Foto: Promofoto Montreal

Hirsch, seineszeichens Bassist und Sänger der sympathischen Punkrock-Combo Montreal aus Hamburg hat uns einen kleinen Einblick in sein persönliches Festivalverhalten ermöglicht und uns Rede und Antwort gestanden.

Festivalisten: Hallo Hirsch, erstmal: Wie geht´s dir?
Hirsch: Moin! Welch höfliche und interessierte/besorgte Intervieweröffnung – da gebe ich doch gerne zu Protokoll, daß es mir ausgesprochen gut geht.

F: Das freut mich doch zu hören. Da wir ja hauptsächlich ein Festivalmagazin sind, geht es direkt mit  einer Festivalfrage los: Wie war denn euer Festivalsommer-Auftakt in Wesel?
H: Der eigentliche Auftakt war ja schon einen Tag vorher in Meppen beim Rock unter den Linden bei strahlendem Sonnenschein und bestgelauntem Publikum. Aber auch das Eselrock in Wesel stand dem in Sachen Wetter und Publikum in nichts nach.

F: Oh, entschuldigung für den kleinen Patzer, aber diese beiden Festivals gehören ja eher der kleineren Kategorie an, gibt es für euch als Band favorisierte Festivals? Lieber umsonst&draußen oder die großen Fische des Festivalbusiness?
H: Die gesunde Mischung gefällt uns sehr gut: bei den kleinen und mittleren Festivals spielen wir länger und später, also auch im Dunkeln, was schon für deutlich bessere Konzertatmosphäre sorgt. Auf den größeren Festivals spielen wir dann schon immer ne Ecke früher, aber man erreicht eben auf einen Schlag auch mehr Leute und hat abends Zeit, sich Bands anzusehen und zu feiern.

F: Mittlerweile seid ihr ja auf den großen Festivals angekommen, letztes Jahr gabs ein Gastspiel bei Rock am Ring, dieses Jahr wird das Novarock von euch zermalmt. Seid ihr jetzt am Ziel eurer Träume angelangt oder gibt es irgendein Festival welches bei euch ganz oben auf dem Wunschzettel steht?
H: Ganz ehrlich, die beiden genannten sind nicht unbedingt unsere lange Jahre herbeiersehnten Traumziele gewesen. Rheinkultur, Open Flair, Taubertal, Ruhrpottrodeo, Trebur Open Air, Serengeti und wie die ganzen liebevoll gemachten Festivals heissen sind uns da viel lieber.

F: Wenn du nicht mit deiner Band unterwegs bist, dann bist ja auch unter anderem als Camp-FM Moderator für verschiedene FKP-Festivals tätig. Tut es da nicht manchmal weh, wenn seine Lieblingsband grade auf der Bühne steht und man selbst im miefigen Moderationscontainer sitzt?
H: Zum Glück gibt es ja Aufnahme- und Vorproduktionsmöglichkeiten, so daß
ich bislang nichts verpasst habe, was ich sehen wollte.

F: Bei welchen Camp-FM Stationen kann man denn dieses Jahr dein zartes
Stimmchen bewundern?
H: Ich gebe in diesem Jahr mein Debüt beim Southside, also dem Hurricane
des Südens und beim Area4 bei Münster.

F: Abgesehen von Arbeitsbedingten Festivalbesuchen: Was sind denn deine Lieblingsfestivals, wenn du mal ganz privat dorthin gehst und warum?
H: Da geh ich diesen Sommer zum Beispiel zum Ruhrpottrodeo, weil es ein  sehr angenehmes Festival ist und ich da viele Freunde treffe. Auf Area4 und Hurricane war ich tatsächlich auch immer gern privat. Auf welches Festival ich gehe hängt aber ganz klar auch von den spielenden Bands ab, nur für´s Zelten und Grillen bin ich noch nie auf ein Festival gegangen.

F: Aber neben dem Grillen und Zelten gibt es ja noch andere Dinge, die man so auf dem Campingplatz machen kann. Gibt es ein Utensil auf welches du dort nicht verzichten kannst?
H: Nö. Je weniger man dabei hat, umso weniger kann man verlieren und umso
entspannter ist es. Das ist meine Festivalmathematik.

F: Kannst du dich eigentlich noch ungestört auf dem Campingplatz bewegen oder musst du alle 2 Minuten für Fotos und Autogrammwünsche
Halt machen?
H: Da habe ich zum Glück kein Problem mit – von denen die ankommen fragt die eine Hälfte, ob ich Costa von der Sondaschule bin und die andere, ob unser Schlagzeuger Max Power auch da ist – beides ist recht schnell und freundlich mit  „leider nein“ beantwortet.

F: Auf welche Band freust du dich, neben NOFX, deiner Lieblingsband, in diesem Festivalsommer am meisten?
H: wie, andere Bands neben NOFX… wozu das denn?! Das wird dieses Jahr ein bunter Blumenstrauß: The Sounds, Bad Religion, Strung Out, Foo Fighters, Kooks, Ignite, Face to Face, Royal Republic…

F: Eine Gute Mischung, wie ich finde, mir geht es ähnlich, aber mal weg von den Festivals und zurück zu deiner Band: Wie weit seid ihr denn mit dem neuen Montreal Album?
H: Wir haben schon nen ganzen Batzen Lieder zusammen, hoffen die Schreibphase Ende des Sommers abschließen und dann ins Studio gehen zu können… Veröffentlichung Anfang 2012 dürfte realistisch sein

F: Gibt es denn schon kleine Infos über die Platte?
H: Ja: wir haben uns eine Oboe gekauft (aber noch nicht benutzt), Max Power wird erstmals auch singen und die Reime sind dank hochkomplexer Computerprogramme jetzt NOCH besser. Man darf echt gespannt sein!

F: Klingt nach der Platte des Jahres!
Vielen Dank, dafür, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Gibt es zum Schluss noch etwas, was du den Besuchern von Festivals mit
Montreal-Beteiligung sagen möchtest?

H: In Zeiten, wo alle nur noch ihre Clever-Handys hochhalten, um verwackelte Videos und unscharfe Fotos zu schiessen, würden wir eine Rückbesinnung zum guten alten Plakat/Transparent mit kessen Sprüchen, Liebesbekundungen oder Disrespektsbekundungen gegenüber anderer Bands sehr begrüßen.