Es sollte die Sensation des Jahres werden. Black Sabbath wollte Europa mit Livedates überziehen. Nach riesigem TamTam am 11.11.11 begann Anfang des Jahres das Konstrukt langsam zu bröckeln. Bei Tony Iommi wurde Krebs diagnostiziert, man strich die Anzahl der Konzerte zusammen. 3 sollten schliesslich noch in der Originalbesetzung stattfinden. Darunter die Festivalshow beim Download. Seit gestern ist nun auch das hinfällig.

Der unterschwellige Konflikt mit Drummer Bill Ward erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt. Auf seiner Homepage kündigt er an bei keiner der verbliebenen Stationen am 19.Mai in Birmingham, im Juni beim Download und Lollapalooza im August mitmischen zu wollen. Man habe schlicht keine „Übereinkunft“ erreichen können. Er hätte sehr gerne an der Seite der ehemaligen Freunde agiert und das Herz blute ihm nach dieser Entscheidung, aber die vorgelegten Verträge seien schlichtweg inakzeptabel.
Schon im Februar hatte Ward sich öffentlich darüber beklagt, sein Wirken würde mit dem finanziellen Angebot seiner Kollegen nicht angemessen gewürdigt. Ohne Nachbesserung würde er wohl vom Reunionszug abspringen und die Konzerte aussitzen.

Ward spricht offen über die Details hinter den Kulissen. Die lassen einen wirklich sprachlos zurück.

Laut seinem Statement wäre er bei der Download Show für etwa 3 Lieder hinter den Drums vorgesehen gewesen – ehe er durch einen anderen abgelöst worden wäre. Darauf wollte er sich verständlicherweise nicht einlassen.
Interne Kommunikation scheint auch nicht gerade eine Stärke von Black Sabbath heutzutage: Auf die Birmingham Show sei er durch einen Internetbanner aufmerksam geworden – nicht etwa durch seine Bandkollegen. Es wirft die Frage auf: Kann so eine Band wirklich überzeugend gemeinsam auftreten?

Anfang Mai habe er ein letztes Angebot erhalten: Die Repräsentanten von Black Sabbath schlugen ihm vor, den Birmingham-Gig kostenlos zu absolvieren um zu sehen „wie es so liefe“. Letztere Einschränkung war ihm zu vage. Ward wollte sicher sein, alle 3 Shows absolvieren zu können. Schliesslich zog er -zumindest vorläufig- einen Schlusstrich und vermeldet seinen Ausstieg aus der Reunion. Für Nachverhandlungen stünde er bereit.

Ich sage: Kindergarten.
Echte Fans wünschen sich seit Jahren eine Reunion herbei. Liest man von diesen Nicklichkeiten innerhalb der Band muss man sich fragen ob es Black Sabbath wirklich darum geht diesen Die-Hard-Anhängern nochmal eine gute Show zu liefern. Es drängt sich dem Aussenstehenden der Verdacht auf, dass finanziellen Interessen das einzige Zugpferd der „Reunion“ sind.