Bevor die närrische Zeit ihren Höhepunkt erreicht und mit dem Southside der „grosse Bruder“ des Mini Rock das Wort ergreift, sichert sich das in Horb angesiedelte Festival die Aufmerksamkeit des Südens. 6 Neuzugänge aus verschiedensten Musikgenres kann man 171 Tage vor dem Startschuss vermelden: Neben Itchy Poopzkid und Jamaram darf man sich am 5. und 6.August auch auf Kellermensch, Rockstah, De Staat und DJ Craft aus dem K.I.Z.-Lager freuen.

Gut für alle, die noch mit einem Ticketkauf liebäugeln: Noch immer verharrt das Mini Rock in der Frühbucherphase. Will heissen: Ab 38 Euro kann man dabei sein. Mit allen Campingfreuden legt man 48 Euro für die beiden Tage auf den Tisch.

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Und das hat das Festival zu seinen Neuen zu sagen:

Bilder: Promofotos via Mini-Rock Festival

Itchy Poopzkid, die ihren Bandnamen selber übrigens auch als beschissen bezeichen, rocken sich seit 2000 mit bisher insgesamt über 600 Konzerten durch Staaten wie Deutschland, Österreich, der Schweiz, England, Irland oder Schweden 2006 schon mal mit einem Zwischenstopp auf dem Mini-Rock-Festival und hinterlassen dabei überall zufriedene Gesichter auf nassgeschwitzten Körpern mit frischen blauen Flecken.

2000 als Coverband gegründet, wurden schon 2001 die ersten eigenen Songs geschrieben und auch sofort live unter Beweis gestellt. 2002 kam dann die erste Demo-EP „Two Thumbs Down“ begleitet von über 50 Auftritten in Clubs und auf Festivals, direkt gefolgt von der ersten eigenen Deutschlandtour 2003. Das Debütalbum „Heart to Believe“ erscheint 2005 und führt zu einer Support-Tour für die Emil Bulls und zu einer Aufzeichnung für den WDR Rockpalast in Köln. Die beiden folgenden Albem „Time to Ignite“ und „Dead Serious“ steigen direkt in die Charts ein und bescheren der Band noch mehr Festivalauftritte und große Hits wie „Silence Is Killing Me“ oder „The Lottery“ (Platz 1 der MTV Rockzone Charts).
2011 erschien das bislang letzte Album „Lights Out London“ inkl. der Weltmeeresrettungshymne „Why Still Bother“. Die drei Jungs aus dem beschaulichen Eislingen an der Fils haben aber im Januar 2012 angekündigt schon die ersten Noten für neue Songs zu würfeln, die dann zusammen irgendwann eines der besten Alben seit irgendwas von Led Zeppelin ergeben werden! Da können wir gespannt sein, was sie uns alles diesen Sommer auf dem Mini-Rock-Festival 2012 präsentieren werden!

Jamaram-Konzerte sind schweißtreibende Angelegenheiten. Ihr unvergleichlicher Stilmix aus allem, was groovt und nach vorne geht, versetzte seit mehr als zehn Jahren unzählige Festival- und Konzertbesucher bei insgesamt mehr als 1.000 Liveshows in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt in Ekstase.
Reggae ist der Grundkanon, auf dem die acht Musiker seit jeher ihren Sound aufbauen, den sie jedoch stets mit zahlreichen weiteren Einflüssen anreichern, wie etwa der starke afrikanische Einschlag auf dem Album „Jameleon“. Wenigen Bands gelingt es, eine solche stilistische Bandbreite zu einem homogenen Klangbild zu formen. Mit dem neuesten Album „Jamarm In Dub“ gehen sie nun jedoch noch einen Schritt weiter, indem sie den Jamaram-Sound in einem einheitlichen Dub-Gewand präsentieren.
Neben den Grundzutaten Reggae, Ragga & Dancehall gibts noch ne geballte Ladung Balkan Beats, HipHop, Socca, Afro und Latin Styles on top und fertig ist der Cocktail, der Fans und Band besoffen vor Glück macht und für die gewohnte feucht-fröhliche Eskalation vor der Bühne sorgt.

Kellermensch haben sich seit dem Release ihres selbstbetitelten Debütalbums im Jahre 2009 zu einer der spannendsten Rockbands Europas entwickelt. Nach gefeierten Auftritten auf Festivals wie dem legendären Roskilde wählte der BBC-DJ Daniel P. Carter ihren Song „Moribund Town“ unter seine Top-3 des Jahres 2009.
Ihre Songs zeichnen sich aus durch die außergewöhnliche Verbindung von roher Aggression und trauriger Melancholie. Raue, simple Rockinstrumentierung verbinden sich mit den Klängen von Instrumenten wie einem Klavier, einem Kontrabass oder gar Violinen zu großartigen Melodien und unverwechselbaren Stimmungen. Kellermensch begeistern auf ihrem Debütalbum mit ihren originellen Anleihen an eine lange Songwritertradition mit Legenden wie Tom Waits (den sie auch mit „Dirt In The Ground“ covern) oder Nick Cave, erinnert sich gleichzeitig aber auch an drückende, progressive Künstler wie Neurosis oder Tool.
Kellermensch ziehen einen großen Teil ihrer Inspiration aus der Literatur. So beruht ihr Bandname auf dem 1864 erschienenen Roman „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ des russischen Autors Fjodor Dostojewski. Dostojewskis oftmals raue und traurige Erzählungen von alltäglichen frustrierenden und verwirrenden Lebenssituationen formen die lyrischen Rahmen von Kellermensch. Gleich wie der Protagonist des Romans von Dostojewski, der sich hin- und hergerissen zwischen der Annahme gesellschaftlicher Konventionen und deren Ablehnung zeigt, vermischen auch die Songs von Kellermensch „gewöhnliche“ Musik mit verzerrten Schlagzeugtönen, lärmenden Gitarren, bedrohlichen Streichern und rauem Knurren.
Kellermensch zeigen mit ihrem Debütalbum, dass Rockmusik durchaus kunstvoll sein kann zumindest wenn es mit so waghalsiger, leidenschaftlicher und intimer Hingabe dargeboten wird wie bei dieser außergewöhnlichen Band.

