Ein Song der im Radio rauf und runter läuft und schon spielt man in einer Location wie dem Pier 2 in Bremen, leider war das Konzert jedoch nicht ausverkauft, sodass man selbst in den vordersten Reihen noch erstaunlich viel Platz um sich herum hatte.

Nicholas Müller beim Taubertal 2011

„Still“, das meistgespielte Lied im Radio im Jahre 2011. Platin für eine Band, die vor der Veröffentlichung von „Still“ eine kleine aber treue Fangemeinde hatte und mit ihrem Indie-Punk zu begeistern wusste. Nun also der kometenhafte Aufstieg durch dieses eine Lied, das eigentlich so gar nicht zu der Musik von Jupiter Jones passt. Natürlich haben sie auch ruhigere Lieder im Repertoire, doch keins davon war bisher so massenkompatibel wie „Still“.

Auf Konzerten geht es bisweilen jedoch viel härter und rockiger zur Sache, sodass die Fans auch schon mal ordentlich ins Schwitzen kommen. Beim Gig in Bremen allerdings wollte die Stimmung nur langsam steigen. Angefangen mit dem Song „Alter Mann, wo willst du hin?“ vom aktuellen und selbst betitelten Album war die Stimmung leider nur sehr mäßig. An den 5 Jungs la es nicht: Sie lieferten eine wirklich gute Show ab.

Nach dem Opener folgten die Songs „Das Jahr in dem ich schlief“ und „Alleiner“, bei denen es eigentlich hätte ordentlich zur Sache gehen sollen, zumindest in den ersten Reihen. Doch leider war hier nur eine kleine Gruppe von 15-20 Menschen zu sehen, die auf und ab hüpften und sowas wie einen Mini-Moshpit bildeten.

Die Zeit war reif für die aktuelle Single „ImmerFürImmer“. Die kannten einige Anwesende schon vom Bundesvision Song Contest. Dort konnte sich einen respektablen 6. Platz für das Bundesland Rheinland-Pfalz sichern. Und auch in Bremen verfehlte sie ihre Wirkung nicht. Mit einem mal war die Stimmung sehr gut und es wurde richtig mitgesungen. Insgesamt präsentierte sich das Publikum aber ansonsten nicht besonders textsicher.

Im Anschluss folgte eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs. Zwischendurch wurde das Tempo runtergeschraubt und es kamen die Songs „Jupp“ und „Oh hätt‘ ich dich verloren“ (mein persönliches Highlight). Danach wurde noch mal Zwischengas gegeben und es kam schließlich zum Unvermeidlichen: „Still“ wurde gespielt und wirklich alle konnten von vorne bis hinten mitsingen.

Mit „Hier Oben (…Jupp)“ wurde dann eine kurze Pause eingeläutet, das Publikum forderte die Jungs jedoch lautstark auf die Bühne zurück. Und die ließen sich nicht lange Bitten, kamen prompt heraus um „Ansage“ und „Hey Menetekel!“ anzuhängen. Den Abschluss des Konzerts bildete schließlich die „Landjugend“ bei dem das Publikum noch einmal aufgefordert wurde lauthals mitzusingen, selbst wenn man danach „seine Mandeln auf den Schultern seines Vordermanns“ wiederfinden würde.

Das Konzert hat bewiesen, dass Jupiter Jones eine ausgezeichnete Live-Band sind, nur leider wollte der Funke nicht so recht auf das Publikum überspringen. Das lag jedoch weniger an den Jungs, als vielmehr am Publikum selbst. Und für unter 25 Euro eine fast 2-stündige Show abzuliefern verdient auf jeden Fall einen großen Respekt.

Fazit: Jupiter Jones super, Publikum leider etwas lahm, aber ich würde trotzdem jederzeit wieder ein Konzert der Jungs besuchen und kann es nur jedem empfehlen.

Ein kurzes Wort noch zur Vorband „My Glorious“, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte. Musikalisch haben sie durchaus Potential und mit einigen ihren Lieder haben sie mich durchaus positiv überrascht.

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