Entgegen dem allgemeinen Trend in der Festivalszene entschied sich Rock im Park im letzten Jahr dafür den Mobilitätsvertrag mit dem örtlichen Nahverkehrsanbieter Verkehrsverbund Grossraum Nürnberg (VGN) nicht fortzusetzen. Die Folge: An- und Abreise sowie etwaige Ausflüge in die City waren nicht mehr kostenlos im Kombiticket enthalten. Man musste auf ein Sonderticket zurückgreifen um nicht zum Schwarzfahrer zu mutieren. Dieses Jahr verschlechtert sich die Situation vor Ort noch einmal: Die Mobilitätstickets für Rock im Park gibts nur noch online zu kaufen.

[Richtigstellung der VGN:
Im letzten Jahr gab es keine Sondertickets, die Besucher mussten auf das reguläre Fahrkartensortiments des VGN zurückgreifen. Dass es mit Bezuschussung durch Argo, in diesem Jahr die beiden Sondertickets gibt, ist neu. Dieses Angebot ist zwar nicht dem Komfort eines KombiTickets gleichzusetzen und die Tickets können nur online gekauft werden – aber es ist keine Verschlechterung sondern eine Ergänzung bzw. Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Weiterhin können die regulären Fahrkarten bei der Sonderverkaufsstelle am Doku-Zentrum gekauft werden.]

>> VGN-Rock-im-Park-Ticket An-/Abreise kaufen
>> VGN-Rock-im-PArk-Ticket Nbg/Fü/Stein kaufen

Prinzipiell bietet der VGN zweierlei Sonderfahrkarten für Besitzer von Rock im Park Kombitickets an.
Mit dem An- und Abreisefahrschein darf man einmalig donnerstags/freitags aus dem gesamten VGN-Gebiet anreisen und sonntags oder montags auch wieder nach Hause fahren. 17,50 Euro statt 20,20 Euro kostet der Spass. Eine eher mässige Ersparnis gegenüber dem Normalpreis.
Bei dieser Zahl sollte man auch im Hinterkopf behalten: Zum Southside reist man bundesweit in den Nahverkehrszügen gratis!

Etwas besser ist das Sparpotential beim „VGN-Rock-im-Park-Ticket NBG/Fü/Stein“.
Wer nur während des Festivals an den drei Veranstaltungstagen (Freitag, Samstag, Sonntag) in Nürnberg mobil sein möchte, zahlt für Fahrten im Stadtgebiet (Tarifzone 100/200) einmalig 7,50 Euro statt regulär 10,20 Euro.
Einer der Haken dieses Mobilitätstickets: Es gilt weder am Donnerstag noch Montag.

Schlimmer aber noch: Beide Spezialtickets werden nur online angeboten und müssen, um vom Kontrolleur als valide akzeptiert zu werden, ausgedruckt vorliegen. Letztes Jahr richtete der VGN an zentralen Punkten Sonderkartenschalter ein und wies grossflächig auf Ticketpflicht und Kaufmöglichkeiten hin. Das scheint zuviel Geld gekostet zu haben, weswegen man den Aufwand massiv reduziert. Zu Ungunsten verplanter/spontaner Festivalbesucher.
Die nämlich zahlen notgedrungen vor Ort den Normalpreis oder müssen sich einen Internetshop mit Drucker suchen.
Ein spontaner Kauf via Smartphone auf dem sich dann auch das Fahrkarten-PDF anzeigen lässt ist nicht gültig. Das bestätigte uns Manfred Rupp, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der VGN.

Unser Tipp: Wenn ihr ein solches Ticket nutzen wollt, erledigt den Kauf am besten sofort und steckt das ausgedruckte Ticket schonmal in den Geldbeutel.
Der eigentliche Kaufvorgang ist leider etwas umständlich. Vor dem Shopping steht nämlich eine Zwangsregistrierung im VAB Onlineshop. Ohne die bleibt man aussen vor.

