Franz Nicolay
Franz Nicolay

Eine eigene Solo-Tour: Diesen jahrelangen Traum erfüllt sich Anders Wendin a.k.a. Moneybrother im April 2013. Unterstützt durch seinen alten Freund Franz Nicolay feiert er in Stuttgart Tourauftakt.

Ebenjener Franz Nicolay betritt kurz nach 20 Uhr die Bühne um das noch spärlich gefüllte Rocker 33 auf Moneybrother einzustimmen. Franz Nicolay entpuppt sich als sehr gesprächiger und enorm sympathischer Zeitgenosse. Musikalisch passt der Brooklyner sehr gut zum folgenden Headliner Moneybrother. Auch er spielt komplett solo, begleitet seine Songs jedoch wahlweise mit einem Akkordeon, einem Banjo oder einer Akustikgitarre. Zwischen den Songs erzählt er eine Menge über seine Songs, sich selbst oder liefert gute Argumente sein Merchandise zu kaufen („Spring comes soon, you’ll need a t-shirt then.“). Insgesamt liefert Franz Nicolay einen überzeugenden Auftritt ab, der Lust auf mehr macht.

Mehr gibt es dann ab 21 Uhr. Das Rocker 33 ist inzwischen gut gefüllt. Moneybrother bahnt sich den Weg zur Bühne. Kurzes Intro, dann spielt er, vom Applaus und den vielen Zuschauern sichtlich gerührt, mit „Dancing To Keep Fro Crying seinen ersten Song. Direkt im Anschluss folgt eine Akkustik-Version von Just Another Summer.

Moneybrother
Moneybrother

Es dauert ein wenig bis der Funke auf’s Publikum überspringt. Dies liegt sicherlich an den teils ungewohnten Akustik-Versionen der Songs. Spätestens bei We Die Only Once (And For Such A Long Time) erwacht das Rocker 33. Der erste Versuch  den Refrain dem Publikum zu überlassen misslingt zunächst, dafür klappt es die nächsten Male umso besser.
Auch Moneybrother ist in Plauder-Stimmung. So berichtet er von seinem jahrelangen Wunsch eine Solo-Tour zu spielen, US-Touren als Opening-Act für seinen Freund Franz Nicolay oder Jesus-Begegnungen in der kalifornischen Wüste. Diese kleinen Geschichten, die fehlenden Barrieren, das begeisterte Publikum und Moneybrothers unglaublicher Enthusiasmus beim Spielen erzeugen, trotz der großen Location, eine sehr private und intime Stimmung. Es scheint eines dieser Konzerte zu werden, an die man sich noch lange mit einem Lächeln zurückerinnert und deren Ende immer zu früh kommt. Für Lacher sorgt auch die Solo-Interpretation von It Might As Well Be Now – inklusive des weiblichen Parts. Eine gute Stunde hält Moneybrother alleine auf der Bühne durch. Dann muss Verstärkung in Form von Franz Nicolay her.

Man merkt, dass sich beide seit Jahren kennen und schätzen. Gemeinsam spielen sie einige Moneybrother-Songs und harmonieren dabei fast wie eine eingespielte Band. Franz Nicolay gibt meist den Back-Up und begleitet mit seinem Akkordeon oder auf dem Banjo. Mitten im gemeinsamen Set verabschiedet sich Moneybrothers Gitarre. Franz Nicolay hilft mit seiner aus und überbrückt die Zeit, die Moneybrother zum umstimmen benötigt, durch weitere Anekdoten und sinniert über die Chancen eines Berufsmusiker auf dem Arbeitsmarkt („Actually we’re the best workers you could get.“). Das Set der beiden endet zunächst mit Guess Who’s Gonna Get Some Tonight.

Moneybrother und Franz Nicolay
Moneybrother und Franz Nicolay

Eine Zugabe lässt jedoch nicht lange auf sich warten. Unter tosendem Applaus betritt Moneybrother erneut die Bühne. Er spielt einige Songs, lobt Bierflaschen mit Bügelverschluss („For me this is quality, thank you for doing this.“) und bittet erneut Franz Nicolay auf die Bühne. Nach einigen weiteren Liedern und insgesamt über eineinhalb Stunden Konzert kündigen die beiden den leider wirklich letzten Song an. Den Abschluss eines unglaublich guten Konzerts bildet In The Nighttime vom aktuellen Album This Is Where Life Is. Unter anhaltendem Applaus bedankt sich ein glücklicher Moneybrother beim Publikum für die gute Stimmung während des Konzerts und verlässt die Bühne. Durch die noch immer klatschende Menge bahnt er sich den Weg Richtung Backstage und bedankt sich sichtlich ergriffen weiter.

Ebenfalls ergriffen bleibt das Publikum zurück. Ergriffen von einem unglaublich sympathischen und mitreisenden Musiker aus dem hohen Norden.

Moneybrother Tour 2013
11.04. Wien – WUK
12.04. Graz – ppc
14.04. Erlangen – E-Werk
15.04. Bremen – Tower
16.04. Leipzig – Werk2
17.04. Potsdam – Lindenpark
18.04. Osnabrück – Kleine Freiheit

>>Karten kosten ab 17,20 Euro.