Es bleibt heiß in der ostwestfälischen Savanne. Tag zwei des Serengeti Festivals verspricht feinste Indie-Unterhaltung und ordentliches Punkrockgeballer.

>Rückblick auf den Freitag

Auch am zweiten Tag bleibt das Serengeti vom Regen verschont. Während andere Festivals der Republik im Matsch versinken, bietet das ostwestfälische Festivalgelände beste Vorraussetzungen für eine ordentliche Sause. Gut, ein bisschen wärmer könnte es sein, aber wir wollen bescheiden bleiben.

Los geht es für mich mit Against Me! Musikalische Perfektion, meine Lieben! Selten hört man so einen gut abgemischten Sound im Einklang mit einer Band wie ein Uhrwerk. Keine Verspieler, jeder Ton sitzt und auch die Songs passen. Da kann man über fehlende Ansagen mal hinwegsehen.

Das ziemliche Gegenteil fabrizieren hingegen ZSK. Verpatzte Einsätze, schlecht abgemischt, das ist ein Guantanamo für die Ohren, um mal im ZSK-typischen Politslang zu bleiben. Da tröstet auch die recht imposant aussehende Klorollen-Choreographie nicht drüber hinweg.

Die Zeltbühne platzt unterdessen aus allen Nähten. Auf dieser spielen nämlich We Butter The Bread With Butter. Heißt also, dass man sich die Umbaupause auf der Hauptbühne anders vertreiben muss. Essen ist da eine gute Methode. Festivaltypische Köstlichkeiten reihen sich in Form von Verkaufsständen aneinander und bieten für Festivalverhältinsse sogar relativ günstige Sattmacher an.

Nach der Stärkung ist alles bereit für feinsten Stadionrock aus dem Hause Madsen. Diese Band ist ein Phänomen. Für jeden Veranstalter eine sichere Bank. Egal ob Indie- oder Hardcoreausrichtung, Madsen sind wie Kartoffeln. Die gehen immer. Immer wieder bin ich überrascht wie textsicher ich doch bei dieser Band bin, war ich doch nie großer Fan. Aber Madsen gehen ins Bein und auf die Stimmbänder, da hüpft, singt und springt das ganze Gelände.

Genau gegenteilig gestaltet sich das Konzert von Young Rebel Set im Zelt. Die Zuschauer lauschen bedächtig den Klängen der britischen Band. Die aufsaugende Atmosphäre schaltet auch die letzten Störgeräusche rundum aus und ich bin vollkommen gefesselt von dieser Show. Diese Band hat heute mindestens einen neuen Fan gewonnen. Leider überbrücken Young Rebel Set nur die Umbaupause auf der Hauptbühne, sodass mehr als 45 Minuten nicht drin sind.

Hauptbühne, Zeit für den Headliner des Festivals. Erste Zeile, größte Schriftart, Maximo Park. Kraftklub legten am Vortag ordentlich vor und Maximo Park können da auch nicht ganz mithalten. Klar, Sänger Paul Smith ist eine Rampensau vor dem Herrn und die gesamte Band routiniert, jedoch fehlt vielen Zuschauern einfach der Zugang zur Musik. Da kann die Band auf der Bühne noch so ausrasten, das Publikum hätte sich wohl lieber eine Hardcoreband gewünscht. Macht der Band trotzdem nichts, die ziehen nämlich voll durch, verteilen die Hits über das gesamte Set und bieten einen kleinen Deutsch-Einsteigerkurs. Maximo Park ist nichts vorzuwerfen, die liefern eine Rockshow nach Maß ab, nur aufs Publikum will der Funke nicht überspringen. Schade eigentlich. So könnte das sowieso schon sehr gute Konzert noch einen Ticken besser werden.

In der Gesamtbewertung bleibt es ein weiterer schöner Tag auf dem Serengeti Festival. Hoffen wir mal auf weiterhin beständiges Wetter und freuen wir uns auf den Sonntag.