Nun wurde es dem Veranstalter doch zu heiß: Der Aufritt von Sizzla wurde kurz vor Beginn des Chiemsee Reggae Summers abgesagt. Die sichere Durchführung der gesamten Veranstaltung wurde in einer Newsmeldung des Veranstalters in Frage gestellt, sollte der Aufritt wie geplant stattfinden. So habe man sich gegen Sizzla’s Konzert entschieden, wolle die „körperliche Unversehrtheit der Festivalbesucher“ nicht in dieser Form gefährden.

Der Protest hatte zuvor ungeahnte Dimensionen angenommen, vor allem linksradikale Gruppierungen hatten mit Widerstand gedroht. So war auch Buttersäure als Form des Protestes in den  Bereich des Möglichen gestellt worden.

An der grundlegenden Befürwortung Sizzla’s halten die Veranstalter dagegen fest: „Wir weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass Künstlern wie Sizzla eine Plattform gegeben werden sollte, im Rahmen der geltenden verfassungsrechtlichen Grundsätze ihre Musik darzubieten.“

In Anbetracht der befürchteten Proteste scheint die Absage gerechtfertigt. Ob dagegen „der Festivalboykott von Bündnis 90/DIE GRÜNEN sowie deren Hinweis auf mögliche Unruhen einen friedlichen und geordneten Ablauf“ tatsächlich „in Frage“ gestellt hätten, muss man anzweifeln, nachdem seitens der Grünen nicht explizit zu Protest jenseits der geltenden verfassungsrechtlichen Grundsätze aufgerufen wurde.

Ein adäquater Ersatz für Sizzla wird in Kürze bekannt gegeben.

Update: Wie auf der Homepage des Sunplash Festivals vermeldet wird, habe sich der umstrittene Künstler kurzerhand dazu entschieden, die gesamte Tour abzubrechen, nachdem der Auftritt am Chiemsee Reggae Summer abgesagt worden war.. So wird er auch nicht wie geplant am Sunsplash Festival in Wiesen spielen.

5 KOMMENTARE

    • Soweit ich weiß sind die nicht betroffen, nachdem die Absage vom Veranstalter selbst ausging.

  1. In meinen Augen eine richtige Entscheidung, aber das mag jeder anders sehen.
    Wer verfassungsfragliche oder sogar -feindliche Texte schreibt & performt hat auf einem Festival nichts verloren (und hierbei meine ich sowohl Texte gegen Freiheiten der Religion oder Liebe, wie auch links- und rechtextremistische Texte), dabei finde ich es irrelevant ob diese Texte dort auch wiedergegeben werden oder nicht, es gehört sich nicht. In Form von klarer Satire, mit vernünftiger Ironie, etc. bin ich ein Fan von, aber so nicht.

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