rock-im-park2008_wildentenGute Nachrichten für die Anwohner und die Natur, schlechte dagegen für die Besucher von Rock im Park 2009. Wie die Nürnberger Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, reagiert die Stadt Nürnberg mit der Ankündigung verschärfter Auflagen auf die andauernden Beschwerden und Klagen der Anwohner beim Verwaltungsgericht. Veranstalter ARGO/MLK soll zukünftig seine Grossveranstaltung Rock im Park besser auf das Umfeld abstimmen.

Im letzten Jahr campierten wir relativ entspannt auf dem Areal zwischen Dutzendteich und Colosseum, dem C6. Der Weg zur Freigabe des Campingareals war schon damals ein steiniger. Letztlich aber konnte man nur durch die Freigabe der Areale den Massen gerecht werden. Die dort lebenden Vögel wurden definitiv gestört. Laut Umweltschützern ist das aber nur ein Teil des Problems, die empfindlichen Schilfzonen in den Uferzonen würden jedes Jahr massiv in Mitleidenschaft gezogen, teilweise gar ganz zerstört. Diese Missstände sind es, die die Naturschützer schon länger auf die Barrikaden treiben. Jetzt scheint die Stadt ihnen genauso wie den Anliegen der Anwohner deutlich mehr Gewicht einzuräumen.

Auf Antrag der Stadtratsarbeitsgruppe „Die Bunten“ (FDP, FW und ÖDP) sowie der CSU legte die Stadtverwaltung im Rechts- und Wirtschaftsausschuss ein Konzept vor, das sich mit den Aspekten Naturschutz, Lärmsituation und Endreinigung des Geländes beschäftigt.

Uferflächen sollen wegfallen - dafür das Campingareal im Norden erweitert werden
Uferflächen sollen wegfallen - dafür das Campingareal im Norden erweitert werden

Am härtesten treffen dürfte den Veranstalter das vorgeschlagene Campingverbot im Namen des Naturschutzes in den Uferbereichen von Dutzenteich und Silbersee. Davon unmittelbar betroffen sind die Campingplätze C1 und C6, die direkt an den Seeufern liegen. Ob es rentabel ist diese Flächen überhaupt weiter zu nutzen ist fraglich und abhängig von der Breite der deklarierten Schutzzone. Mit Mehrkosten für Zäune und Aufsichtspersonal dürfte ARGO jedenfalls schonmal kalkulieren. C4 und C5 werden zumindest Teile ihrer Fläche verlieren und die Uferzugänge mit Bauzäunen ausstaffieren müssen.
Der Verlust oben angeführter Flächen soll mit Arealerweiterungen im Luitpoldhain aufgefangen werden. Für Camper eine wenig erstrebenswerte Alternative. Ein schnelles Wechseln zwischen den Bühnen und seinem Zelt ist dort nämlich ausgeschlossen.

Die Klagen der Anwohner richten sich in erster Linie gegen den kontinuierlich hohen Lärmpegel während des Wochenendes. Man möchte von behördlicher Seite her verstärkt auf die Einhaltung festgesetzter Lärmwerte achten und bestückt daher Hagendornstraße und Langwasser-Nord mit zwei durchgehend besetzten Messstationen. Auf den Bühnen soll um 1 Uhr schluss sein. Auch an Werbe- und Verkaufsständen sowie dem Campingplatz soll der Lärm ab diesem Zeitpunkt deutlich abnehmen. Lautsprecher und laute Musikaggregate sollen der Vergangenheit angehören.
Das Discozelt an der Grossen Strasse soll die Lautstärke seiner Anlage einschränken, darf aber freitags und samstags bis 5 Uhr, sonntags noch bis 2 Uhr geöffnet bleiben.

Auch im Rathaus ist man sich bewusst, dass grössere Müllaufkommen bei einem Event solcher Grösse nicht zu verhindern sind. 2009 soll aber der Veranstalter die kompletten Reinigungskosten tragen. Ausserdem soll die Endreinigung auf die Schultern mehrerer Unternehmen verteilt werden. Man verspricht sich davon eine schnellere Abwicklung.

Unweigerlich drängt sich angesichts der neuen Probleme für das Veranstalterduo ARGO und MLK die Frage nach der Zukunft von Rock im Park in Nürnberg auf. Ist man bereit die neuerlichen Auflagen und die damit verbundenen Mehrkosten zu akzeptieren? Wir fragen nach und werden sehen ob ARGO antwortet.

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