Southside Gelände am Montag

Wie musikmarkt berichtet, beschreitet das Wacken Festival einen neuen Weg in Sachen Geländebefestigung. Knapp 240.000 Euro, zur Hälfte getragen von der deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), investieren die Veranstalter, um Möglichkeiten eines weniger schlammigen Untergrunds zu erproben. Auf insgesamt 720 Quadratmeter Fläche sollen über den Versuchszeitraum von drei Jahren verschiedene Varianten der Bodenbewirtschaftung auf ihre Festivaltauglichkeit geprüft werden.

Schlamm, der bei regnerischem Wetter auf Großveranstaltungen auf ungeplastertem Untergrund fast unvermeidbar ist, stellt  sowohl für Besucher als auch Veranstalter ein drastisches Problem dar. Bei der An- und Abreise der Besucher können sich logistische Probleme ergeben. Darüber hinaus gab es beispielsweise beim überaus verregenten Southside 2010 einen erkennbaren Trend zu wetterbedingten Knöchelverletzungen. Aus Veranstaltersicht entsteht durch die Verschlammung des Geländes ein beträchtlicher wirtschaftlicher Schaden. Bleiben wir beim Southside 2010: Dort musste im vergangenen Jahr bereits am ersten Tag der Veranstaltung ein 6stelliger Betrag in Aluplatten investiert (und insgesamt 600 Kubikmeter Hackschnitze und Stroh verteilt)  werden, um das Gelände überhaupt für die Besucher öffnen zu können. Angesichts der enormen Regenmenge brachte diese Maßnahme auch nur beschränkten Erfolg. Dass sich die Aufräum- und Wiederherstellungsarbeiten des Areals (im Fall des Southside der Take Off Part) in bei derartigen Bedingungen ebenso schwieriger gestalten und mit entsprechend höheren Kosten verbunden sind, ist selbstredend.

Aber auch jenseits der Wetterextreme ist das Konzept relevant. Gegenüber musikmarkt beschreibt Holger Hübner, Veranstalter des Wacken Festivals, die Tragweite des Problems: „80 Pozent der Festivals in Deutschland finden auf Grünflächen statt und haben entsprechend mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Die in Wacken gewonnenen Ergebnisse sollen dann auch auf andere Veranstaltungen übertragen werden“.

Im Hinblick auf die Geländebefestigung unternahm auch der Chiemsee Reggae Summer, in den letzten Jahren selten von gutem Wetter begleitet, weitgehende Maßnahmen. Schon 2009 begann  man mit einer dauerhaften Befestigung des Bühnengeländes (mithilfe von Kies/Schotter und einem Entwässerungssystem). Nachdem diese Modifikation des Geländes im vergangenen Jahres auch nur bedingt von Erfolg gekrönt war, kündigte man – direkt im Anschluss an das Festival – weitere Maßnahmen an, darunter auch eine Teilbefestigung der Campingplätze. Letztere kann wohl in diesem Jahr noch nicht umgesetzt werden. Dennoch waren in den vergangenen Wochen bereits erste Erdarbeiten am Gelände sichtbar.