. Dabei sind…

Rote und Blaue Bühne

Juliette Lewis (einziges Konzert in Deutschland!)
Jennifer Rostock
Alexisonfire
Der Familie Popolski
Asaf Avidan & The Mojos
Hammerhead
Moke
Triggerfinger
MiaoMio
Sondaschule
The Durango Riot
Resultat 0
Angels & Enemies
Hello Bomb
X-Ray Harpoons

Mixery Raw Deluxe Stage

Snaga&Pillath
Kollegah & Favorite
WSIH
Marteria
Die Orsons
Dickes B
Fard
Eskimo the Soulion
Zumento
WBN Squad

1 KOMMENTAR

  1. Es ist extrem schade, dass die Stadt Bonn so wenig Interesse zeigt, dieses Aushängeschild innerhalb ganz Deutschlands nicht weiter zu unterstützen. Immerhin pilgern dafür jährlich 200.000 Menschen nach Bonn und ein Großteil von diesen hätte die Stadt ansonsten vermutlich nie in Natura erlebt. Seit ich von dieser Kürzung gehört habe ist mir Bonn auf jeden Fall um einiges unsympathischer als zuvor.

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