3,4 Millionen sahen am vergangenen Wochenende die Live-Übertragung von Rock am Ring in Internet und Fernsehen. Bei den Toten Hosen kam Einsplus gar auf einen Marktanteil von 7%, Konzerte von Metallica, Billy Talent und Deichkind zählten ebenso zu den Zugpferden. Hinter den Livestreams stecken monatelange Vorbereitungen. Beim SWR geht es in diesem Jahr mit dem Southside Festival weiter.

Dort ist das Team “ein wenig kleiner”, erklärt SWR-Distributionsmanager Guido Bülow gegenüber Festivalisten. “Qualitativ” werde man am Livestream aber keine Unterschiede merken. Berichte und Livestream gibt es alle drei Tage unter dasding.de/livestream sowie bei EinsPlus.

Generell sind die Livestreams mit einem großen Aufwand verbunden: Die Verhandlungen bezüglich Streamingrechten sind oftmals nicht einfach. Bülow kommentiert: “Unsere Kollegen schauen schon Monate im voraus, dass wir die Senderechte von den Künstlern bekommen”. Schließlich sei der beste Livestream ohne entsprechende Senderechte “nichts wert”.

Der Rock am Ring Livestream

Manchmal klappt es trotz aller Verhandlungen nicht, eine Einigung zu erzielen. Bei Rock am Ring etwa gab es von Linkin Park nur eine Einwilligung für wenige Songs. Woran das im einzelnen Fall läge, sei schwer festzumachen. Bülow vermutet “wirtschaftliche Interessen” als Ursache: “Manchmal steht ein neues Album vor der Tür und man möchte so verhindern, dass die neuen Songs bereits im Netz kursieren – ein Punkt den ich natürlich nachvollziehen könnte”.

Andere Bands zeigten sich kooperativer: So waren sowohl bei Metallica als auch Billy Talent infolge von Anfragen der Bandmanagements Streams auf den Webseiten der Künstler eingebunden – mit der Konsequenz, dass Fans aus 123 Ländern das Programm verfolgten.

Entsprechend zufrieden zeigt sich Marek Lieberberg von der Kooperation: “Was für ein Medienereignis! Mit 86.500 Besuchern sind wir eines der größten Rock-Festivals in Europa. Der SWR hat unsere Reichweite noch einmal unglaublich gesteigert! Das ist gigantisch!“ Das lässt auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr hoffen. Bestätigen will Guido Bülow das aber für den Moment nicht: “Das ist eine Entscheidung der Geschäftsleitung und Verantwortlichen von MLK, der ich nicht vorgreifen will”.