Brüssel, die Stadt des Atomiums und des Europaparlaments, heute auch die Stadt der Beatsteaks. Ich machte mich heute mal früher auf den Weg, denn wenn man schon mal in der Hauptstadt Europas ist, dann kann man sich ja auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit anschauen. Mangels Navi zog sich nach 2stündiger Anreise die Suche nach dem Club so lange hin, dass man grade noch rechtzeitig den Fuss zur Vorband in den Ancienne Belgique setzte.

Alle Fotos: Steffen Neumeister

Anscheinend hat der Club eine verdammt gute Schalldämmung, denn so hörte man im Foyer nicht, dass dŸse aus Chemnitz bereits auf der Bühne stand. So verpasste ich leider die ersten Lieder, was sich im Nachhinein wohl als sehr schade herausstellte. Die sympathische 2-Mann Combo versteht es Frickel-Rock mit absolutem Druck zu verbinden. Dazu noch ein paar lässige und witzige Ansagen und der Auftritt konnte als Erfolg verbucht werden. Angenehm mal etwas Geschrei abseits des bunten Core-Treibens zu hören.

In der Umbaupause füllte sich dann die wirklich schöne Location immer mehr. Zum Ancienne Belgique selbst könnte man an dieser Stelle noch sehr viel schreiben, sieht man in Deutschland doch selten Clubs mit solch tollem Ambiente und großartigem Sound, allerdings soll hier der Fokus auf dem Konzert selbt liegen. Wer aber Brüssel streift, sollte unbedingt einmal in diesem Laden vorbeischauen.

Der Umbau ging schnell vonstatten und ohne Intro oder große Show kamen die Beatsteaks auf die Bühne. Die ca. 500 Fans im Zuschauerraum flippten aus, ohne dass nur eine einzige Note gespielt worden war. Die ersten Töne faden in Form von Big Attack ins geneigte Ohr. Sofort setzte sich die wilde Masse in Bewegung und der Boden des Clubs begann deutlich spürbar zu schwingen. Absperrungen oder Wellenbrecher gabs heute nicht, das lud natürlich zu ausgiebigem Stagediven und Crowdsurfen ein. – was sich aber wirklich in erträglichen und spaßigen Maßen hielt, hier ein Lob ans belgische Publikum.

Während Automatic stürzte sich Sänger Arnim in den Zuschauerraum und lies die Hüften zusammen mit dem Brüsseler Publikum kreisen. Eine kurze Wanderung quer durch den Club später kam er heil wieder an der Bühne an. Es folgte der Ellenbogenteil der Show. Panic und Not Ready To Rock dürften auch den letzten Punkrocker, der bis dahin mit verschränkten Armen am Rand herumstand, zum Tanzen gebracht haben. Die tobende Masse bekam nicht genug und so gab man ihr Let´s See ans Ohr. Das Ska-Stück des aktuellen Albums „Boombox“ wurde auf der Hallentour durch Deutschland bisher noch gar nicht gespielt.
Alles hüpfte, alles sang, die Fans waren glücklich. Zum Schluss gab es dann das obligatorische Let Me In und wer bis hierher noch Luft hatte, dem blieb sie im nächsten Augenblick weg.
Arnim kletterte auf eine Brüstung und stürzte sich während des Songs aus ca. 5 Metern Höhe auf die Köpfe der Zuschauer herab. Alles gut, kein Sänger verletzt und die Party gelungen.

90 Minuten Vollgas im kleinen Club können so manche durchgeplante 2 Stunden-Arena-Show mit Mega-Lichtshow ohne Mühe in den Schatten stellen. Dies sind einfach die Wurzeln dieser Band und genau so wollen die meisten Fans sie sehen. Schade, dass dies leider fast nur noch ausserhalb Deutschlands möglich ist.

[tourdaten]Beatsteaks[/tourdaten]

1 KOMMENTAR

  1. Guter Kommentar
    aber mit dem Lob ans belgische Publikum
    ich denk mal mindestens 80 Prozent des Publikum werden Deutsch gewesen sein.(Einschließlich mir. Und ich denk mal das das keine 5 MEter gewesen sind sonder vielleicht 2-3 meter

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