Abreisetag steht bevor. Ich machte mich also gegen 8.00 Uhr auf meine Sachen zusammen zupacken und mein Zelt abzubauen. Bei letzteres gab es dann doch die ein oder andere Schwierigkeit, da sich überall Schlamm verteilte und so entschied ich mich mein Zelt stehen zu lassen. Ferner war es sowieso an einer bis dato unbekannten Stelle undicht.
Von dort an ging alles ganz schnell, rein in Shuttlebus, ab zum Bahnhof, in Zug rein, in München umgestiegen und wieder zu Hause.

FAZIT: Das Chiemsee Reggae Festival ist von An-und Abreise von den Festivals, die ich bisher besuchen durfte, am Besten organisiert. Und zwar mit deutlichem Vorsprung. Alleine schon, dass die Möglichkeit besteht, in ganz Süddeutschland mit dem Festivalticket die Regionalzüge der Deutsche Bahn kostenlos im Zeitraum des Festivals (inkl. An- und Abreisetag) zu nutzen ist schon ein deutliches Plus, was sonst von keinem Festival, oder mir nicht bekannten, angeboten wird.
Hinzu kommen die extra aber dadurch auch notwendigen Sonderzüge bei An-/Abreise Richtung München und auch Österreich. Das Shuttlebus-System ist auch mit deutlichem Vorsprung am CRS am Besten organisiert (kaum Wartezeiten). Alleine schon bei der Abreise, als ich an der Haltestelle war, waren 4 große Busse bereitgestanden. Ferner ist es ja eigentlich schon Luxus, wenn die busse in Übersee während dem Festival extra den Getränkemarkt und den Edeka als zustätzliche Haltestellen integriert, umso die Schlepperei der Festivalisten gering zu halten.
Die sanitären Anlagen waren auch in Ordnung. Bei den Duschen, zumindestens als ich beim Duschen war, warmes Wasser, bei den wassergespülten Toiletten war immer eine Reinigungskraft eingesetzt, die dann auch bei längerer Wartezeiten den Ablauf regelte und auch die Dixies wurde regelmäßig ausgeleert und bei diesem Matsch von Vorteil, mit Wasserdampfstrahlern gereinigt.

Was mir sonst noch aufgefallen war, viele Künstler darunter vorallem deutsche Acts (Patrice, Clueso, Nosliw, Mono & Nikitaman etc.) sind gegen so eine strenge Überwachung des Festivals durch die örtliche Polizei sowie der sehr starken Kontrolle nach Marihuana und sonstigen Rauschgiften durch zivile Einsatzkräfte.
Aber wie man in der Presse lesen kann, ist es anscheinend vorallem ersteres doch sehr notwendig. 2 noch nicht geklärte Vergewaltigungen (16- und eine 17-jährige Schülerin) und zahlreiche Alkoholdelikte vorallem von Minderjährigen (200 Fälle in 24 Stunden) etwa ein 17 Jähriger mit 2,3 Promille und eine 16 jähriges Mädchen mit 2,7 Promille stehen dieses Jahr dem Festival zu Buche. Rund 200 Rauschgiftdelikte werden bisher von der Kripo Traunstein bearbeitet.

Und jetzt kommt halt noch der Matsch. Dafür kann jetzt der Veranstalter eher weniger, aber es geht einfach ziemlich an die körperliche Substanz, wenn man von Mittag an bei den Bühnen ist und dann bis spät in die Nacht durchzuhalten ohne sich mal hinzusetzen. Unmöglich! Deswegen mussten doch einige Künstler für mich persönlich gestrichen werden, die eigentlich fest eigeplant gewesen waren.
Ob es für mich 2009 ein Wiedersehn mit dem Chiemsee Reggae Summer geben wird ist noch Ungewiss, da ich sowas (also vom Matsch etc.) nicht nochmal erleben möchte.
Aber der Veranstalter arbeitet laut Homepage daran auch dieses Problem zu sänftigen.

So das war er also der Festivalsommer 2008. Schade….

 

Alle Fotos: Markus Jung.