Mit seinem ungewöhnlichen System der Ticketpersonalisierung hat das Wacken einige Fragen aufgeworfen. Im Gespräch mit Festivalisten erläutert Nick Hüper, Manager Online Kommunikation, die Ziele des neuen Systems und warum es sich beim Testballon letztlich um einen Kompromiss handelt. 

Am eigentlichen Bestellvorgang ändert sich nichts. Abgesehen vielleicht davon, dass nur noch 5 Karten pro Bestellung in den Warenkorb gelegt werden können.
Die Eintrittskarten kommen also zunächst unpersonalisiert beim Käufer an. Nach Erhalt müssen direkt die Namen der Besitzer auf den Tickets vermerkt werden. Kontrollieren kann das zunächst natürlich niemand. Allerdings schafft das Wacken durch diesen Schritt eine rechtliche Grundlage um gegen Wiederverkäufer und Verkaufsplattformen vorzugehen.

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Die Wacken-Tickets fürs kommende Jahr werden „personalisiert“. Allerdings empfinden wir das Verfahren als relativ stumpfes Schwert im Kampf gegenüber Schwarzhändlern und Abzockern? Was haltet ihr dagegen?
Was spricht dagegen sein Ticket unbeschriftet zu verhökern und den Käufer seinen Namen auf die Karte schreiben zu lassen?

Nick Hüper: Durch die Personalisierung können wir das Verhökern generell verbieten, egal ob auf dem Ticket bereits ein Name eingetragen ist oder nicht. Nur ein fairer, sicherer Weiterverkauf auf unserer eigenen Ticketbörse und die Bestellung und Weitergabe von max. 5 Tickets zum gleichen Preis im Bekanntenkreis ist erlaubt. Wer außerhalb der öffentlichen Marktplätze Tickets insbesondere zu überhöhten Preisen kauft, riskiert bereits gesperrte Tickets zu kaufen.

Bietet die neue Regelung einen rechtlichen Ansatzpunkt um gezielt gegen Verkäufer von Tickets ohne Namen z.B. bei eBay vorzugehen?
Oder hofft ihr darauf, dass die Plattform auf Grund der „Personalisierung“ einlenkt und generell das Anbieten von WackenTicktes unterbindet?

Wir können sowohl gegen den Weiterverkäufer, als auch gegen den Händler vorgehen. Daher gehen wir davon aus, dass Ebay ein eigenes Interesse hat den Handel mit Wacken Tickets zu unterbinden. Und auch gegen Ticketgroßhändler aus dem Ausland können wir rechtlich vorgehen. Natürlich werden wir die Bewegungen hier auch scannen, um im Zweifelsfall sofort rechtliche Schritte einzuleiten.

Was sprach dagegen die Karten schon vor dem Versand mit dem Namen des Käufers zu versehen und bei der Bestellung die Namen der Mitbesteller einzufordern bzw. für sie eine nachgeschaltete Online-Registrierung anzubieten, die Ticketnummer mit Halter verknüpft?

Für uns als Veranstalter des W:O:A steht immer die Community im Vordergrund. Wir müssen doch beobachten, was die Fans wollen. Darum haben wir im Mai dieses Jahres über die Homepage eine Umfrage zur Ticketpersonalisierung gestartet. Es ist der klare Tenor der Community, dass sie den Schwarzmarkthandel und die Bewegungen der Abzocker eingedämmt wissen möchten. Nichts desto trotz will auch ein nicht geringer Anteil der Fans das Ticket nicht mit seinen Daten verbunden wissen. Wir denken, dass wir über die gewählte Variante beiden Interessen so weit möglich entgegen gekommen sind. Jetzt wird es sich zeigen, wie dieser Weg funktioniert.

Nachdem Euch die 10.000 xMas-Tickets heute Nacht erneut binnen weniger Minuten aus den Händen gerissen wurden, startete heute der Verkauf zum Normalpreis. Gibt es auch auf die einen regelrechten Run? Für wann erwartet ihr heuer den Ausverkauf aller 85.000 Karten?

Vorab, es gibt für das W:O:A 2013 wie in den vergangenen Jahren auch 10.000 X-Mas Tickets und 65.000 „normale“ Tickets. Insgesamt also 75.000 Tickets. Der Ansturm auf die X-Mas Tickets in diesem Jahr war enorm. Wir hatten im Vergleich zum letzten Jahr nochmals eine deutliche Steigerung der Interessenten für ein X-Mas Ticket. Zu den Hochzeiten haben sich mehr als 8.000 Leute gleichzeitig auf der Seite bewegt. Wir haben unsere Serverkapazitäten im Vergleich zum Vorjahr noch einmal vervierfacht, aber wenn gleichzeitig versucht wird, mehr als die doppelte Anzahl an X-Mas Tickets zu bestellen, gehen manche Fans leider leer aus. Das „normale“ W:O:A Ticket ist jetzt im Vorverkauf. Prognosen wollen wir hier gar nicht machen – viel wichtiger ist, dass das Personalisierungskonzept so läuft wie erhofft und die Fans diejenigen sind, die die Tickets über www.metaltix.com beziehen und nicht irgendwelche Abzocker.