Das öffentliche Voting ist abgeschlossen, nun ist es an den Fachjuries die Sieger der 4. European Festival Awards zu bestimmen. Auf die Kurzliste haben es auch zahlreiche deutschsprachige Vertreter geschafft. Ein Überblick.

Mehr als eine Million Stimmen aus 49 europäischen Ländern sollen in der Vorrunde aufgelaufen sein. Das entspricht einer satten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als nur rund 350.000 Votings gezählt wurden.
Über 250 Festivals aus 33 europäischen Ländern hatten sich heuer um einen Startplatz im Teilnehmerfeld beworben. Auch hier ist ein moderates Wachstum zu verzeichnen. Es zeigt sich: Festivals bleiben auch in der Krise ein Thema das Europa beschäftigt.

Den meisten Festivals dürfte es nicht um die Trophäe gehen, die am 9.Januar bei der Zeremonie im holländischen Groningen ausgehändigt wird. Wichtiger ist ihnen ein gutes Abschneiden um das Image zu verbessern und so möglichst neue Künstlersphären und Zuschauergruppen zu erschliessen.

Noch im Rennen für die Awards 2012 sind folgende Festivals aus dem deutschen Sprachraum:

Best Major Festival:
Hurricane/Southside, Wacken Open Air
ausserdem: Exit, Open’er, Optimus Alive, Rock Werchter, Roskilde, Sziget, Tomorrowland,Woodstock

Best Medium-Sized Festival:
Area4, Melt!, Rock-A-Field
ausserdem: Electric Picnic, Balaton Sound, Lokerse, OFF, Pohoda, Smukfest, Ursynalia

Best Small Festival:
Appeltree Garden, Mini-Rock, Winterthurer Musikfestwochen
ausserdem: Absolutely Free, Bialystok Pozytywne Wibracje, Grape, Plai, Tauron New Music, Vestrock, We Love Green

Best New Festival:
Electro Magnetic, Mair1
ausserdem: Dimensions, Hadra Trance, Liss Ard, Pestivals, Ronquieres, Vestrock, Warriors Dance, XO Live

Best Indoor Festival:
Reeperbahn Festival, Rolling Stone Weekender, Waves
ausserdem: Blues In Hell, Dia De La Musica, Eurosonic Noorderslag, I Love Techno, Le Printemps De Bourges, Sensation

Best European Festival Line-Up:
Melt!, Rock am Ring/Rock im Park, Southside/Hurricane
ausserdem: Optimus Alive, Primavera Sound, Pukkelpop, Rock Werchter, Roskilde, Tomorrowland, Way Out West

Artists Favourite Festival:
OpenAir St.Gallen
ausserdem: Optimus Alive, Oya, Parades De Coura, Primavera Sound, Pukkelpop, Rock Werchter, Way Out West, Roskilde, Woodstock

Green Operations Award:
Maifeld Derby, OpenAir St. Gallen
ausserdem: Boom, Way Out West, We Love Green

Deutsche Festivals können Titel nicht verteidigen

Damit ist klar: Weder Haldern Pop (Best Small Festival) noch Hurricane/Southside (Artists Favourite Festival) und Melt! (Green Operations Award) werden ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigen können. Das wäre allerdings sowieso unüblich, denn nur in den Kategorien Best Major Festival und Best Line-Up neigt die Jury ab und an dazu das gleiche Festival im nächsten Jahr nochmals auszuzeichnen.

Melt! und Hurricane/Southside sind in anderen Kategorien noch im Rennen. Dabei ist ein Gewinn des Titels Best Medium-Sized für das Melt! wahrscheinlicher als der Sieg des Hurricane/Southside in der Rubrik Best Major Festival. Auch die Konkurrenz um die Auszeichnung Best Line-Up scheint für die Aushängeschilder von FKP Scorpio zu stark.

Was sonst noch auffällt: Obwohl sich das Greenville das Grünsein auf die eigenen Fahnen geschrieben hat, hatte man sich nicht einmal um die Teilnahme im offenen Voting beworben. Auch in der Kategorie Best New Festival taucht man nicht auf. Dafür ist das Mair1 dort gelistet, das ja im engeren Sinne kein neues Festival ist sondern nur ein umgebrandetes Mach1.

Die Toten Hosen und Kraftklub weiter im Rennen

Die Toten Hosen kämpfen um die Ausszeichnung Anthem Of The Year, Kraftklub bewerben sich in der Endrunde um den Newcomer Of The Year. Erwartungsgemäss mischt kein deutschsprachiger Vertreter bei der Vergabe des Titels Headliner Of The Year mit. Foo Fighters, Pearl Jam, The Cure, The Killers, Mumford And Sons, Florence And The Machine und The Stone Roses dürften das Rennen unter sich ausmachen.