Schon lange wird im Forum des Chiemsee Reggae Summers diskutiert: Betrunkene Minderjährige, schlafraubende Dauerbeschallung auf dem Campingplatz und die ewige ritualisierte Helga-Suche. Das passt – für Viele – einfach nicht zu einem Reggae Festival.


Die Vorstellungen von einem gelungenen Festivalwochenende variieren, Geschmäcker sind schließlich verschieden; und doch bietet der Veranstalter jenen, die auf Vuvuzelas und andere Scherereien auf dem Campingplatz verzichten mögen, ein attraktives Alternativprogramm:

Grüner Wohnen“ – so heißt die erstmalig vorgestellte Neuerung. Auf einem separaten Areal soll auf eine entsprechend entspannte und ruhige Atmosphäre besonders geachtet werden. „Helga“-Rufe sind also ebenso tabu, wie lautstarke Musik in den Morgenstunden. Das schließt gute Stimmung nicht zwangsläufig aus – unter Rücksichtnahme auf die Nachbarn geht das Feiern trotzdem (und mit einigen ruhigen Stunden Schlaf sowieso besser). Auf der Info Seite zum Angebot wird zudem auf die Müllproblematik eingegangen, die – zumindest in diesem Bereich – minimiert werden soll.

Um dieses Angebot nutzen zu können, muss man sich auf der oben genannten Seite registrieren; dafür gibt es dann ohne Aufpreis ein extra Bändchen als Zugangsberechtigung.

Auf uns wirkt das Angebot vielversprechend. Natürlich beschränkt sich die Nutzbarkeit dieses Platzes auf jene, die allen voran der Musik wegen anreisen und sich auf entspannte Tage am Chiemsee freuen. Feierwütige Besucher – wem will mans verübeln? – sind auf dem normalen Campingplatz wohl besser aufgehoben. Der Arealplan verspricht eine Lage in Bühnenreichweite und sanitäre Anlagen in der Nähe. Schafft es der Veranstalter tatsächlich die genannten Punkte umzusetzen, so wird sich dieser Campingbereich wohl längerfristig etablieren, sofern denn die entsprechende Resonanz seitens der Besucher festzustellen ist. Bisher sieht es im Forum im Bezug darauf eher mau aus, alles weitere bleibt jedoch abzuwarten.