Wer heute Morgen nicht auf der richtigen Radiofrequenz unterwegs war, darf sich erst jetzt über die ersten sieben Bestätigung beim Sputnik Springbreak freuen. Neben Deichkind, Digitalism und Marteria spült die erste Welle Lexy & K-Paul. Fritz Kalkbrenner, Turntablerocker und Anthony Rother ins Programm.

Karten für den Spring Break kosten 79 Euro. Im Rahmen der 5+1 Aktion bekommt man 6 Karten für 395 Euro, umgerechnet also rund 66 Euro pro Nase.

Das Festival über seine erste Bestückung:

Achtung! Das ist ein „Befehl von ganz unten“. Absender: Deichkind, die ihr neues, im Februar 2012 erscheinendes Album genau so genannt haben. Das heißt: beim Sputnik Spring Break werden die Hau-Drauf-Elektroniker ihre neuen Tracks zum ersten Mal live spielen, inklusive Müllsackkostümen, Schlauchboot-Crowdsurfing und all den anderen Sachen, die zu einer ordentlichen Deichkind-Show gehören. Wir wissen, wovon wir sprechen, haben die Jungs doch schon 2008 die Hauptbühne sowie tausende Fans davor wackeln und tanzen lassen. Vielleicht wird es Pfingsten 2012 sogar kuschlig. Denn auf „Befehl von ganz unten“ gibt es auch eine Elektroballade – mit dem Deichkind-typischen Gaga-Titel „Herz aus Mett“.

Manchmal gibt es sie doch noch: Sätze in sonst eigentlich öden Künstlerpresseinfos, die einem das Herz hüpfen lassen. „Wenn Franz Ferdinand Rockmusik machen, die das Publikum zum Tanzen animiert, dann machen Digitalism Tanzmusik, die die Leute rocken lässt“, ist so einer. Und er könnte wahrer nicht sein, gelten die beiden Hamburger doch als Könige des Indie-Remixes. Doch auch ihre eigenen Tracks fühlen sich an wie Düsenjäger im Kinderzimmer. Wenn also Liebesschmerz das Herz drückt oder eine plötzliche Senkung von Papas Taschengeld, wird es Zeit, sich den Kopf mal wieder ordentlich von Digitalisms Bastard aus Garage, Electroclash, Madchester und House durchpusten zu lassen. Wir garantieren: Danach fängt ein neues, losgelöstes Leben an.

Noch ein guter Bekannter! 2012 aber mit eigener Show, nachdem er im letzten Jahr noch als Verstärkung mit Lexy & K-Paul auf der Mainstage stand. Seit seinem Album „Zum Glück in die Zukunft“ und Hits wie „Marteria Girl“, „Verstrahlt“ und „Sekundenschlaf“ gehört der gebürtige Rostocker Marteria zur ersten Riege des deutschen Hiphop. Anfang 2012 lässt er aber erstmal wieder sein Alter Ego Marsimoto aus dem Käfig. Das entstand bei experimentieren im Studio und glänzt vor allem durch seine hochgepitchte Stimme. Sein neues Album wird „Grüner Samt“ heißen. Mehr als 100.000 Facebook-Fans können nicht irren.

„Ehrlich gesagt, haben wir uns verschrieben“, erzählt Lexy. „Eigentlich sollte das Album ‚Psychologen‘ heißen. Aber beim Grafiker ist etwas schief gelaufen.“ Man muss die Geschichte nicht glauben. Am Ende aber heißt das neue Album des leicht durchgedrehten Berliner Duos eben „Psycho“ und hat alles dabei, was man von einem Lexy & K-Paul-Album erwartet: subtile bis offensichtliche Beats, instrumentale und gesungene Melodien, die ins Ohr gehen, und natürlich Gastsänger. Denn wie sagen die beiden so gern: „Wir können alles – außer singen“. Für „Psycho“ haben sich unter anderem Princess Superstar und Jake The Rapper aus Amerika und Marteria in die Anstalt einliefern lassen.

Musikjournalist, Gastsänger, kleiner Bruder, Elektroplatte des Jahres – so ähnlich lässt sich die Karriere von Fritz Kalkbrenner bis dato wohl umreißen. Eigentlich als Hiphop-Fan groß geworden, wurde Fritz Ende der Neunziger durch exzessive Clubbing-Nächte zum Techno bekehrt. Es folgten erste eigene Tracks auf dem alten Equipment des großen Bruders Paul, Vocal-Beiträge auf Veröffentlichungen von Alexander Kowalski oder Sascha Funke und 2008 schließlich die gemeinsame Underground-Hymne „Sky And Sand“ für den Spielfilm „Berlin Calling“ zusammen mit Paul Kalkbrenner. 2010 erschien dann „Here Today Gone Tomorrow“, das von warmem, funkigem Techno nur so strotzte und Fritz‘ unverkennbar soulige Stimme auf Albumlänge in kollektive Ohren schubste.

Über die Stuttgarter Turntablerocker Michi Beck (der von den Fanta 4) und Thomilla muss man keine allzu großen Worte mehr verlieren. Die beiden stehen jetzt seit fast 15 Jahren gemeinsam hinter den Plattenspielern und hatten mit „No Melody“ einen Hit, auf den selbst internationale Acts wie Fatboy Slim neidisch gewesen sein dürften. Die Rocker vermengen bei ihren Sets verstrahlten House mit East-Cost-Hiphop, Soul und R&B und drücken dem Resultat ihren ganz persönlichen Electronic-Wildstyle-Stempel auf. Den tragen auch ihre gefragten Remixarbeiten für Aura Dione, Scooter oder Gwen Stefanie. Unsere Tanzbeine schicken wir nach dem Auftritt der beiden jedenfalls erstmal auf eine ausgedehnte Kur.

Beeinflusst von Kraftwerk, als Produzent tätig für Sven Väth und Hell. Anthony Rother ist nicht unbedingt der erste Name, der einem zum Thema „Elektronische Musik aus Deutschland“ in den Kopf kommt, aber er ist ein sehr, sehr wichtiger. Sich wiederholende Maschinenbeats, Vocoderstimmen und Science-Fiction-Texte – das in etwa sind die Koordinaten der Musik des Offenbachers. Zuletzt waren diese auf seinem 2004er Album „Popkiller“ zu hören, seit damals hat sich Rother zu einem der besten elektronischen Liveacts weiter entwickelt. Was wir euch gern beweisen wollen – auf dem SPUTNIK SPRING BREAK 2012.

2 KOMMENTARE

  1. Dieser Spring Break macht dem Original aus den USA echt Konkurenz! Ich war letztes Jahr dort und es geht wirklich einfach nur ums hemmungslose feiern! Ich fahre dieses Jahr sicher wieder hin und kann es jedem partywilligen nur empfehlen!

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