Als wir nach einer längeren Shuttlebusfahrt wieder zurück am Camp waren, begann es wieder heftig zu regnen und es hörte erst ca. vor einer halben Stunde auf. Nach Informationen der Security am Shuttle hat es gestern zwischen Vormittag und Nachmittag alleine 60 l pro Quadratmeter geschüttet. Naja auf alle Fälle war ich noch hundemüde von der durchzechten Partyzeltnacht vom Vortag und legte mich, so wie eigentlich das komplette Camp (Kartoffel und seine beiden Kumpels gingen bereits zu Chikinki runter, Schroeder_Sepp dann Louis XIV) nochmal ins Zelt. Eigentlich wollte ich mir The Roots anschauen, aber erstens war ich noch viel zu müde und zweitens prasselte der Regen fröhlich gegen meine Zeltwand.

Die erste Band, die ich sah, kam mit 20 Minuten Verspätung und das waren Dirty Pretty Things. Schon ziemlich unter großen Alkoholpegel zeigten die Briten doch einen sehr gelungenen Auftritt. Das ganze wurde dann auch noch durch einen Gastauftritt von Adam Green abgerundet, der zu dieser Zeit auch schon wieder sehr beschwipst war.

Die nächste Band, die unter strömenden Regen die Bühne betrat waren The Charlatans. Der Wellenbrecher war zu dieser Zeit nicht mal dreiviertelt voll. Wenn selbst eingefleischte Indiefans wie unser Kartoffel und Schroeder_Sepp diese Band nicht einordnen konnten, war es absehbar, das bei diesem Auftritt nicht viel vom Publikum kam. So war es dann auch. Ab und an mal ein bisschen mitgeklatscht aber meistens damit bemüht eine Position zu finden in der man am Wenigsten nass wird.

Bereits bei Dunkelheit schwangen sich die Schweden The Hives, heute mit schwarzen Anzügen, auf die Bühne. Sänger Pelle Almqvist bemühte sich von Anfang an das Publikum zu motivieren und zu begeistern. Nach kurzer Zeit hatte er das Publikum auch soweit, dass man gar nicht mehr an den strömenden Regen dachte. Heute waren die Schweden wieder ein bisschen arroganter wie vor 2 Wochen auf dem Sonnenrot Festival. Aber insgesamt doch für mich der beste Auftritt des gestrigen Tages. Pelle sagte zum Ende des Konzerts, dass sie jetzt noch 3-4 Songs spielen und wenn wir anständig abrocken, danach der Regen aufhörte. Lustigerweise geschah dann genau dieses Szenario kurz nachdem The Hives unter jubelnden Zugaberufen die Race-Stage erst verließen, als bereits für den nächsten Act aufgebaut wurde. Als Abschluss sagte Pelle dann noch: Wir würden gerne noch länger spielen, aber das Festival verbietet uns das und räumt schon unsere Instrumente von der Bühne!

Manic Street Preachers war als nächster Act auf dem Programm gestanden. Nach kurzen Technikproblemen (Mikros fielen bei den ersten beiden Liedern aus) und einer Unterbrechung von wenigen Minuten zeigten sie einen überzeugenden Aufritt und brachten endlich ein bisschen Abwechslung in das doch ziemlich Indie-angehauchte LineUp hinein. Sie beendeten ihren Auftritt ohne Zugabe und mit ihrem größten Hit „If You Tolerate This Your Children Will Be Next“. Der Wellenbrecher war zu dieser Zeit bereits fast ausgelastet.

Als Headliner des 2. Tages bestiegen die Fantastischen Vier mit den von Dirty Pretty Things verschuldeten Verspätung von 20 Minuten endlich die Bühne. Ich war bereits kurz davor die Bühne zu verlassen und zum Zelt zurückzukehren weil ich sowas von durchweicht und erfroren war, aber ich versuchte mich noch ein wenig zusammen zu reißen. Eggi hingegen ging bereits zum Soundcheck zurück zum Campingplatz. Der Auftritt war hammergeil und die Fantas lobten das Publikum, da sie nicht mit so vielen Leuten vor der Bühne bei diesem, von Smudo als „Fuck-Wetter“ bezeichneten Regen, gerechnet hatten. Nach „MFG“ konnte ich nicht mehr und bin zurück Richtung Camping Nord gewatschelt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte kaum noch meine Zehen bewegen, geschweige denn meine Chucks vorm Zelt aufschnüren.

Dass einmal das Wetter so kräftig die Stimmung aus der Festivalatmosphäre nehmen könnte hätte ich nie gedacht, gestern nahmens noch viele Festivalisten mit Humor, aber heut sah man keinen mehr Albereien über den Campingplatz machen. Genauso hab ich gestern kein Tropfen Alkohol angerührt, da ich sowas von überhaupt keine Lust hatte. Was ich von Seiten Veranstalter nicht verstehen kann ist, warum man nicht die Wege zu den Bühnen, Duschen etc. mit Sägespänen auslegen kann. Naja soviel erstmal, wir waren jetzt noch in der Stadt auf Suche nach Gummistiefeln aber wie es der Teufel will, gibt es keinen einzigen Laden, wo sie welche verkaufen. Jetzt gehts zurück zum Gelände und wir bauen erstmal unsere Zelte ab, da wir wieder in der Nacht abreisen werden. Ich hoffe, ich bin bis zum Auftritt zu The Subways fertig. Und Apropo Abreise, es reisen schon soviele Festivalisten ab, dass man meinen könnte, wir wären bereits am Ende des Frequency 2008. Am Camping Süd bei den Bussen mussten wir bereits eine gute halbe Stunde warten um in einen Bus Richtung Stadt zu gelangen. Aber heut werden noch u.a. Killers, Babyshambles und Dropkick Murphys die Race-Stage rocken.

Leider gibt es weder von The Hives noch den Fantas Fotos, da es einfach zu heftig geregnet hat.

 

Alle Bilder: Markus Jung.