Seit langem gab es wohl nicht mehr so viel Kritik für, so viele Diskussionen über,  und so viel Wirbel um eine Bandwelle, wie bei den Bestätigungen des With Full Force am Dienstag. Der Grund: Die umstrittenen Deutschrocker Frei.Wild sind eine der neu präsentierten Bands. Da das Quartett immer wieder von der  rechtsextremen Szene instrumentalisiert wird und die nach ihren Aussagen unpolitische Stellung von Medien, Musikern und vielen anderen angezweifelt wird, sind viele Festivalgänger und WFF-Anhänger über die Bestätigung empört.

[UPDATE 14.02.: Empörung war gestern, heute zieht die Visions die Konsequenzen aus der Bestätigung und verabschiedet sich als Präsentator.]

„Mit Frei.Wild, ohne uns!“– Es ist einer von über tausend Facebook-Kommentaren unter der Ankündigung des Hardcore-Festivals, doch er drückt aus, was viele potenzielle Besucher denken und aussprechen. Für sie ist die Buchung der „Punkrock-Band“ ein harter Schlag ins Gesicht. So hart, dass viele von ihnen wohl sogar vor einer Rückgabe der Karten und einem Boykott des Festivals nicht zurückschrecken.

Veranstalter zeigt sich unbeeindruckt
Der Veranstalter Inmove hat wegen Frei.Wild allerdings keine Bedenken. Auf Facebook kommentieren sie die Bestätigung von Frei.Wild: „Gehasst und geliebt – das trifft es perfekt. Wir stehen für Toleranz, beteiligen uns nicht an Hexenjagden und freuen uns, Euch die Band zum Jubiläum erneut präsentieren zu können.“

Gegenüber LVZ-Online erklärt Geschäftsführer Sven Borges: „Wir geben nicht allzu viel darauf, was an Statements gepostet wird. Das was zählt, sind die Fans, die wirklich das Festival lieben und auch jedes Jahr zu uns kommen. Die beteiligen sich nicht an solchen sinnlosen Diskussionen. Bisher hat noch niemand seine Karte zurückgegeben“.

Ob das so bleibt, oder ob die Drohungen doch in die Tat umgesetzt werden, steht noch in den Sternen. Fakt ist aber, das With Full Force hat sich mit dieser Bestätigigung sicher keinen Gefallen getan. Denn neben ausbleibenden Besuchern, besteht auch die Gefahr, dass linksorientierte Bands, wie Die Kassierer oder War From A Harlots Mouth wegen solcher Musiker abspringen.

Auch sind Auseinandersetzungen zwischen rechstextremen Anhängern der Band und linksextremen Besuchern oder anderen Gegnern von Frei.Wild nicht ausgeschlossen. Darum muss die Frage gestellt werden, ob das Buchen einer solchen Band nicht die falsche Entscheidung war. Diese Diskussion wird Kratzer im Lack des Festivals hinterlassen und dem Ruf nicht gut tun.

5 KOMMENTARE

  1. nunja ich denke doch das die situation mehr als bekannt ist durch die onkelz bei wacken diskusion und das ende vom lied war das es auch dort keine auseinandersetzungen gab. auch ich kenne viele leute die freiwild hören und ich kenne niemanden der eine rechte einstellung hat. den onkelz sind viel mehr der rechtengruppe an.

  2. Finde den Artikel leicht überzogen. Kenne einige FreiWild-Fans. Die sind alle ganz in Ordnung. Ich würde aber nie auf ein Festival gehen wo sie spielen.
    Finde es sollte sich jeder sein eigenes Bild über die Band machen.
    Fakt ist mMn das die Songs bei Leuten mit rechter Gesinnung nicht gerade auf Ablehnung treffen.
    Glaube aber kaum, dass deswegen Leute ihr Ticket zurückgeben bzw. dass sich viele Leute wegen der Band und dem Hype um sie ein Ticket holen werden.

  3. Bildschärfe repräsentiert Bandqualität:)
    Das ist ja mal richtiger blödsinn…

    Die ewigen Diskussionen gehen jedem Fan schon auf die Nerven.. Es muss keiner die Band anschauen..

  4. Geile Sache, dass zeigt welche Bands es einfach drauf haben.
    Ich spreche von WFAHM & den Kassierern. Ich würde mein Ticket verkaufen, wenn diese beiden Bands abspringen würden.
    Aber wieso entsteht bei Frei.Wild immer so eine Diskussion, aber Hatebreed ist regelmäßiger Gast auf dem WFF und niemand meckert :/
    Fakt ist: Nazis Raus!

    Alerta Alerta Antifascista :) !

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