Wenn das mal nicht eine deftige Steigerung ist. Im Vergleich zu Endpreis der vergangene Ausgabe verteuern sich die ersten online verkauften Karten für das Melt! 2013 um schlappe 18 Prozent. 135,90 Euro werden abgerufen, wohlgemerkt für die selbstausdruckbaren Karten, nicht die Hardtickets. Und man fragt sich: Wieso eigentlich?

Nächsten Sommer ist kein Jubiläumsjahr, zugkräftige (und teure) Bands wurden noch nicht bestätigt und eine Abkehr vom bewährten Booking-Schema ist auch nicht unbedingt zu erwarten. Der neue Preis steht also erstmal ohne jede Erklärung oder Rechtfertigung da. Offiziell wurde er ja auch noch gar nicht kommuniziert.
Vielleicht ist einem einfach der Erfolg zu Kopf gestiegen – denn das Melt! war heuer 2 Monate vor dem Start ausverkauft. Später wurden zwar als Schlag gegen den Schwarzmarkt nochmals 200 Tickets nachgeschossen – aber die lassen wir mal dezent unter den Tisch fallen.

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Generell gilt in der Szene: Alles wird teurer. Egal ob Sicherheit, Booking oder Leih-Equipment. Wie lange aber machen die Besucher die Preissprünge mit ohne dass sie abwandern? Da ist das Melt! in einer beneidenswerten Situation. Das Festival befindet sich in einer kleinen Nische – und hat es sich dort ziemlich gemütlich gemacht. Direkte Konkurrenz muss man weder im Juli noch in der gesamten Saison fürchten. Mag bei der Entscheidung für die Preiserhöhung eine Rolle gespielt haben.

Während des Festivals konnte man vor Ort erste Tickets für den alten Preis von 115 Euro abgreifen. Online muss man jetzt allerdings 135,90 Euro abnicken – das ist Rock am Ring Niveau. Mit einem LineUp das in der Regel -sry- bei weitem nicht so wertig und teuer daherkommt wie das vom Ring oder auch vom Hurricane/Southside. Man bezahlt für das Melt!-Erlebnis, die Atmosphäre der Ferropolis, die Andersartigkeit. Oder eben auch nicht. Aktuell sind weder Tickets für Rock am Ring/Rock im Park noch Hurricane/Southside im Verkauf. Ein direkter Vergleich ist daher nicht möglich.

20 Euro mehr oder weniger macht den Braten nicht fett, höre ich einige sagen. Das Wochenende an sich kostet mich eh wesentlich mehr als das Ticket. Richtig, aber es bleibt zu befürchten, dass sich andere Veranstalter das Melt! zum Vorbild nehmen und die Preisschraube immer weiter angezogen wird. Und jedes Jahr 10-15% Ticketverteuerung killt meiner Meinung nach langsam aber sicher die Festivalszene. Eine gute Nachricht zum Schluss: Von FKP Scorpio erreichen uns Signale, dass keinerlei Preiserhöhungen in diesen Dimensionen angedacht sind. Auch für Ring und Park dürfen weitere 18% Aufschlag auf den Frühbuchertarif als unwahrscheinlich gelten.

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