Das Southside Festival könnte weiter wachsen: Im Rahmen der Pressekonferenz auf dem Festival gab Dieter Bös vom Mitveranstalter KOKO an, dass ein Wachstum über die erreichten 55.000 Besucher hinaus vorstellbar sei. Die Erweiterung um 5.000 Gäste habe trotz logistischer Herausforderungen so gut funktioniert, dass er keine absolute Obergrenze setzen wolle, zumal der Andrang auf die Tickets groß sei.

Das Wachstumsprogramm vom Southside steht im Kontrast zu dem, was auf dem Take Off Park, dem Veranstaltungsort, passiert: Die Bebauung nimmt zu, das konnten die meisten Besucher alleine an der riesigen Baustelle mitten auf dem Campinggelände erkennen. Eine Verlagerung der Campingplätze auf entferntere Gebiete war schon in vergangenen Jahren immer wieder eine laut ausgesprochene Option.

Die gute Zusammenarbeit mit den lokalen Landwirten habe diesen Schritt aber zumindest 2012 verhindert: Kurzfristig angemietete Flächen im Ostbereich des Geländes blieben am Ende zwar leer, waren aber Grundlage für die Genehmigung für Erweiterung. Langfristig ließe sich Platz durch mehr Bahnanreiser einsparen.

Der Festivalleiter von FKP Scorpio, Andreas Sengebusch, geht von einer Verdopplung der Bahnanreisenden durch die Gratis-Zugfahrt aus. Mit 12.000 bis 15.000 Festivalisten, die das Angebot nutzen, sind wir hier allerdings noch weit weg von einer 50% Quote, wie sie es auf anderen FKP Scorpio Festivals (Chiemsee Reggae Summer) gibt. FKP Scorpio will die Kooperation mit der deutschen Bahn fortsetzen, eine definitive Zusage gab es indes nicht.

Andreas Sengebusch betonte zugleich die Bemühungen, das Festival zum Gesamterlebnis auszubauen: Man habe im Zuge dessen Fahnen an Zeltbühnen angebracht, Walking Acts über das Gelände geschickt und den Eingang mit „Southside“-Lettern versehen. Das Ziel: eine Verbesserung des Ambientes. Genauso positiv bewertete Sengebusch das neu eingeführte Lotsenprojekt, das in vielen Bereichen (etwa bei den Wartezeiten aufs Band) Besserung gebracht habe.

Ein positives Fazit kam – erwartungsgemäß – auch von den anderen Anwesenden: Die Polizei zeigte sich überrascht von der entspannten Verkehrsituation, die Sanitäter freuten sich über „spannendere“, hitzebedingte Versorgungen und Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald betonte den Imagegewinn für Neuhausen Ob Eck durch das Festival.