Am Abend gelangte das bereits vor Wochenfrist angekündigte Interview der Visions mit einem der drei With Full Force Veranstalter tatsächlich ins Netz. Man hat es kaum angelesen und es wird klar: So richtig Bock hat der Angefragte auf das Interview nicht – dementsprechend knapp und dürftig fällt es dann auch aus.

Bei der Visions ist es Usus dass man Interviews live führt – beispielsweise am Telefon. So war es laut dem Musikmagazin auch mit Veranstalter Sven Borges geplant. Doch nach mehrmaligen Terminverschiebungen wurde aus einem Telefonat eine Email.

Alle Fragen bezüglich der Band Frei.Wild werden seitens des With Full Force konsequent abgeblockt. Auch sonst enthalten die Antworten wenig substantielles, wirken eher genervt und widerwillig bearbeitet. Man gewinnt den Eindruck, das With Full Force sei fest davon überzeugt alles richtig gemacht zu haben.

Tischtuch scheint zerschnitten

Dementsprechend fällt dann auch das Fazit der Visions aus: „..im Interview mit den Organisatoren des Festivals [bleiben] Fragen offen.“ Unter diesen Umständen scheint eine Rückkehr in den Präsentatorenpool unwahrscheinlich. Auch der Festivalguide hatte dem With Full Force vor dem Wochenende einen nicht-öffentliche Fragenkatalog zukommen lassen. Wird der in ähnlichem Stil beantwortet, dürfte es auch dem Festivalguide schwer fallen einfach zur Tagesordnung überzugehen. Und das obwohl mittlerweile nicht nur Frei.Wild, sondern ebenfalls kritisierte Unantastbar ihre Teilnahme am With Full Force 2013 abgesagt haben.

Was macht Jägermeister mit seinem Sponsoring?

Während die Medienpartner wichtig sind um möglichst viele Festivalisten zu erreichen, aber in der Regel Kosten verursachen, geht es bei den Sponsoren um echte Einnahmen für die Festivalkasse. Jägermeister hat sein von uns auf 50-100.000 Euro geschätztes Engagement wegen der Buchung von Frei.Wild ausgesetzt. Man forderte die Streichung der Band aus dem LineUp und eine klare Positionierung des Festivals. Auf die wartet man noch heute – und so wirklich rechne ich nach der Lektüre des Visions-Interviews auch nicht mehr damit.

Wo zieht man künftig die Grenze?

Die Situation scheint zerfahren. Es stellt sich die Frage: Wo zieht man zukünftig die Grenze zwischen erwünschter und nicht- Band? Denn das Problem stellt sich nicht nur im nationalistischen Background, sondern auch im Kontext der Homophobie immer wieder.