Festivalisten Leser dürfen sich fortan zu einer „kleinen, aber effizienten Gruppe von Internet-Freaks“ zählen. Der – sachlich freilich völlig unbegründete – Shitstorm dieser Gruppe ist dafür verantwortlich, dass Frei.Wild ihren kürzlich angekündigten Auftritt beim With Full Force Festival absagen, „aus freien Stücken“ wie sie sagen.

Frei.Wild
Frei.Wild-Sänger Philipp Burger kritisiert in dem Statement der Band auf Facebook, wie könnte es anders sein, „die Stimmungsmache einiger Medien“, die immer wieder „alte Hüte mit faulen Löchern“ als Vorwürfe anbringen würden.

Frei.Wild dagegen setze sich „seit langer Zeit“ für eine „sachliche Auseinandersetzung“ ein: als vermeintlichen Beleg zitieren sie die bandeigenene Webseite die-macht-der-medien.de, in der sie Presseberichte in aller Deutlichkeit in „Gut“ und „Böse“ unterteilen. Nun ja. Nebenbei bemerkt ist es bei einer gewünschten Versachlichung der Debatte sicher nicht zielführend, Kritiker als „Internetterroristen“ und „Hohlbirnen“ abzustempeln, bei deren Schöpfung der „Herrgott (…) einen echt beschissenen Job gemacht“ habe.

Das Ausmaß der Kritik
Von so einer ganz kleinen „Gruppe von Internet-Freaks“ kann ohnehin keine Rede sein: Als das With Full Force Frei.Wild bestätigte, kam es zu einem breiten Sturm der Entrüstung: Visions zog sich von der Festivalpräsentation zurück, über 10.000 Mal wurde die zugehörige Meldung alleine auf Facebook geteilt. Weitere Medienpartner und Sponsoren reagierten mit Statements, darunter Festivalguide und Jägermeister.

Ein Auftritt der Band hätte also existenzielle Auswirkungen für das Festival gehabt, schließlich leistet Sponsoring einen ganz erheblichen Teil zur Festivalfinanzierung. Die möglichen Ticket-Einnahmen durch Frei.Wild-Fans wären dagegen wohl deutlich geringer ausgefallen. Da hatten die Veranstalter sicher anders kalkuliert.

Und Frei.Wild? Die können sich jetzt in einer Rolle positionieren, in der sie sich so wohl fühlen: die des Märtyrers. „Wir haben uns wirklich ganz besonders auf den Auftritt und auf eine erneute Begegnung mit den Festivalbesuchern des With Full Force gefreut. Wir erinnern uns mit Freude an den WFF – Auftritt 2010. Dieser gehörte ohne Zweifel zu den Jahreshöhepunkten, aber wir wollen und werden keinesfalls die Existenz des Veranstalters und somit des Festivals aufs Spiel setzen“, mimost Frei.Wild-Kopf Burger.

Wir „Internetterroristen“ von Festivalisten sind dagegen recht froh, dass es nicht zur Wiederauflage kommt – und damit wir dürften wohl nicht ganz alleine dastehen.

11 KOMMENTARE

  1. Das ganze ist sowieso ziemlich bescheiden. Deutschrock wird immer das Genre bleiben, was Rechtsradikale anzieht. Deshalb sollten wir aber nicht ein, wie ich finde, sehr schönes Genre dermaßen in den Boden treten und jegliche Art des Patriotismus als verwerflich ansehen und darstellen.
    Ich finde man kann sehr wohl sagen, dass man sein Vaterland liebt. Das tun auch die meisten Nationen. Nur den deutschen liegt dieses Thema noch immer schwer im Magen und so setzt man Patriotismus dem Nationalismus gleich.

    ach und an einen der Vorposter. Ich meinte auch mit meiner Aussage, dass die Band auf ihren Konzerten „Nazis raus“ anstimmt und immer wieder betont, dass ihnen keine extreme gefallen. Weder rechts, noch links.

    Eine Frage an euch
    Was kann die Band denn überhaupt tun damit sie von euch akzeptiert wird?
    Und ich wette da gibt es für keine Möglichkeit. Genau das ist es doch was ich hier anpranger.
    Das die Vergangenheit von Burger nicht gerade unverwerflich ist, das weiß auch ich, aber es geht hier um die Musik.
    Oder wisst ihr von euren Bands die ihr hört, was die Künstler alle denken?

  2. Interessant von Jägermeister auf einmal damit zu drohen das Sponsoring abzubrechen, obwohl sie schon 3 mal auf Wacken Sponsor waren während Frei.Wild aufgetreten ist…

  3. Merkt Ihr alle gar nicht, was Ihr betreibt? Ihr fordert ein AUFTRITTSVERBOT für eine Musikgruppe. Genauso haben es die Nazis damals auch gemacht. Ich finde das ganz schlimm – auch wenn ich selbst mit Frei.Wild nichts am Hut habe. Und sich hier dann auch noch gegenseitig zu beglückwünschen, wie toll man das gemacht hat. Ja, herzlichen Glückwunsch!

