Gastautorin Kim hat unsere Freunde vom Antattack Festival vor Ort besucht. Mitgebracht hat sie Eindrücke eines abwechslungsreichen Abends.

„Saarland asozial, schalalalala.“ Diese Rufe sollte man an jenem Samstag Abend im Lokschuppen in Dillingen noch öfter hören, denn Die Kassierer waren beim 3. Antattack Festival zu Gast, aber auch: Emil Bulls, Turbostaat, Dritte Wahl, Grossstadtgeflüster, Rantanplan, Not Available, Nothington, The Satellite Year, Project 54 und Mambo Kurt.

Im Gegensatz zum letzten Jahr (mit z.B. Trapped Under Ice und Madball) wurde nun also eher in Richtung (Deutsch-) Punk tendiert.
Als man auf den Parkplatz fuhr wusste man direkt: Ja, hier bin ich richtig. Die meisten Personen konnte man als Kassierer Fans erkennen, der Rest schien für Turbostaat oder die Emil Bulls angereist zu sein. Die Frage drängte sich auf: Was machen eigentlich Großstadtgeflüster hier? Irgendwie passten diese nicht so richtig ins Line-Up.

Leider muss ich sagen, dass wir es auch erst zu Großstadtgeflüster in die Halle schafften. Rantanplan und Nothington verpasst. Ärgerlich. Zumal es hiess, Rantanplan hätten wirklich eine gute Show geliefert.

Bei Großstadtgeflüster hatte ich da aber so meine Zweifel. Vor der Bühne stand zwar Publikum, aber viel Bewegung war da nicht drin. Die meisten hielten sich im Außenbereich, der vermutlich den Rauchern am besten gefiel, auf und strömten erst zur nächsten Band Dritte Wahl in die Halle.

Laut und warm wurde es und dies sollte sich dann noch mal beim Auftritt der mächtigen Kassierer steigern. So voll wie bei deren Auftritt war die Halle den ganzen Abend nichtmehr. Nach einem Intro kamen die Herren auf die Bühne und Wölfi zog zuerst mal sein Shirt aus, begleitet von „Saarland Asozial“-Rufen.  Auf „Saufen,saufen,saufen“ folgten natürlich alle Hits wie etwa „Blumenkohl am Pillemann“, „Das Schlimmste“, usw. Das allerdings mit Ekel-Sparprogramm, denn Wölfi zog sich nur einmal zu „Mein schöner Hodensack“ die Hose aus. Böse war ich persönlich ja nicht deshalb, sondern eher froh, dass mir schlimmeres erspart blieb.

Bei Turbostaat sah das ganze dann anders aus. Die Halle präsentierte sich wieder etwas leerer, weil sich das Kassierer-Publikum fast gänzlich verabschiedet hatte. Schön wars trotzdem und nach der Ansage  von Sänger Jan: „War schon mal jemand von euch in Husum? Wahrscheinlich ist es genauso scheiße wie Dillingen.“ fand ich es noch besser. Ob beide Städte wirklich so schlimm sind, bleibt allerdings fraglich.
Dann noch Emil Bulls. Mich konnten sie noch nie wirklich überzeugen, aber das anwesende Publikum doch sehr. Es fanden sich mehr Zuschauer als bei Turbostaat vor der Bühne ein und feierten die letzte Band des Abends, bevor dann die Aftershow Party mit Mambo Kurt begann.

Spaß hatte man auf jeden Fall. Allerdings gab es etwas, das mich störte: Einwegbecher wurden ohne Pfand ausgeben. Natürlich ließ diese jeder einfach fallen als sie leer waren. Um dem Chaos Herr zu werden sollte man ein Softgetränk für 15 eingesammelte Becher erhalten. Bei dem vorhanden Publikum war das vielleicht nicht die beste Entscheidung, die Motivation dementsprechend gering.
Zusammenfassend bleibt ein spaßiger Abend mit guten Bands, nackten Bierbäuchen und viel Bechermüll in Erinnerung. Saarland asozial eben.