Frank Turner ist zur Zeit mal wieder auf Europa-Tour. Die Clubs und Hallen die er mit seiner Band, den Sleeping Souls, bespielt, werden immer größer und die Shows werden immer imposanter. Das Crossing Border Festival in Antwerpen lud ihn nun ein, um auch dort sein Können zu beweisen.

Das Crossing Border Festival ist kein einfaches Musikfestival. Viel mehr ist es die Symbiose aus Literaturvorlesungen und exklusiven Konzerten im besonderen Rahmen. Über mehrere Locations in Antwerpen verteilt, bietet sich dem Besucher eine große Vielfalt an Vorlesungen, Interviews und Musikdarbietungen.

Eine dieser Musikdarbietungen war Frank Turner and The Sleeping Souls. Im größten Saal des Festivals, einem imposanten, sehr eleganten und schönen Theater, konnte man entspannt auf das Konzert warten. Das gesamte Saal war in ein kühles Blau getaucht und aus den Boxen schallte unterschwellig sanfte, ruhige Musik. Wer den ganzen Tag mit Sightseeing in Antwerpen verbracht hatte, dem war es nicht zu verübeln in diesem Ambiente auch mal kurz wegzunicken. Der Raum füllte sich kurz vor dem Konzert immer mehr und mit jedem Besucher, der das Theater betrat, wurde einem immer mehr klar, dass es heute neben den Sitzplätzen, auch von den Zuschauern kein normales Konzert würde. Von 7 bis 70 war jedes Alter zu entdecken. Der Punkrocker saß neben dem Literaturprofessor, Großmütter machten es sich mit ihren Enkeln bequem und die Hipster gesellten sich zu den Normalos.

Pünktlich begann das Konzert mit dem Standard-Opener „Eulogy“. Doch spätestens beim zweiten Song, bei dem Turner normalerweise auf die Tube drückte wurde klar, dass die Setlist auch dem Publikum angepasst wurde. Das hielt jedoch die Fans nicht davon ab, sich von ihren Sitzen zu erheben und zwischen den samtroten Sesseln umher zu tanzen. Kurze Zeit später rissen diese den ganzen Saal mit und das komplette Publikum stand. Sehr zur Freude von Frank Turner. „Ich dachte schon uns kennt hier niemand, jetzt bin ich ganz schön erleichtert!“, sagte er mit einem Grinsen in der ersten Ansage des Abends und ging zum nächsten Song über. Es gab die üblichen Parts zum Mitsingen, mitklatschen und feiern und auch so mancher Anzugträger sprang über seinen Schatten und ging aus sich raus. Auch die Band kam immer mehr in Fahrt und haute kurz vor dem Ende noch den Klassiker „Long Live The Queen“ in der schnellen Punkrock-Version raus. Mit „Photosynthesis“ verabschiedete man sich von seinem Publikum.

Arm in Arm, zumindest im Geiste, verließen Punkrocker und Literaturprofessor den Saal und auch beide wurden am Merchandise-Stand beim Kaufen gesichtet. Wieder einmal das perfekte Beispiel von Menschenverbindung durch Musik.

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