Seit 5:30 Uhr steht unumstöslich fest: Das belgische Pukkelpop wird nicht mehr fortgesetzt, sondern nach dem verherrenden Unwetter gestern Abend engültig abgebrochen. Mindestens 5 Besucher riss das Naturphänomen in den Tod, 70 Personen sollen teilweise schwer verletzt worden sein.

Noch immer zieht der Vorfall bei Twitter weite Kreise. Foo Fighters, 30 Seconds To Mars, Rise Against und viele andere Bands, die gestern und heute hätten in Hasselt auftreten sollen zeigten sich schockiert von dem Ausmass der Zerstörungen und kondolierten den  Opfern. Sie alle berichten genau wie verstörende YouTube Videos von chaotischen Zuständen. Die Unwetterfront sei plötzlich aufgezogen. Regen und Wind setzten ein und hätten alles auf dem Areal herumgewirbelt. Bäume wurden entwurzelt und knickten weg, Bühnenteile fielen um und Blitze schlugen ein. Bilder der Katastrophe finden sich überall im Netz.

In einer gestern Abend eilig anberaumten Pressekonferenz hatte die sichtlich mitgenommene Festivalleitung noch erklärt, man werde die Schäden in der Nacht untersuchen und versuchen sie zu beheben. Das Festival solle am Freitag und Samstag dann weiterlaufen. In der Nacht dann die Kehrtwende. 3 weitere Opfer wurden geborgen und man fordert die Verbliebenen der 65.000 Besucher auf das Areal zu räumen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Familien und Freunden, heisst es in der Erklärung von heute Morgen. Und weiter: Worte sind nicht genug. Wir haben mit der Entscheidung gekämpft, ob das Festival weiterlaufen soll und uns schliesslich für einen Abbruch entschieden. Was passiert ist, war sehr aussergewöhnlich und nicht vorhersehbar. Wir sind sehr bewegt von all der spontanen Hilfe. Bitte verlasst das Pukkelpop ruhig. Für zusätzliche Busse und Züge ist gesorgt. Mit fragen wendet Euch bitte an info@pukkelpop.be.

Die Ausläufer der Unwetterfront waren unter anderem auch beim Area 4 in Lüdinghausen zu spüren. Bis zu 15 Liter Regen verwandelten dort das Areal in einen See. Zelte soffen ab, Rucksäcke weichten durch. Unsere Autorin Lisa meldete sich gegen 22:30 Uhr mit den Worten: „Wir gehen seit 2-3 Stunden regelrecht unter. Nachdem wir uns heute Nachmittag einen Sonnenbrand zugezogenhaben. Wir sind nass, Zelt ist nass und es soll bis morgen Abend durchregnen.“ Gerade eben kam das Update: „Mittlerweile nieselt es nur noch, es ist also okay. Nach Hause fahr ich auf keinen Fall, davon lassen wir uns nicht unterkriegen.“

 

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