Genau zwei Stunden spielten „Die Ärzte“ am gestrigen Freitag als Headliner auf der Main Stage, doch um richtig Stimmung aufkommen zu lassen war diese Zeit scheinbar nicht ausreichend: Zwar besteht das Publikum des diesjährigen AREA4 augenscheinlich zu großen Teilen aus Ärzte-Fans – zumindest die zahlreichen gestern zur Schau getragenen Fanshirts lassen diesen Eindruck aufkommen – doch konnte das Konzert der selbst ernannten „Besten Band der Welt“ diese gestern scheinbar nicht ausreichend motivieren. Natürlich wurde ausgiebig geklatscht und mitgesungen, doch an bisher erlebte Konzerte der drei Berliner reichte der gestrige Auftritt keinesfalls hin. Auch der Band fiel die fehlende Begeisterung des Publikums auf. Mehrmals mussten Farin und Bela sogar darauf hinweisen, dass hier die Ärzte aus Berlin auf der Bühne stehen: „Wir sind nicht die Toten Hosen und wir spielen jetzt auch nicht „Hier kommt Alex“ für euch!“
Nichtsdestotrotz waren die Ärzte für die Tatsache, dass sie ja bereits eine längere, anstrengende Tour hinter sich haben, erstaunlich fit. An ihnen lag es sicher nicht, dass im Publikum nicht die sonst gewohnte Stimmung zu spüren war. Eine gewisse Tourmüdigkeit, die sicher vorhanden war, ließen sie sich bemüht nicht anmerken und wiesen sogar darauf hin, dass sie nach ganzen sechs Tagen Konzertpause wieder ausreichend Kraft und Lust für den Auftritt getankt hätten. Wie erwartet war die dargebotene Setlist dann aber doch quasi identisch mit denen der übrigen Auftritte dieses Jahr und bot wenig Abwechslung vom gewohnten Programm. Einen direkten Vergleich habe ich ja mit den Ärzte-Auftritten auf dem diesjährigen Taubertal-Festival sowie dem Konzert der „Jäzzfäst“-Tour in Augsburg. Hier muss man sagen, dass es keine wirklichen Unterschiede bei der Auswahl der Songs gab – eine Tatsache, die aufgrund des straffen Tourprogramms, das wohl kaum Zeit für das Proben anderer Lieder lässt, sicher nachzuvollziehen ist. Auch sonst gab es keine bahnbrechenden Neuerungen. So wurde z.B. wieder einmal der Vorhang beim ersten Lied „Himmelblau“ erst beim letzten Refrain fallen gelassen; und die Band forderte bei „Junge“ zur Bildung einer Wall of Death auf. Bezeichnend für das Publikum, dass Farin erst einmal erklären musste, wie das Ganze funktioniert, und sogar Bedenken äußerte, ob man die Aktion aufgrund des Verletzungsrisikos nicht lieber doch bleiben lassen sollte…

Fotos vom Auftritt der Ärzte haben wir leider keine für euch: Das Management der Band ließ wieder einmal nur einige wenige ausgewählte Printmedien für professionelle Fotoaufnahmen zu. Alle übrigen akkreditierten Pressevertreter – und damit auch wir – mussten sich leider aus dem Fotograben fernhalten und durften auch von weiter hinten keine professionellen Aufnahmen machen. Diese Praxis scheint sich bei Ärztekonzerten inzwischen durchzusetzen – am Taubertal-Festival beispielsweise wurde das Ganze ähnlich gehandhabt.

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