Rheinkultur von oben
Foto: Joscha Häring

Ich glaube ich kann ohne Widerspruch behaupten, dass Rheinkultur 2010 das abwechslungsreichste, eintägige Festival aller Zeiten war. Zumindest was das Wetter betrifft. Es fing mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel an. Man konnte sogar sehr leicht bekleidete Alexisonfire auf dem Festival treffen wie man auch in der Bildergalerie sehen kann. Doch pünktlich kurz vor Anpfiff des Deutschlandspiels fing es an zu regnen. Und was für Regen… Blitze, Donner und eimerweise Wasser prasselten auf die Festivalbesucher ein von denen die wenigsten Regenschutz dabei hatten. Zum Glück hörte es dann irgendwann auf und man konnte langsam wieder trocknen.

Doch das Wetter spielte trotzdem nur eine kleine Nebenrolle an diesem Tag. Es ging schließlich um Musik.

Schon relativ früh durften die Lokalhelden der X-Ray Harpoons auf der blauen Bühne für Stimmung sorgen. Diese ließen sich nicht davon beeindrucken dass es hinter dem zweiten Wellenbrecher noch was leer aussah und legten eine super Show hin. Ist ja auch schließlich ihre Heimatstadt.

Danach ging es rüber zur roten Bühne wo Triggerfinger den Leuten zeigten, was wahrer Classic Rock ist. Eine professionelle Performance der drei Belgier die bestimmt den ein oder anderen motiviert hat, sich mehr von den Jungs anzuhören.

Wer einen guten Platz beim WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien habe wollte, hat sich direkt nach Triggerfinger auf zur Leinwand gemacht. Nach und nach sammelten sich die Leute sodass zu Anpfiff 20.000 Zuschauer (Quelle: Veranstalter) auf den Bildschirm starrten und bei jedem der vier Tore feierten. Da konnten die Blitze und der Donner am Himmel niemanden beeindrucken. Zwischenzeitlich war das Fernsehsignal aus wettertechnischen Gründen weg, was den Zuschauern aber glücklicherweise nur ein par Minuten der zweiten Halbzeit vorenthielt. Nach Ende des faszinierenden Spiels, hörte der Regen langsam auf.

Die nasse Menschenmenge wanderte langsam Richtung rote Bühne wo Der Familie Popolski ihre Show veranstalteten. Mit Vodka-Shots und vielen „Originalversionen“ brachten sie die Menge in Bewegung. Leider teilweise zu ruhige Lieder aber dennoch amüsant.

Wer danach noch Lust auf Stimmung hatte ist zur Hip Hop-Bühne gegangen um sich Die Orsons anzuschauen. Lustige Showeinlagen gab es da, wie zum Beispiel einem Audiokommentar zur Performance die ja gerade am laufen war. Ein par Choreografien später war auch dieses Konzert vorbei.

Dann hieß es schnell rüber zu Jennifer Rostock die schon angefangen haben zu spielen. Sängerin Jennifer holte sich einen Fan auf die Bühne die, zu ihrer Überraschung, komplett alleine den Debüt-Hit „Kopf oder Zahl“ singen sollte. Und das hat sie echt top gemacht. Die Band war super gelaunt und das hat sichs positiv auf das Konzert ausgeübt.

Ohne große Verschnaufpause dann wieder ein Bühnenwechsel. Alexisonfire spielten im Sonnenuntergang auf der roten Bühne. Sowohl neue als auch alte Hits gaben sie zum Besten und testeten das ein oder andere Mal, wie textsicher das Publikum war. Zum Glück kannten viele die Texte also kam es nicht zu peinlicher Stille. Einer der besten Rheinkultur-Auftritte die ich bisher erlebt hab ging nach knapp einer Stunde vorbei. Mit „Happiness by the Kilowatt“ sorgten die Kanadier für ein bewegendes Ende ihres Auftritts.
Und für mich auch für das Ende des Festivals. Trotz des schweren Unwetters, war es meiner Meinung nach wieder eine gelungene Rheinkultur. Für die Veranstalter war es allerdings nicht ganz so erfolgreich, da diese nur 60.000 Besucher verzeichneten was im Vergleich von den rund 180.000 der letzten Jahre ein wirtschaftlicher Verlust sein wird. Für das Festivalerlebnis war es allerdings extrem angenehm dass man sich nicht durch Menschenmassen quetschen musste.

Ich hoffe es wird ein Rheinkultur 2011 in Bonn geben, schließlich hat sie sich mittlerweile fest in der deutschen Festival-Kultur etabliert.

3 KOMMENTARE

      • Respekt. Einige andere waren da wohl etwas zimperlicher. Per Twitter hab ich das Festival ja mitverfolgt und da haben wohl wirklich viele das Festival vorzeitig verlassen weil sie durch und durch durchnässt waren.

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