Endlich mal wieder ein Konzert, auf das man sich Wochen im Vorraus freuen konnte. Die Beatsteaks sind wieder unterwegs. Und wenn die Beatsteaks unterwegs sind, dann gibt es keine halben Sachen.

Durch einen Unfall auf der A1 und die daraus resultierende Sperrung, gab es leichte Verzögerungen in der Anreise. Die Alternativroute des Navis führte mich über Feldwege und teilweise sogar unbefestigte Schotterpisten. Aber irgendwann hat jeder Weg ein Ende und man erreichte die Halle Münsterland rechtzeitig.

Die Halle selbst ist eine der schönsten unter den großen Hallen in Deutschland. Die Kronleuchter unter der Decke und der komplett in Holz gehaltene Boden sorgen für eine nette Wohnzimmerstimmung. Gut, heute Abend musste man sich das Wohnzimmer mit 7000 Mitstreitern (ausverkauft)  teilen, aber ganz alleine wär es ja auch langeweilig.

Fotos: Steffen Neumeister

Pünktlich um 20 Uhr betraten die Chemnitzer Indie-Hiphopper von Kraftklub die Bühne. Mit ihren witzigen Texten und mitreißenden Riffs konnten sie das Publikum schnell um den Finger wickeln und man merkte den Spaß auf beiden Seiten der Absperrung. Nach 30 Minuten Spielzeit war die Party schon wieder vorbei und man wartete auf den Hauptact des Abends.

In der Umbaupause brandete noch einmal großer Jubel in der Halle auf. Die komplette Bandbesatzung der Toten Hosen betrat die Halle und suchte sich ihren Platz auf der Tribüne, so verkürzte sich das Konzertvolk auch die Wartezeit mit Hosensprechchören und einem spontan angestimmten Eisgekühlter Bommerlunder.

Punkt 21Uhr ging das Licht in der Halle erneut aus und die Spannung in der Luft war greifbar. Mit einem kurzen Intro enterten die Beatsteaks die Bühne und legten fulminant mit der Mitsinghymne Atomic Love los. Zeit zum verschnaufen gab es erstmal nicht, haute man doch direkt den Punkkracher der aktuellen Scheibe, Behaviour, hinterher. Erste Gänsehautmomente  brachte dann die Hitsingle Milk & Honey hervor. Die komplette Halle sang so laut mit, weswegen man denken konnte, dass sich dieser Song schon ewig im Standardset der Berliner befinden würde. Die erste kleine Pause zum Ausruhen kam dann irgendwann mit dem ruhigen Under A Clear Blue Sky, gesungen von Peter Baumann, aber auch hier zeigte sich das Publikum schon sehr textsicher.

Eine lange Pause gönnte man den feierwütigen Münsteranern aber nicht. Frieda und die Bomben schüttelte auch den letzten prüden Westfalen wach und die komplette Halle verwandelte sich in einen einzigen Moshpit. Auf der Bühne gab Schreihals Bernd Kutzke alles und rannte wie von der Tarantel gestochen kreuz und quer über die Bühne.

So ging es dann eigentlich die ganze Zeit lang weiter. Die Stimmung wollte einfach nicht abebben und das mittlerweile riesige Hitkontinget der Berliner tat sein Übriges dazu. Zwischendurch gab es immer wieder einige ältere Stücke, wie zum Beispiel Panic oder auch den Klassiker To Be Strong. Die Setlist zeigte einen ziemlich ausgewogenen Mix aus alten und neuen Stücken und konnte sogar mit einigen Schmankerln wie dem Nivana-Cover Territorial Pissings glänzen. Nach intensiven und nie langweilig werdenden 130 Minuten beendete man das Konzert mit dem Megahit I Don´t Care As Long As You Sing und lies 7000 verschwitzte, ausgelaugte und glückliche Menschen zurück.

Die Beatsteaks werden einfach nicht alt und ich hoffe, dass dies noch lange so bleibt.

[tourdaten]Beatsteaks[/tourdaten]

2 KOMMENTARE

  1. Morgen sind sie endlich in Hannover! Freue mich auch schon seit Wochen, bzw. Monaten drauf! :)

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