Auf das bestimmte „Wir machen weiter“ Anfang Dezember folgen nun die ersten Teilnehmer am Julifestival Sonnenrot. Erneut hat man sich auf die Fahnen geschrieben, eine breite Palette Musikgenres bedienen zu wollen. Gleich in der ersten Bandwelle zeichnet sich das ab: Deutsche und internationale Rockmusik wird mit Ska und bayerischer Mundart vermischt. Mit anderen Worten: Man startet mit Kettcar, Jennifer Rostock, Keller Steff Band, Russkaja und Triggerfinger.

Neben der Location hält man auch am Spielmodus fest. Insgesamt werden an den beiden Musiktagen 24 Bands wechselnd auf 2 Bühnen auftreten. Man verpasst also nichts, hat aber auch nie die Chance auf eine Alternative.

Das Festival über sein erstes Quintett:

Kettcar kommen nicht nur mit neuem Schlagzeuger zum Sonnenrot – Christian Hake ist ab sofort offizielles Mitglied – sondern auch mit ihrem aktuellen Album „Sylt“. Ingo Neumayer beschreibt die Platte als eine „realistische und daher mitunter düstere Chronik“, man darf gespannt sein.

Fast ein halbes Jahr konzertfrei, Getränke selbst bezahlen, das verwüstete Eigenheim selber wieder Aufräumen, Käsebrötchen eigenhändig schmieren, das geht so nicht weiter. Da hätte Jennifer Rostock auch was Anständiges lernen können. Daher folgender fuchsig-feister Plan: Band geht im Winter auf kalten Entzug nach New Jersey, kloppt währenddessen ein neues Album ein, kommt zurück und hat jede Menge neues Lecker-Schmecker-Fütterchen für die Bühnen diverser deutschsprachiger Republiken. Mitte 2011 findet dann die musikalische Bescherung in Form des frischgepressten Tonträgers statt.

Vom Kabarett zum musikalischen Abend, so könnte man das Programm von Keller Steff Band beschreiben. Seine eingängigen Songs übers „Bulldogfahrn“, „Kaibeziang“ oder über den „Herrn Pillermann“ versprechen einen unterhaltsamen Abend. Mit Gitarre und Mundharmonika und seiner unverwechselbaren bayerischen Mundart nimmt er so ziemlich alles und jeden, am liebsten aber sich selbst auf den Arm.

Russkaja ist das erklärte Gegenteil von Easy Listening, Russkaja ist der Schrecken aller russischen Heimatmusikvereine, Russkaja sind fette Polka-Beats aus Österreich. Zusammengesetzt aus einer Reihe höchstverdienstvoller alpenländischer Musiker mit bunt gewürfelten kulturellen Backgrounds verarbeiten Russkaja heute europaweit ihre postmoderne Version russischer Folklore. Und die ist schweißtreibend und brüllt jedem ins Ohr: Tanz Tanz Tanz! Hier prallt Trash Metal auf Worldjazz und Funky Stuff auf Frank Zappa-Rock. Dasalles sagt uns: es wird ernst!

Triggerfinger spielen regelmäßig bei großen Festivals wie Pinkpop und Rock Werchter die Hauptbühnen, machen legendäre Clubs wie das Amsterdamer Paradiso oder das Brüsseler Ancienne Belgique (drei Tage hintereinander) voll und haben unlängst auch hierzulande bei bekannten Festivals wie Haldern Pop, Rheinkultur oder dem Burg-Herzberg-Festival auf sich aufmerksam gemacht. Mit ihrem dritten Album „All This Dancin’ Around“, das in den renommierten Sound City Studios in L.A. (wo bereits Ikonen wie Nirvana, Metallica oder Neil Young aufnahmen) eingespielt und von Greg Gordon (Wolfmother, Slayer) co-produziert wurde, blasen Triggerfinger nun erneut zum Angriff und präsentieren sich dabei so faszinierend und mannigfaltig wie kaum eine andere Rockband der jüngeren Jahre.