Warten vor dem Wellenbrecher

Moderne Zeiten am Frequency. Man setzt erstmals auf die RFID-Technik. Entsprechende Sender sollen in die Wristbänder eingearbeitet werden und damit einen schnelleren und unkomplizierteren Zutrittskontrolle ermöglichen. Schon diese „Innovation“ wird nicht jedermann schmecken, greift sie doch mittelschwer und unvermeidlich in die Persönlichkeitsrechte ein.

Zusammen mit dieser RFID-Technik öffnet man in Österreich aber ein ganz anderes Thema. Eines, auf das Festivalisten seit jeher ziemlich sensibel reagieren: Sich durch Geld massive Vorteile erkaufen können.
Erstmals wird es als Zusatzoption für VIP- und Komfort-Tickets die Möglichkeit geben, sich garantierten Zutritt zu dem Wellenbrecher der Hauptbühne zu erkaufen. Ein Tabu wird gebrochen.
Zwar hat es andernorts auch schon VIP-Karten gegeben, mit denen man auf einer speziellen Tribüne das Geschehen verfolgen durfte. Aber dass man sich direkten Zugang zum Wellenbrecher erkaufen kann, ist meines Wissens nach ein Novum bei internationalen Grossfestivals in unseren Breiten.

Kein nerviges Anstehen mehr. Einfach das richtige Bändchen am Arm und durchmarschieren – auch 5 Minuten bevor der Headliner auf die Bühne tritt. Die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen und sicher einigen Leuten ein geldwerter Vorteil. Zumindest für die mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche. Für die breite Masse der Frequency-Besucher dürfte das Wavebreaker-Ticket aber eher ein Ärgernis sein.

Und auch über die Grenzen von St. Pölten hinaus könnte die Aktion Signalwirkung haben. Seit Jahren schon fürchtet man sich bei unseren einheimischen Festivals vor eben einer solchen Entwicklung. Nun ist der Tabubruch da. Und jeder Veranstalter wird sicherlich genau verfolgen, wie die Reaktionen auf diesen Vorstoss ausfallen.

Was hältst Du davon, sich permanenten Wellenbrecherzutritt erkaufen zu können?


10 KOMMENTARE

  1. Am Ring ist das ganze doch eigentlich schon im Gange. VIP-Ticket Inhaber müssen ja auf ihre VIP-Tribühne kommen. Der Eingang ist, soweit ich weis, allerdings in der 1.Welle die relativ schnell dicht ist. Somit haben die ja schon einen sehr großen Vorteil, auch wenn man diese Tickets nicht kaufen kann

  2. Für mich hat sich das Frequency somit erledigt!!! Gibt ja noch andere gute Festivals!!! Reine Geldmacherei!!! Hoffentlich fallen die Veranstalter damit richtig auf die Fresse!!

  3. Naja war doch klar dass das mal kommen würde, bei Stadion Konzerten sind front of the stage tickets inzwischen gang und gebe…
    Ich glaube aber nicht das es sich durchsetzen wird. Wenn ich mir mein Ticket kaufen will wenn diese Tickets bereits ausverkauft sind bedeutet das doch ich habe das ganze Festival keine Chance erste Welle zu kommen (oder zumindest deutlich schlechtere). Wenn ich eine Band aber umbedingt sehen will will ich auch vorne stehen, so würde ich mir dann wahrscheinlich garkein Ticket kaufen. Denke mal es geht da nicht nur mir so. Ist ja nicht so wie bei nem Stadion Konzert wo es mir vllt nur mal darum geht diese eine band überhaupt mal zu sehn, da kann ich damit leben mal hinten zu stehen. Aber von vorne herein zu wissen das festival ganz hinten zu stehen können ist doch scheiße. Das Geld was man mit den teureren Tickets mehr verdient wird verliert man da doch 100% mit dem geringeren absatz…
    Dazu landen dann doch eh 90 % dieser Tickets bei ebay… Ist doch bei front of the stage tickets genauso

  4. Weiß jemand ob der Bereich direkt vor der Bühne, dann nur für Besucher mit einem solchen Bändchen, reserviert ist?
    Oder wird das dann gemischt ?

    • Nach wie vor darf JEDER in den Wellenbrecher.
      Aber die Leute mit Wavebreaker-Ticket kommen ohne Anstehen rein und auch dann wenn vorne eigentlich „dicht“ ist.

  5. hey solche Spinner… unglaublich! was für ne Abzocke.
    werd ich mir garantiert nicht kaufm!

  6. Ich bin normalerweise eher der Typ der später zu den Bühnen geht und somit eher hinten steht, also wäre so ein Wavebreaker Ticket perfekt für mich.
    Bin aber dagegen weil es einfach Leute bevorzugt, die zu viel Geld haben.
    Zerstört für mich ein wenig das Festivalfeeling und klingt sehr Geld-geil seitens des Veranstalters.

  7. Eigentlich ist es mir überweigend egal, da ich ohnehin nicht immer ganz vorne mit dabei bin und auch gerne mal von weiter hinten genieße, aber es zerstört doch irgendwie aus meiner Sicht den Festivalcharakter.
    Durch VIP Tickets Tribünenplätze zu verkaufen finde ich okay, das ist ein Mehrwert und man bekommt einen garantierten, gesicherten, guten Blick (inklusive Huldigungen in Form von „Scheiß Tribüne“), aber ein solchen „Agriff“ auf das normale festivalcolk, welches schon viel fürs Ticket bezahlt und nah bei „seinen“ Künstlern sein will finde ich doof.

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