Tomorrowland Film: Mit vielen special effects zur perfekten Selbstinszensierung (Screenshot Tomorrowland Aftermovie)


Elektronische Musik steht nicht allzu oft im Fokus der Berichterstattung von Festivalisten. An dieser Stelle machen wir eine Ausnahme, denn was das belgische Tomorrowland gestern veröffentlicht hat, ist nicht weniger als 20 Minuten perfekte Selbstinszenierung: Der offizielle Film zur 2012er Ausgabe.

Natürlich alles ein wenig klischeehaft dargestellt im Video: Der Farbkontrast hochgedreht, Sommerwetter, leicht bekleidete, sich in Ekstase tanzende Jugendliche und Djs, die man sogar dann kennt, wenn man mit elektronischer Musik so gar nichts am Hut hat – Fatboy Slim, David Guetta und Skrillex zum Beispiel. Sie stehen auf Bühnen, von denen Besucher deutscher Festivals nur träumen können. Dazu noch Feuerwerk, viel Konfetti und Seifenblasen. Schon ist die Inszenierung einer riesigen Party perfekt.

Insgesamt kamen zum diesjährigen Festival 180.000 Besucher und gefühlt so ziemlich alle Acts, die im elektronischen Bereich einen Namen haben. Das führte dazu, dass die Tickets für das Festival Minuten nach Vorverkaufsstart vergriffen waren – bei angeblich 2 Millionen Menschen in der Warteschleife.

Klar, man muss die Musik mögen und es wird – mich eingeschlossen – viele geben, die sich nach den 20 Minuten des Videos nur schwer vorstellen können, diese Form der Beschallung, zumal nüchtern, drei ganze Tage lang mitzuerleben. Für andere dürfte der etwas bunt geratene Film aber genau das auslösen, was er auslösen soll: die Sehnsucht nach dem einen etwas bunteren Festivalwochenende in einer Welt an der so gar nichts an das erinnert, was man aus dem Alltag kennt. Dem Ticketverkauf dürfte das helfen, auch wenn sich die Veranstalter diesbezüglich wohl wirklich wenig Sorgen machen müssen.

Das Tomorrowland 2013 findet vom 26. bis 28. Juli statt.