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Thomas’ Rückblick auf Rock am Ring 2011

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Es ist uns eine grosse Freude, einen weiteren Gastautoren über seine Impressionen von Rock am Ring 2011 berichten zu lassen. Thomas Eger, seines Zeichens Webmaster von BlackChester.de, ist ein Langzeitfellow unserer kleinen Seite und liefert auch gerne einmal den ein oder anderen Hinweis. Jetzt beschreibt er das vergangene Wochenende aus seiner ganz persönlichen Perspektive.

Das war es also. Rock am Ring 2011. Ich weiß immer noch nicht wie ich es so wirklich zusammenfassen kann. Erstmal die Überraschung bei der Ankunft: Keinerlei Staus, Platz auf dem Campingplatz. Sowas war mir in den letzten Jahren nicht passiert. Dann aber gleich auch der erste Schock: Die Bändchen werden ab sofort thermoverschweißt, nicht mehr verplombt. Wer hat sich den Mist denn einfallen lassen? Naja erstmal schauen, wie lange diese Verbindung hält, das Festival hat sie ja glücklicherweise überlebt.

Mittwochabend wurde in aller Ruhe Zelt und Pavillon aufgebaut, gemütlich gegrillt und den Abend bei ein paar Bier ausklingen lassen. Donnerstag dann die obligatorische Platzrunde. Da wir gut gelaunt waren, ließen wir es uns nicht nehmen, ins Bananenkostüm zu schlüpfen und so
über den Campingplatz zu eilen, nur um Unterwegs auf New Kidz Verschnitte, andere Bananen und Glücksbärchis zu treffen. Wobei mein Kumpel sichtlich erfreut war, dass kein einziger Mensch im Affenkostüm darunter war – warum wohl. Später gemütlich den Tag genossen und abends dann zur Warm-Up Show im Müllenbacher Event Center gepilgert. Auf der dortigen Bühne aktiv: His Statue Falls und Monsters Of Liedermaching.
Als erstere auf die Bühne traten, verdünnisierten wir uns – was auch damit zusammenhing, dass uns schlichtweg die Füße schmerzten und wir ziemlich durchgeschwitzt waren. Also zum Zelt zurück und auf den Nächsten Tag gefreut.

Freitag dann war es endlich soweit. Rock am Ring begann wirklich mit der Öffnung des Festivalgeländes gegen 13 Uhr. Wir fanden uns gegen 14 Uhr dort ein. Der Plan: Den ganzen Tag an der Club Stage verbringen und abends zum Abschluss zu Deadmau5 an die Alterna. Grund: Für jeden Elektro/Dubstep etc Fan einfach ein MUSS!
Aber da traf uns Schock Nummer 2. So wie letztes Jahr vorgeschrieben, hatten wir beide Tetrapaks originalverschlossen dabei. Doch was passierte am Bühneneingang? Die Security drehte die Deckel ab und schmiss sie weg. So kam es, dass wir schon VOR der ersten Band nichts mehr zu trinken hatten, wie auch ohne Deckel. Die Flüssigkeit würde sich im Moshpit sowieso schneller verflüchtigen, als man gucken kann. Komisch nur, dass später
alle Festivalbesucher wieder MIT Deckeln und teilweise sogar PET-Flaschen aufs Gelände kamen.
Wir aber hatten also das Problem, dass uns das Wasser ausgegangen war und so verließen wir die Clubstage noch während die Architects spielten. Bereits während des Auftritts von Black Veil Brides hatten wir eine Pause eingeschoben, um uns auf die Suche nach Trinkwasser
zu machen. In den sanitären Anlagen wurden wir letztlich fündig.
Von dort ging es dann zur Alterna, wo wir noch die letzten 2 Songs von White Lies verfolgten und uns, da schonmal da, den Beginn von Wolfmother antaten, um dann wieder gen Club Stage zu laufen.
Während August Burns Red performten, brachen wir gen Alterna und Deadmau5 auf. Vorherige Stärkung war angesagt. Deadmau5 war es wirklich wert. Viel Licht, gute elektronische Musik und einfach nur Spaß! Einen beleuchteten LED Kopf als Bühnenoutfit sieht manauch nicht alle Tage! Nach Konzertende sind wir einfach nur noch fertig ins Bett gefallen. Wen wunderts, wir hatten im Laufe des Tages eindeutig zu wenig getrunken.

