Mit diesem zweiten Teil findet Carinas Rückblick auf das Groezrock 2013 ein Ende. Soviel vorweg: Sie wird wiederkommen.

von Carina Bittner

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Less Than Jake

Am Sonntag waren mit Sicherheit nicht weniger sich lohnende Bands anzutreffen als am Vortag. Angeführt wird die Reihe nennenswerter Bands von The Flatliners, die sich zur Mittagszeit das Publikum vor der Monster Stage griffen. Die eingefleischten Fans sorgten schon dafür, dass auch die Noobs hin und wieder sogar anerkennend mit dem Kopf nickten. Dem guten Kris Roe von The Ataris, der am Samstag auf der Acoustic Stage anzutreffen war, hat am Sonntag auf der Monster Stage immer noch niemand mitgeteilt, dass das Festival eigentlich in Belgien stattfindet, und so bedankte er sich höflich in perfektem Deutsch. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch, im Gegenteil: War auf dem Campingplatz der Begriff „Rangeln“ international nicht misszuverstehen, so waren auch im Monsterzelt alle Zuschauer eine große Familie und tanzten miteinander.

Mit ihrer Forderung, dass nicht alle Teenager als Drogenabhängige oder Schnüffler abgestempelt werden, weil das genauso falsch ist wie Leute nach ihrer Hautfarbe oder Rasse zu beurteilen, bewegen sich Less Than Jake von der Kategorisierung des Publikums weg. Insgesamt kann aber festgehalten werden, dass auch bei dieser Band alle Zuschauer hin und weg waren. Das Groezrock bietet nur Gutes! Auch auf den anderen Bühnen waren keine schlechten Auftritte anzutreffen.
Polar Bear Club waren auf der Etnies Bühne ebenso zu Hause wie Rocky Votolato im Acoustic Zelt. Die großartigen Bands sind natürlich die Hauptsache, dass die Auftritte so unvergesslich waren, vielleicht kann man aber auch einfach mal die Festivalbesucher loben, die insgesamt doch sehr entspannt und auf gute Laune aus waren. So kann ja gar nichts schief gehen!

Billy Talent

Obwohl sie nicht Headliner waren, überzeugten Billy Talent am Sonntag am meisten. Im Endeffekt kannten fast alle Zuschauer fast alle Songs und grölten auch in der letzten Reihe noch aus Leibeskräften mit. Vorne im Pit kochte die Stimmung über und es tat neben der körperlichen Arbeit auch mal gut, so viele strahlende Gesichter zu erleben. Ein Höhepunkt des Auftrittes der Kanadier war natürlich Fallen Leaves. Schade eigentlich, dass wenige Minuten später nach Red Flag schon wieder alles vorbei war.

Zwischen Billy Talent und dem eigentlich Headliner Bad Religion lief einiges an Publikum zur Etnies Stage um sich die großartigen Flag anzusehen. Die Reunion von Black Flag kann gut und gerne als gelungen angesehen werden, wenn der Auftritt vom Groezrock-Sonntag als Beispiel dient. Als eine der frühesten Punkbands inspirieren sie auch heute noch unzählige Bands mit ihrer Musik. Leider war der Altersdurchschnitt des Flag-Publikums vermutlich der höchste des gesamten Festivals. Hoffentlich verbreitet sich ihre Genialität noch bei den jüngeren Generationen – es wäre eine Schande, diese Reunion verkommen zu lassen!

Bad Religion

Der Sonntagsheadliner Bad Religion schaffte es leider nicht, alle Zuschauer von Anfang bis Ende mitzureißen. Nach dem international verständlichen Song Fuck You bewegten sich dann aber schon die größten Massen innerhalb und außerhalb des Zeltes. Sogar überzeugte Passivrumsteher kamen nicht umhin, mal hin und wieder die Beine zu bewegen.

Ein insgesamt also empfehlenswertes Festival mit großartigem LineUp, stetig besserer Organisation und sehr entspannten und freundlichen Besuchern. Das schlechte Wetter war wahrscheinlich Belgiens Versuch, die verrückten Menschen aus dem Land zu kriegen und so wurden am Montagmorgen die letzten Camper mit einem Regenschauer verabschiedet.