    • Sorry, aber das ist in diesem Fall Blödsinn.
      Es gibt genug linke Gruppen, die ohne Frage ähnlich handeln wie damals die Nazis.
      Aber dass Frei.Wild nicht auf Festivals auftreten sollte hat leider einen einfachen Grund: Es gibt zu viele rechte Deppen, die davon angezogen werden könnten und unsere Festivals verseuchen würden.
      Denn selbst wenn Frei.Wild keine rechte Band ist und das auch nie beabsichtigt hat(da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden), so haben sie doch bewusst in Kauf genommen, dass ihre Musik von vielen in der rechten Szene sehr gerne gehört wird. Und hier liegt der Hund begraben.
      Wenn sie das nicht ändern können, haben sie auf Festivals nichts, aber auch gar nichts, verloren.
      Es kann in so einem Fall auch keine Toleranz und kein Schönreden geben. Das ist der einzige Weg, wie Deutschland mit rechter Gesinnung verfahren darf!

  4. Offene Fragen, die vielleicht am Montag durch das Visions-Interview mit dem WFF-Veranstalter geklärt werden:

    – wie gehts mit den Ex/Sponsoren/Partnern weiter? Hat man sich nun wieder lieb als wäre nichts gewesen?
    – was passiert mit Unantastbar?
    – wo zieht man künftig die Grenze beim Booking?

  5. 3 tage oder? Find ich gut! Ich hoffe das wird auch so bleiben, damit der frei.wild hype schnell wieder abklingt…

  6. Julian, du hast leider gar nichts kapiert, scheint es mir. Lies mal aufmerksam Texte von Frei.Wild durch und mach dir deine Gedanken dazu. Und betrachte mal die Vita der Musiker. Natürlich stehen die nicht auf der Bühne und schreien „Ausländer Raus“. Also. Erst denken, dann schreiben.

  7. Völligst übertrieben aber naja einige wollen es nicht für wahr haben das Frei.Wild nichts mit rechts zu tuhen hat aber alle die sich über Frei.Wild meckern haben ja nichts in der jugend verbrochen sind alle Perfekt.

  8. Schade. Frei.Wild gehört zweifelsohne zu einer der besten Deutschrock Bands die wir haben. Wenn nicht gar die beste.
    Leider ist das mit den Medien so eine Sache. Man holt sich keine Informationen und verbreitet blöden mist und die leidtragenden sind in diesem Fall das With Full Force, Frei.Wild und alle Fans.
    Da hat die Medienpolitik wieder richtigen Mist verzapft.
    Ist ja kein Wunder, dass wir deutschen noch immer so verklemmt sind und keinerlei Patriotismus zulassen.
    Die Vergangenheit kann man nicht rückgängig machen, aber zumindest könnten wir versuchen uns den Schuh nicht mehr anzuziehen um frei von solchen Vorurteilen leben zu können. Frei.Wild verkörpert genau dies‘. Doch das Thema scheint den deutschen noch zu Nahe zu gehen und jede Deutschrockband wird in die rechte Szene gedrängt.
    Natürlich mag es Rechtsextreme Menschen geben die sich Frei.Wild anhören, auf deren Konzerte gehen und etwas in die Texte interpretieren, was nicht vorhanden ist, doch da kann die Band selbst nichts für. Nicht umsonst versucht man sich von solchen extremen zu distanzieren. Aber die Medien schreiben ständig nur über negatives.
    Wenn da mal Texte zitiert werden, wird das genommen was denen gerade in die Berichterstattung passt und der rest des Textes wird außen vor gelassen.

    • Vielleicht solltest Du dich vor so einem Post auch mal besser informieren! Von den Kaiserjägern hasst Du vorher wahrscheinlich noch nie was gehört. Die Vorwürfe kommen nicht von ungefähr und neben „interpretierten“ Songtexten gibt´s da auch Interviews und Aussagen die keinen Zweifel aufkommen lassen.
      Über Musikgeschmack lässt sich natürlich nicht streiten, die Aussage aber, daß jede Deutschrock-Band über kurz oder lang rechts außen eingeordnet werde, ist schlicht falsch. Der nächste Punkt, über den Du dich VOR deinem nächsten Post informieren solltest!
      Sich von der Last der Vergangenheit zu lösen heißt übrigends auch nicht, daß man Sie vergessen und die selben Fehler wiederholen sollte!!!
      Ich war mit der Truppe übrigends Ende 2011 auf Tour und weiß leider sehr genau wovon ich rede. Und wer sich nicht scheut auf der Welle rechter Fans zu reiten, soll nicht vorgeben sich zu wundern mit Ihnen gleichgestellt zu werden!

    • Jaja liebe Frei.Wild Liebhaber. Es ist eine wunderbare Sitte, welche man immer wieder bei euch beobachten kann, dass das „Argument“ gebracht wird, dass die „bösen“ Medien nur Negatives über die Band heraussuchen, jedoch das Positive außer Acht lassen. Das wird langsam alt…Es ist leicht sich darüber aufzuregen, jedoch muss ich leider feststellen, dass die negativen Elemente des nationalistischen Gedankenguts dennoch weiter existieren. Merkt ihr etwas?? Nur weil man mal Beichten geht, wird man kein guter Mensch, wenn man gleichzeitig Scheiße baut. Also liebste Frei.Wild Fans: putzt euch mal den Mund vor lauter Hasstiraden gegen die Medien und hinterfragt persönlich euer nationalistisches Gesabber! :-D PS: Versucht es mit dem Strohmann Argument. Eventuell schafft ihr es so :-P

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