Einige Tage nach Festivalende hatte es so ausgesehen, als ob die 400 ersten Karten des Area4 schon vergriffen wären. Dann aber bot sich dem geneigten Festivalisten eine zweite Chance auf die günstigen Tickets. Bis heute morgen. Dann war das Kontingent nämlich unters Volk gebracht. Das Ende der Area4 400-Aktion markiert den Anfang der regulären Frühbucherphase. Man zahlt nun 14 Euro mehr.

Area4 Frühucherticket kaufen

Faktisch aber wird das Ticket nur 9 Euro teurer. Wie das? Mit der gerade angebrochenen Frühbucherphase wird das Müllpfand von 5 auf 10 Euro angehoben. Wer den Zeltplatz am Montag morgen nach dem Open Air gesehen hat, versteht auch warum. Denn während bei anderen FKP Festivals die hinterlassene Müllmenge pro Besucher auf unter 4kg gedrückt werden konnte, kennt dieser Wert beim Area4 nur eine Richtung – nämlich nach oben. 6kg und mehr hinterlässt der durchschnittliche Area4ianer. Zelte, Pavillons bis hin zu Möbelstücken werden zurückgelassen, Inhalte unverzehrter Dosen mit Kissenfedern vermengt.
Nun zieht man die Notbremse, möchte den Besuchern durch einen zarten Griff in die Geldbörse das Abfallsammeln schmackhafter machen. Ob das der Weg der richtige ist? Es spült zumindest mehr Geld zur Beseitigung des Unrats in die Veranstalterkasse. Aber dass der Ansatz zu weniger Rücklassenschaften auf dem Flugplatz führt, sei zumindest angezweifelt. Wer sich ein teures Festivalwochende und eine „Mir-doch-egal“-Einstellung leistet, wird auch durch 5 Euro Mehrausgaben nicht davon abgeschreckt seine Attitüde auszuleben. Unter Umständen wird der Grundgedanke gar pervertiert. Einige könnten das erhöhte Müllpfand zum Anlass nehmen in eine „Jetzt erst Recht“ Haltung zu verfallen – schliesslich hat man ja für das Aufräumen 10 Euro bezahlt.
In Aufklärung und Sanktionen vor Ort sehe ich den besseren Weg. Wer seinen Zeltplatz in eine Müllhalde verwandelt sollte von Ordnern höflich gebeten werden aufzuräumen. Wird dem nicht Folge geleistet, sollte man Verwarnungen bis hin zum Platzverweis aussprechen. Dieses System wird seit Jahren angewandt und funktioniert am Taubertal Festival problemlos. Ein Mülldeponiefeeling kennt man dort nicht.