Als Jupiter Jones an diesem Donnerstag, dem 3.November mit ihrer Konvoi-Tour dem Skaters Palace in Münster einen Besuch abstatteten, neigte sich die besagte Tour auch schon fast wieder ihrem Ende zu. Die vier Musiker boten eine wirklich bemerkenswerte Show dar, auch wenn das Münsteraner Publikum nur bis zu einem bestimmten Limit zu begeistern war.

Hinter den Jungs von Jupiter Jones liegen die wohl intensivsten und anstrengendsten, aber auch die erfolgreichsten Monate seit ihrer Bandgründung vor fast 10 Jahren. Wo man in diesem Jahr auch hinsah, überall waren Jupiter Jones vertreten. Die mediale Präsenz war so stark wie nie zuvor.

Zu verdanken haben sie all den Trubel hauptsächlich der Singleauskopplung Still zu Beginn dieses Jahres. Damit kamen sie dann bis in den oberen Bereich der Singlecharts und damit auch ein mal mehr bei der „breiten Masse“ an…

Bei der Ankunft am Skaters Palace verriet an diesem Abend ein kurzer Blick, dass diese „breite Masse“, darunter vor allem Freunde der Single Still, inzwischen auch in den Konzerthallen angekommen war. Verwunderlich war das nicht. Die Zuschauerschaft erweckte jedoch zunächst mehr den Eindruck eines Boyband-Konzertes als den eines Punk-/Indierock-Konzertes, das ich eigentlich zu besuchen hoffte.

Um 20 Uhr, als die Vorband My Glorious die Bühne betrat, war der Skaters Palace bereits gut gefüllt. Ein Begriff waren My Glorious wohl kaum jemandem. Dennoch konnte sich ihr Auftritt an diesem Abend sehen lassen. Angenehmer Indierock mit schwungvollen Refrains luden das erste Mal zum Mitklatschen ein. Erwähnenswert ist zudem die Schlagzeugkombo, welche die drei Wiener präsentierten. Insgesamt gelang es My Glorious den Saal schonmal recht gut in Stimmung zu versetzen und insgesamt ein positives Bild zu hinterlassen.

Gespannt wartete im Anschluss nun das Publikum im nahezu ausverkauften Skaters Palace auf den Auftritt von Jupiter Jones. Die lobenden Kritiken, die die Tour zuvor erhalten hatte, schraubten die Erwartungen zusätzlich in die Höhe. Für Sänger Nicholas war der Auftritt zudem ein „Heimspiel“, denn er lebt (wenn er nicht gerade auf Tour ist) in Münster.

Nach etwas Umbauzeit wurden dann gegen 21 Uhr schließlich die Musiker von Jupiter Jones in Begleitung von Gastmusiker Tobi Schmitz am Keyboard mit tobendem Applaus (und etwas Gekreische) begrüßt. Jupiter Jones eröffneten ihren Auftritt mit dem Song Alter Mann, wo willst Du hin?. In den Monaten vor der Tour war der Song Ansage oft der Opener gewesen. Direkt machten Jupiter Jones klar, dass dies kein allzu ruhiger Abend sein würde, als die Band beim ersten Song zum Mitklatschen appellierte. Die Setliste signalisierte dies ebenfalls. Es folgten nämlich lautere, druckvollere Songs wie Sonne? Scheint!, Wir sind ja schließlich nicht Metallica, Er lässt doch immer alles fallen oder auch Das Jahr in dem ich schlief. Die Band legte schon hier ein geraumes Tempo vor. Dazu kamen einige Lieder, die in den letzten Monaten sonst sehr wenig zu hören waren, wie beispielsweise Alleiner, Was anders war oder Und dann warten.

In der Folge präsentierte sich das Publikum als ziemlich textsicher. Bei den Songs wurde lauthals mitgesungen und mitgeklatscht, zu mehr Bewegung ließ sich die Menge dann jedoch nicht verleiten – ein kleines Wölkchen im vorderen Bereich ausgenommen. Die Stimmung war (auch aufgrund der gespielten Songs) gut. Das reichte jedoch Sänger Nicholas Müller nicht, so dass er betonte, dass Jupiter Jones nicht nur stille Musik, sondern auch „Tanzmusik“ spielen würden. Kurz darauf änderte er zudem eine Textzeile des Songs Kopf Hoch und Arsch in den Sattel von „Fang´ an dich zu bewegen“ in „fangt an euch zu bewegen“ um. Die Menge sollte noch aktiver werden. Für ein paar Minuten schaukelte und hüpfte das Publikum dann auch ein wenig. Doch dies hielt nicht lange an…die Beteiligung beschränkte sich danach wieder auf Mitklatschen und Mitsingen.

Die Musiker auf der Bühne hielten das Niveau allerdings und gaben noch einige viel umjubelte Stücke zum Besten. Zu nennen sind hier unter Anderem Berlin, Hier oben (..Jupp), Stück vom Weg und natürlich auch Still – immer begleitet von etwas Humor in den Ansagen. So steigerte sich gerade gegen Ende die Stimmung auch noch ein wenig, und nachdem die Musiker ihren letzten Song Hier oben (…Jupp) gespielt hatten, wurden sie lautstark zurückgefordert.

Bis dahin hatten Jupiter Jones, die ursprünglich aus der Eifel stammen, bereits über 90 Minuten gespielt. Dennoch legten sie zur Freude der Zuschauer mit Ansage, Hey, Menetekel! und Eine Landjugend noch drei Zugaben oben drauf. Gefreut hätte mich dennoch, wenn Jupiter Jones auch mal wieder den Exoten War Nichts präsentiert hätten.

Am Ende war es ein mehr als nur vernünftiges Konzert mit einer klasse Liveband und einem ordentlichen, aber dennoch steigerungsfähigen Publikum. Zurück bleibt, trotz allem, eine heisere Stimme und die Erkenntnis, dass Jupiter Jones das Eintrittsgeld in jedem Falle Wert sind.