Gegen 16 Uhr zog heute ein schweres Gewitter mit tornadoartigen Winden über das Sonisphere Festival in Pori/Finnland hinweg. Der Spuk dauerte zwar weniger als 5 Minuten, zog aber nicht nur Material, sondern auch Personen in Mitleidenschaft. 40 Menschen wurden verletzt, 2 davon schwer. Laut neusten Informationen sind aber beide stabilisiert und ausser Lebensgefahr.
Selbstredend wurde das musikalische Programm des zweitägigen Open Airs komplett über den Haufen geworden.

Unsere Gedanken sind bei den verletzten Besuchern. Wir hoffen inständig, dass sie sich alle vollständig erholen.

Stuart Galbraith, Verantstalter Sonisphere

Neben Verletzten, zerstörten Zelten und umgefallenen Zäunen hinterliess der Orkan auch eine irreparabel beschädigte 2.Bühne. Sie wird derzeit notdürftig von einem Krahn gestützt.

Mötley Crüe waren die letzten, die bis zum Ausfall ihres Equipments darauf spielten. Iggy Pop war der erste Act der nach dem Vorfall wieder die Bühne betrat. Er wechselte samt Band auf die Hauptbühne und performte dort ein akustisches Set bestehend aus 4 Songs. Wenigstens nicht ganz ohne Auftritt wieder abzureisen schien das Motto.

Alice Cooper musste sich Material von Slayer leihen, konnte aber immerhin sein Konzert in geplanter Länge abspulen. Gleiches trifft auf Headliner Iron Maiden zu. Durch eine kulante Auslegung der Lärmschutzregelungen seitens der Polizei und der  örtlichen Behörden durften Iron Maiden 2 Stunden später als geplant von 21:50 – 23:50 Uhr performen.

Vor dem letzten Song sprach Maiden Sänger Bruce Dickinson dem Publikum ein Kompliment aus:

Das hier ist eines der faszinierendsten Konzerte unseres ganzen Lebens. Wir wurden von den Göttern angepisst und pissten direkt auf sie zurück. Für die von Euch die gerockt haben: Wir ziehen unseren Hut vor Euch!

Brucke Dickinson, Iron Maiden

Mit dem Sonisphere Finnland findet das Wanderfestival sein vorläufiges Ende. Die 11 über Europa verteilten Sonipshere Open Airs besuchten insgesamt rund 700.000 Festivalisten. Die Planungen für 2011 haben bereits begonnen. Vielleicht wird es dann ja auch wieder eine Station in Deutschland geben.