Für Samstag war unser Plan klar! Wir bleiben durchgehend an der Alterna. Diesmal waren wir aber besser vorbereitet: Beide hatten wir bevor wir das Festivalgelände betraten mindestens 2 Liter Flüssigkeit zu uns genommen, ich für meinen Teil sogar über 4 Liter. Und es kam, wie es kommen musste: Diesmal wurden uns die Deckel nicht abgenommen. Die in der Hosentasche vergrabenen Ersatzdeckel konnten wir also stecken lassen.
Also auf zu Caliban an die Alterna. Auf einmal kam uns jede Wall Of Death der Core-Bands vom Vortag wie ein schlechter Witz vor, denn die gesamte erste Welle spaltete sich auf Geheiß von Andy Dörner einfach in zwei Teile – und dass zu so früher Stunde. Der Caliban-Sänger betitelte das dann auch als promt als allgemeinen Frühsport. Auch die Circle Pits sahen endlich nach selbigen aus. Die Stimmung an diesem Samstag war grandios und spätestens ab dem Rammstein Cover SONNE waren auch alle Zuschauer von Caliban wach.
Weiter ging es mit Kellermensch, die nicht wirklich überzeugen konnten. Lag vielleicht auch an den Psycho-Einlagen von deren Frontmann. Genretechnisch waren sie an diesem Tag auch eher die Außenseiter.
Escape The Fate gingen mehr oder weniger schnell rum, man merkte eindeutig, wo die Sympathien lagen. Hauptsächlich weibliche Fans hörte man kreischen.
Bei Sevendust brachen schließlich alle Dämme und auch der letzte machte mit. Wie das kam? Ich hab selten eine Band gesehn, die SO sehr mit dem Publikum interagiert und kommuniziert, das war es wirklich wert!
Mein persönliches Tageshighlight kam jedoch direkt im Anschluss, und ich denke davon konnten die Menschen um mich rum ein Lied singen: Hollywood Undead. Auch sie enttäuschten nicht. Was ich im Nachhinein mitbekommen habe, war die Live Übertragung von Hollywood Undead alles andere als Prall. Das lag aber definitiv nicht and er Band, sondern an der Mischung der Übertragung. Vor Ort war es einfach nur Bombe! Ich werde sie auch definitiv wieder sehen, wenn sie auf Tour kommen.
Leider kam direkt im Anschluss die für mich schlechteste Band des Tages, was vielleicht auch daran lag, dass ich auf Grund der vielen “Wünsche” von Bring Me The Horizon Frontmann Oli Sykes irgendwann keine Luft mehr bekam. Genauso wie einige Fans um mich rum. Wir entschlossen uns also für den Rückzug aus den ersten Reihen, da der Auftritt mit Luft in den Lungen doch eindeutig mehr Spaß macht. Mehr möchte ich an der Stelle auch nicht zu BMTH sagen.
Weiter gings dann mit In Flames, die quasi schon das neue Album im Gepäck haben und auch zwei Songs daraus spielten. Darunter die bereits erschienene Single “Deliver Us”. Wieder einmal haben mich In Flames überzeugt. Nachdem ich sie nun bereits zum dritten Mal live sah – ich war nur etwas davon enttäuscht, dass Anders Fridén sich seine lange Matte aus Dreadlocks entfernt hatte.
Nach In Flames setzte dann auch der Regen ein. Moment Regen? Der war doch erst für Sonntag angekündigt. Naja, der Ring dachte sich wohl, wir bräuchten eine Abkühlung. Aber es blieb nicht bei einer Abkühlung.
Während es bei Disturbed, die wie immer mit ihren vielen Hits und Publikumslieblingen auftrumpften, nur “leicht” regnete, kam es bei KoRn zur quasi zur Apokalypse – ich war schon kurz davor zu gehen, da ich trotz Regenjacke komplett durchnässt war. Ungefährlich war die ganze Sache auch nicht, schließlich schlug während des Auftritts ein Blitz in den Soundturm der Alterna und in das Ringwerk ein. Dennoch oder geradedeshalb war die Show sehenswert!
Nur Rob Zombie gab ich mir schließlich an dem Abend nicht mehr, da mir meine Gesundheit dann doch lieber war. Und als ob mein Zeltnachbar es geahnt hätte, wartete der schon mit eingeheiztem Grill und Alkohol vorm Zelt und so wurde der Abend feuchtfröhlich vorm warmen Zelt beendet. Das war glücklicherweise vollends trocken geblieben.

