Jedes Jahr aufs neue und unvermeidlich: Die Scherzmeldungen zum 1.April. Ich beteilige mich nicht an diesem absurden Brauch, spiele lieber den Spielverderber.

Die einen sind schlecht, die anderen gut durchdacht und umgesetzt. Zu letzterer Gruppe zähle ich beispielsweise die Falschmeldung im bayerischen Rundfunk wir alle müssten ab Ende des Jahres ein Gesundheitsbuch führen und regelmässig, kostenpflichtige Checkups über uns ergehen lassen. In Bezug auf Festivals trifft dies auf den von Ring- und Parkrockern initiierten Scherz mit der Blue-Zone zu.

Erdachte Blue-Zone bei Rock Am Ring und im Park
Erdachte Blue-Zone bei Rock Am Ring und im Park

In einer MLK-ähnlichen, phrasenbehafteten Sprache propagiert man in beiden Foren die Einführung eines Zusatztickets für Rock im Park/ am Ring. Dieses soll vor Ort für 10 Euro erworben werden können und nur den Käufern freien Zugang zum sogenannten Front-Of-Stage Bereich des Wellenbrechers ermöglichen.
Das brillante und zugleich traurige an diesem Aprilscherz: Man ist aufgrund des an den Tag gelegten Geschäftsgebarens von MLK zunächst durchaus verunsichert und gewillt dieser Meldung glauben zu schenken.

Erschwerend hinzu kommt, dass die Entwicklung für gute Plätze einen Extra-Obolus zu kassieren seit dem U2-Ticketing auch in Deutschland Einzug gehalten hat.

Zurück zur Realität 2009: Weder auf rock-am-ring.com noch rock-im-park.de wird diese Blue-Zone heute mit einem einzigen Ton erwähnt. Ausserdem dürfte es schwierig sein dieses Projekt im laufenden Vorverkauf zu verwirklichen ohne die Fans auf die Barrikaden zu treiben.

Das heisst aber nicht, dass uns eine solche Blaue Zone mittelfristig erspart bleibt. Die Idee hatten sicher nicht nur die Agitatoren in den Fanforen, sondern dürften auch beim Veranstalter bereits in der Schublade liegen.