Festivalsponsoring ist lukrativ für Veranstalter und attraktiv für Werbetreibende: Die junge Zielgruppe ist konsum- und trendorientiert und legt – nach Marketingsprech – Wert auf eine „aktive Freizeitgestaltung“. Entsprechend viel zahlen Unternehmen dafür, dass ihre Logos und Werbebotschaften zum Festivalbesucher gelangen: 260.000 Euro soll die Omnipräsenz beispielsweise beim Hurricane Festival kosten.

Das Festivalgelände als Werbefläche (Foto: Sven Morgenstern)

Dafür gibt es das große Gesamtpaket: Firmenlogos an der Bühne (und damit dort, wo auch die Fernsehkameras draufhalten), Werbespots auf den Videoleinwänden, Promo-Areas, Ticket-Kontingente zur Verlosung und mehr. Bis zu vier solcher Hauptsponsoren soll es pro Festival geben, verrät die Informations-PDF einer Agentur, die sich auf Festival Sponsoring spezialisiert hat (Update, 29.10: Die PDF ist mittlerweile nicht mehr online verfügbar).

Hauptsponsoren wären im Beispiel vom Hurricane 2012 etwa Suzuki, Telekom oder Becks, wobei letztere durch den exklusiven Ausschank von Getränken eine Sonderrolle einnehmen dürften.

Bleibt man für eine Modellrechnung beim Hurricane, bringen – dem Listenpreis nach –  alleine die Hauptsponsoren eine Summe von über einer Million Euro. Dazu kommen zahlreiche kleinere Engagements, wobei klein bei Mindestbudgets von über 60.000 Euro relativ ist. Das Sponsoring steht konservativ geschätzten 8,4 Millionen Euro Einnahmen durch die Ticketverkäufe gegenüber  (70.000 Tickets à 120 Euro).

So groß die Summen wirken mögen –  allzu überraschend sind die Dimensionen nicht: Ende Juli verrieten die Macher vom Melt!  gegenüber dem Tagesspiegel, dass dort rund 25 Prozent der Gesamteinnahmen durch Sponsoring zustande kommen.

Sponsoring von Rock am Ring und Wacken Open Air am teuersten

Es verwundert nicht wirklich, dass Sponsoring von  Rock am Ring und dem Wacken Open Air am teuersten ist. Die beiden Festivals sind die größten und wohl prestigeträchtigsten Festivals in Deutschland. Gerade Rock am Ring ist ein riesiges Medienereignis: 3,4 Millionen Menschen sahen 2012 die Übertragung von Rock am Ring in Fernsehen und Internet – damit sahen auch 3,4 Millionen Menschen die Logos der beteiligten Großsponsoren. Die Investition zahlt sich damit um ein Vielfaches aus, vor allem wenn es um das Image des Unternehmens geht. Will heißen: Unternehmen dürften die Festivalacker auch in den kommenden Jahren intensiv als Werbefläche nutzen.