Es könnte so einfach sein, wenn Veranstalter und Verkehrsverbund ihre Hausaufgaben machen würden.
Auf die Schuldfrage möchte ich garnicht eingehen, hoffe aber auf Einsicht beider Parteien und das Jahr 2014.
Der Zustand jetzt ist eines Marktführers unwürdig. Und ein Mobilitätsaufschlag von 3-4 Euro pro Ticket fällt bei einem Kartenpreis von mittlerweile 170 Euro nun wirklich nicht mehr ins Gewicht.

 

Wird vor Ort auf die Notwendigkeit eine Fahrkarte für den VGN zu erwerben hingewiesen? Wenn ja wie?

Manfred Rupp: In Verkehrsmitteln und an Haltestellen wird mit Plakaten darauf hingewiesen. An U-Bahn-Stationen mit Infoscreens wird das Plakatmotiv dort ebenfalls eingespielt. Die Notwendigkeit eines gültigen Fahrscheins besteht grundsätzlich für jeden Fahrgast, also auch für die Konzertbesucher.

Wird der Verkauf der Rock-im-Park-Sondertickets vor Ende des Festivals eingestellt?

Der Verkauf wird erst am Montag nach dem Konzert eingestellt. Die Besucher haben also während der Dauer des Konzerts die Möglichkeit ein solches Ticket zu kaufen.

Lassen sich Sondertickets im Extremfall auch via Smartphone am Nürnberger Bahnhof stehend kaufen? Können dann die erhaltenen PDF-Tickets direkt vom Handydisplay aus ohne Ausdruck genutzt werden?

Fahrscheine müssen grundsätzlich fälschungssicher sein und für Kontrollen über entsprechende Kontroll- und Prüfmerkmale verfügen. Diese sind im Fall der Sondertickets für Rock im Park auf den Ausdruck auf Papier ausgelegt. Eine elektronische Lösung wäre sehr aufwändig gewesen.  Es kann nicht sichergestellt werden, dass das Ticket auf dem Handy als Fahrschein erkannt wird. Wer sich das Ticket erst unterwegs kauft, kann sich z.B. in einem Internet-Café den erforderlichen Ausdruck erstellen. Besser ist es natürlich, bei entsprechender Planung sich schon zuhause mit einem Ticket auszustatten.

Warum erstreckt sich das „VGN-Rock-im-Park-Ticket Nbg/Fü/Stein“ nur über die 3 Rock im Park Musiktage, nicht aber über den Hauptanreisetag Donnerstag bzw den Abreisetag?

Ziel war, den Besuchern ein möglichst preisgünstiges Ticket anzubieten, das sie bei ihrem Aufenthalt an den drei Konzerttagen im Stadtgebiet nutzen können. Eine Ausdehnung der Gültigkeit auf zwei weitere Tage hätte das Ticket entsprechend verteuert, was aber nicht jeder Besucher gebraucht hätte. Mit dem Sonderticket für drei Tage ist der Großteil der Mobilitätsbedürfnisse abgedeckt. Was im Einzelfall darüber hinaus geht, lässt sich individuell am besten mit dem regulären Fahrscheinsortiment des VGN lösen.

2 KOMMENTARE

  1. Ich für meinen Teil finde es vom RiP-Veranstalter nur peinlich, dass man wegen ein paar Euro kein VGN-Konzept zusammen bekommt. Für mich ist da die „Schuldfrage“ eindeutig.

    • Dachte ich auch. Wurde aber von dem VGN-Sprecher darauf hingewiesen dass die Reduktion fürs günstigere Sonderticket vom Veranstalter getragen wird.
      Was natürlich wieder die Geschichte mit dem Onlinekauf in ein etwas anderes Licht rückt, denn je leichter man den Kauf dieses bezuschussten Tickets macht, desto mehr kaufen es auch.. desto mehr muss der Veranstalter dafür abdrücken.

      Bliebe aber selbst dann dabei: Eigentlich geht es hier im Vergleich zum Gesamtvolumen von Rock im Park um Portobeträge..

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