Schließlich war es soweit. Sonntag. Heute Abend würden wir System Of A Down endlich live erleben dürfen. Wer hätte gedacht, dass ich das nochmal erleben darf. Aber der Auftritt des Headliners lag noch in weiter Ferne. Zuerst hieß es: Zelt und Pavillon abbauen. Warum? Wir wollten nachts noch nach Hause. Auch verspürte ich keine Lust, am nächsten Tag ein nasses Zelt einzupacken. Ein trockenes Zelt ist immer leichter zu handlen. Also erst einmal abgeschleppt und dann ging es passend zu Mastodon endlich in Richtung Centerstage.
Unglaublicherweise kamen wir sogar noch in die erste Welle, was letztes Jahr nach Five Finger Death Punch schon nicht mehr möglich war. Leider wurde ich von der Menge direkt vor der Bühne arg enttäuscht. Ich hatte auf Springereien zumindest bei Avenged Sevenfold springen gehoff. Mehr als klatschen war jedoch nicht drin . Hinterher wurde ich sogar gefragt, warum sie denn Playback gesungen hätten, Daraufhin erntete man ungläubige Blicke, als ich erklärt hatte, dass die Playback Stimme lediglich die das verstorbenen Drummers The Rev (RIP FoREVer) gewesen ist. Was auch dem Backdrop zu entnehmen war, auf welchem das Cover des aktuellen Album “Nightmare” zu sehen ist, inzwischen wurde der Albumschriftzug aber gegen foREVer ausgetauscht. Nunja, zurück zur eigentlichen Veranstaltung.
Ab Volbeat verbesserte sich die Stimmung ständig weiter, was ich persönlich nicht verstehen kann. Volbeat sah ich zum dritten Mal und sie wirken, man mag es mir verzeihen, meiner Meinung nach langsam wirklich ausgelutscht.
Im Anschluss folgte endlich das erste Highlight des Abends: Die Beatsteaks aus BERLIN! Sofort war die Menge am Springen, die Texte wurden mitgesungen/gegröhlt und die Stimmung war einfach nur ausgelassen. Sogar die Tribüne wurde wieder wunderbar von allen Seiten beleidigt und durch die wunderbare Stimmung machte auch der einsetztende Regen niemandem wirklich etwas aus. Durch die viele Bewegung war der Regen im Endeffekt sowieso egal, da man von oben und unten nass war, sei es von Regen oder von Schweiß.
Nun hieß es warten. Warten auf den lang erwarteten Headliner: System Of A Down! Schon als der Vorhang ausgerollt wurde, stieg die Spannung ins unermessliche und als es dann soweit war, kochte die Menge, sang mit und sprang oder ähnliches. Wobei ich zwischendrin einfach innehielt um die Musik zu genießen, um das ganze auf mich wirken zu lassen. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl und ich freue mich nun umso mehr die Band bei ihrer Soloshow in Berlin erneut sehen zu können!
Nach System Of A Down blieb uns dann die Kraft weg. In Extremo wollten wir sowieso nicht mehr sehn und so zogen wir ab zum Auto, nur um dann noch 2 Stunden ungewollt auf dem Parkplatz zu stehen, da die Polizei diesen abriegelte um nur alle 10-20 Minuten mal 5 Autos herunterzulassen. Warum das so gehandelt wurde, weiss ich nicht. Die Praxis hat mich letztes Jahr schon genervt ohne Ende. Nachdem wir also um 3:30 Uhr vom Parkplatz runter waren, kamen wir dann kurz vor 6 endlich gesund zu Hause an. Ein Novum denn wir mussten nicht wie in den Vorgängerjahren 600 km nach Hause fahren musste, sondern dank Studium jetzt nur noch 200km.
Das wars dann auch für mich, vielleicht bis nächstes Jahr!

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