In einem sehr lesenswerten Fortschrittsreport spricht Stereogum mit den Garbage Mitgliedern Shirley Manson und Butch Vig über die nähere Zukunft der Band. Mit dem Album im Mixing scheint man sich langsam auch ein paar Gedanken über die Veröffentlichung hinaus zu machen.

Auf der Bühne zu stehen ist wie eine Droge. Es vermittelt ein Gefühl, das Du so im Studio nicht bekommen kannst, sagt Butch Vig. Der Mann muss es wissen, denn er kennt beide Seiten genau. Als Produzent zeichnet er sich für Erfolge von Bands wie Nirvana und Foo Fighters verantwortlich. Als Musiker war er in den 1990er Jahren mit Garbage in den Hitparaden.

Man glaube nicht, jemals wieder so erfolgreich zu sein wie damals, gibt Frontfrau Shirley Manson zu bedenken. Aber, das sei auch nicht nötig. Man genieße es einfach wieder zusammen Musik zu machen – ohne auferlegte Zwänge beispielsweise durch Management und Plattenfirma. All das besitzt Garbage nach der 5jährigen Pause nicht mehr. Man ist sozusagen sein eigener Chef.

We’ll probably start doing rehearsals in January of next year and then play a few small shows in March of April. Then maybe we’ll play some festivals both here and in Europe.Butch VigGarbage Drummer und Produzent

Im Gegensatz zum Umfeld war für die Band immer klar dass der Burnout 2006 nicht das endgültige Ende markieren würde. Man habe damals Leute um sich gehabt, denen Garbage selbst eigentlich egal war und die ihren Frust und Ärger in die Band hineingetragen hätten. Die glaubten nicht mehr an uns, lässt Manson die Geschichte Revue passieren. Garbage zu sein wäre mehr Last denn Lust gewesen. Eine Auszeit bitter nötig.

Damals ging Butch Vig davon aus, sie würde maximal 1-2 Jahre dauern. Dann so sein Gedanke, würde man zumindest wieder für ein paar Shows zusammenkommen. Im Hinterkopf habe er aber auch immer ein neues Album gehabt.
Es sollte länger dauern. Zeit in der Vig sich in der Vaterrolle gefiel und sich seiner Produzentenleidenschaft verschreiben konnte. Gemeinsam mit den Foo Fighters bastelte er beispielsweise das Hitalbum „Wasting Light“.
Manson dagegen feierte ihr Schauspieldebüt. In der zweiten Staffel der mässig erfolgreichen Serie „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ mimte sie die Chefin eines High-Tech-Konzerns.

Mögliche Festivalauftritte

Konkret auf Garbage Livedaten für das kommende Jahr angesprochen, geben sich Manson und Vig gleichermassen zurückhaltend. Man sei derzeit erst am Anfang seiner Überlegungen, weil noch sehr auf das Feinpolieren des Albums fokussiert.
Einen groben zeitlichen Rahmen scheint es aber schon zu geben. Im Frühjahr erwartet Manson die Veröffentlichung. Allerdings habe man sich keinen starren Zeitplan gesetzt – gehe alles relativ gelassen an. Vig wird konkreter: Im Januar wolle man sich zu Proben treffen, im März/April dann ein paar Shows spielen. Daran anschliessen könnten sich ein paar Festivals in Amerika und Europa.

Die ursprüngliche Idee, jeden Abend eine wechselnde Setlist nach der Formel „Aktuelles Album+altes Album+B-Seiten“ zu spielen wurde schnell verworfen. Man müsste dann nämlich rund 200 Songs einstudieren – was die Beteiligten in den Wahnsinn treiben würde, so Vig süffisant.

Nichts desto trotz: Es sollte schwer verwundern, wenn ein Festivalbooker ein konkretes, angemessenes Auftrittsangebot der Band ausschlagen würde. Die Reunion ist heiss, Shirley Manson sowieso noch immer. Dazu hat Garbage einen Katalog gespickt mit Hits vorzuweisen und neues Material als schicke Garnitur.

Teilt ihr meine Euphorie?
Sind Garbage eine Auslaufmodell oder wären sie eine echte Bereicherung für den kommenden Sommer?

(via)