Drogendealen, Gangfehden und Messerstechereien kennt Rockstah aka Max Nachtsheim aus Rodgau bei Frankfurt am Main nur aus Erzählungen oder eben als selbsternannter „König der Nerds“ aus den unzähligen Videospielen, mit denen er sich die Zeit vertreibt. Er ist faul, mag Videospiele mehr als Frauen, hat ein Lichtschwert, ernährt sich nur von schlechtem Fast-Food und zu allem Unnütz fallen ihm auch noch die Haare aus. Das Einzige, was ihn mit seiner Umwelt verbindet, ist die Sitzkuhle in seiner Couch. Ansonsten ist er für nicht viel zu gebrauchen. Selbst um sich einen passenderen Namen zu suchen, ist er zu faul. So ist er alles andere als ein wildtrinkender, Gitarren-zerschlagender, Kokslines-wegziehender Weiberheld wie sein Künstlername vermuten lässt.
Das Besondere daran ist wohl, dass ihn ausgerechnet diese Einfachheit zu einem nicht ganz uninteressanten „Newcomer-Act der Deutschrapszene“ macht. Die Mixery Raw Deluxe ernannte ihn bereits 2010 zum „Newcomer des Rapjahres 2010“, die Intro setzte ihn Ende 2011 auf die Liste der „Neuen Bands für 2012“.
Nach mehreren Demos und Mixtapes (alle kostenlos zum runterladen auf seiner Website: „Das Revival der Steckdosenbefruchter“ (2007), „Glamrockrapper“ (2008) sowie „Glamrockrapper 2 – The Add On“ (2010) erschien 2010 das Debütalbum „Nerdrevolution“ inkl. der gefeierten Single „Sturmfrei“, welches nach nur kurzer Zeit ausverkauft war und von dem 2012 extra eine neue Auflage gepresst werden musste.

De Staat – ursprünglich als Studienabschlussarbeit im Rahmen eines Ein-Mann-Projekts gegründet- pendeln mit ihrem Sound irgendwo zwischen den Eagles Of Death Metal, The Hives und den Queens of thew Stone Age und das verdammt gut!
Das erste, 2009 veröffentlichte Album „Wait for Evolution“ räumte in den Niederlanden einige Preise als bestes Album 2009 ab, der Sänger Torre Florim gewann zudem einen Award als bester Sänger und verschaffte ihnen 2010, ein Jahr nach der „zweiten“ Gründung als vollständige Band, umjubelte Auftritte auf Festivals wie Sziget oder Pinkpop. Ihren internationalen Plattenvertrag verschaffte ihnen Chris Goss (Masters of Reality, Queens of the Stone Age), nachdem er sie live auf dem Lowlands Festival gesehen hatte. 2010 erschien ihr Debütalbum somitauch außerhalb der Niederlande und verschaffte De Staat weitere Auftritte auf dem Glastonbury, Eurosonic, Iceland Airwaves oder SXSW.
Das zweite Album „Machinery“ wurde von laut.de mit den Worten abgedreht, nach vorne drückend, krachledernd, falsettverliebt, voller Wüstensand und dabei noch funky auf Platz 4 der besten Alben 2011 gewählt.

DJ Craft wurde 1985 in Berlin geboren, begann 1998 mit dem DJ-ing, gründete dann 2000 zusammen mit Maxim, Tarek und Nico die Hip-Hop-Gruppe K.I.Z., die schon 2009 das beschauliche Mini-Rock-Festival in Schutt und Asche legte. Zeitgleich mit der Gründung von K.I.Z. bildete sich die Jazz/Hip-Hop-Gruppe S.E.K. (Subground Entertainment Kombinat), in der er auch als DJ fungierte.
Im Jahr 2003 wurde die Klezmer-Punk-Hip-Hop-Band Rotfront auf ihn aufmerksam und engagierte ihn als Turntablelist. Seit dem Sommer 2010 arbeitet DJ Craft auch intensiv mit den Drunken Masters zusammen, mit denen K.I.Z. schon vorher auf Tour war.
Bei seinen Gigs spielt er eine Kombination aus Funk, Hip-Hop, Drum’n’Bass, Dubstep und Dancehall. Aber auch andere Stile wie Soca, Klezmer, Samba oder Banghra fließen in seine Sets mit ein.