Der Samstag fängt so an wie der Freitag aufhörte. Mit unerträglicher Hitze. Das Münsterland scheint den Sahara-Sommer ausgerufen zu haben und sorgt für viele nasse T-Shirts.

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Average Engines in Action

Früh aufstehen ist angesagt, denn im Zelt spielen die Average Engines schon um 12:30Uhr zum Tanz auf. Gut, spätestens ab 8Uhr in der Früh lässt einen die sengende Sonne sowieso nicht mehr schlafen, also wird dieser Termin auch nicht so schnell verpasst. Von Song zu Song füllt sich das Zelt immer mehr. Die Band meistert sogar den Faktor Sound der im Zelt nicht immer unbedingt von Glasklarheit dominiert ist. Tequila aus der Wasserpistole sorgt dann auch beim letzten Zuschauer für gute Laune. Absolut solide Show, leider viel zu früh am Tag verpulvert.

The Subways spielen für die freiwilligen Helfer

Am späten Nachmittag lassen es sich The Subways nicht nehmen der Mainstage einen Besuch abzustatten. Vorher spielen sie aber noch ein kurzes Akustikset Backstage für die freiwilligen Helfer des Festivals. Ein sehr netter Zug einer sympathischen Band. Auf der Mainstage gibt es dann das übliche zu sehen. Fast alle Hits und die Subways-typischen Publikumsanimationen. Das macht Spaß, jedoch ist das auch immer wieder das gleiche. Bassistin Charlotte mag eine Augenweide sein und Gitarrist Billy einer der wohl nettesten Musiker unter der Sonne, jedoch können die Subways das besser. Vor allem im Club.

Unter einem schlechten Stern steht der Auftritt von The Wombats. Nichts scheint klappen zu wollen. Der Fehlerteufel steckt überall. Kaputte Gitarren, Keyboards mit Wackelkontakt, eine zerballerte Snare-Drum, alles was schief gehen kann geht es auch. Die Band nimmt es mit Humor und überbrückt die Pannenpausen mit witzigen Ansagen und musikalischen Improvisationen. Dem Publikum scheint die unfreiwillige Comedyshow zu gefallen und würdigt das mit tanzenden Beinen, zumindest bei den Songs die dann doch mal klappen. Irgendwie tut einem die Band ja auch leid, trotzdem sorgen sie für Spaß und gute Laune. Und das nicht nur durch Schadenfreude.

Casper hat das Publikum im Griff

Die perfekte Show hingegen legt Casper hin. Im quietschbunten Batikshirt hüpft, springt und rennt der Rapper über die Bühne, als würde er Kilometergeld kassieren. Seine Band spendiert den Soundtrack zum fröhlichen Frühabendsport und die Massen vor der Bühne scheinen ebenfalls in den Fitnesswahn zu geraten. Gröhlen, Hüpfen, Mitsingen und alles nochmal von vorn. Für die wenigen Zuschauer die aufgrund der musikalischen Ausrichtung des Festivalsimmernoch in Skepsis währen, gibt es das Buttocks-Cover „BGS“, vermutlich einigen besser bekannt in einer anderen Coverversion von Die Ärzte. Pogo bis die Knochen brechen und die Stimme versagt. Wer sagt dass Casper nicht rockt, der scheint wohl geschlafen zu haben.

Den Tagesabschluss bietet wie schon am Vortag die Zeltühne. Egotronic headlinen diese. Politische Botschaften verpackt in tanzbare Elektrobeats sorgen für ein prall gefülltes Zelt. „Wer wird denn rumsteh’n, wir woll’n Euch Tanzen seh’n…“ heißt es im Klassiker „Raven gegen Deutschland“. Eine Textzeile die sich das Publikum zu Herzen nimmt. Pure Partystimmung breitet sich im gesamten Zelt aus. Eine nette Aktion gibt es auch noch: Die Band lässt sich vom Publikum mit Pfandbechern bewerfen, welche später dann von Viva Con Aqua eingesammelt werden. Eine witzige Idee für einen guten Zweck. Spaß haben und Welt retten müssen nicht unbedingt zwei verschiedene Dinge sein.