Rock am Ring 2013. Wo soll man da anfangen? Es ist mein 5tes Jahr am Ring. Das erste Mal, dass quasi alles komplett durchgeplant war. Obwohl eine Woche vor Abfahrt die komplette Planung umgeschmissen werden musste, was dem Spaß aber keinen Abbruch brachte.

Los ging es, wie in den letzten Jahren auch schon, bereits Mittwoch früh. Ich musste zwar von Darmstadt aus den Umweg über Köln nehmen, um eine Freundin abzuholen, aber besser so, als müsse man sich auf Mitfahrgelegenheiten oder die Bahn verlassen, so konnten wir wenigstens entspannt zusammen anreisen.
Gegen Mittag kamen wir also an, freuten uns erst einmal darüber, dass die Green Camping Bändchen Grün statt Pink-Lila waren und bauten dann entspannt unser Camp auf wobei ich mich wie jedes Jahr darüber amüsierte, dass fast alle Nachbarn zum Aufbauen ihres Pavillons länger brauchten als wir für das gesamte Camp inklusive Pavillon. Der Transport unseres Gepäcks und der Verpflegung ging dank einer geliehenen Sackkarre von unseren Nachbarn, die mich für den nächsten Morgen einen frisch aufgebrühten Kaffee kostete, sehr schnell sodass wir uns dann einrichten konnten und wir noch Zeit für einen Rundgang um das gesamte Gelände machen konnten ehe wir uns ans Abendessen machten.

Donnerstag

Am Donnerstag konnten wir noch entspannt zusehen, wie einige noch verzweifelt einen freien Platz auf dem Campinggelände suchten und andere noch beim Aufbau ihres Zeltes haderten, wir hingegen genossen einfach unser, zugegeben dekadentes, Frühstück aus Pancakes, Rührei, Toast, Waffeln und Kakao mit Marshmallows. Im Laufe des Tages stießen auch noch zwei Freunde zu unserem kleinen Camp, da diese keine Lust hatten bei ihrer Gruppe am Krebsberg zu campen, schließlich ist D7 ja fast direkt am Eingang B. Abends ging es noch zur Ringrocker Warmup Party mit Kapelle Petra, KMPFSPRT und den Kassierern.
Kapelle Petra konnte uns nicht wirklich begeistern, eigentlich waren wir ja auch für KMPFSPRT da. Als die dann endlich spielten hatten wir wirklich Spaß an deren Performance und man kann die Jungs aus Köln nur weiterempfehlen. Beim Start der Kassierer erschreckte uns zunächst der miserable Sound und nach dem zweiten Song verließen wir die Eventarena auch schon, da die uns die Gesamtstimmung sowie die Qualität der Kassierer gar nicht zusagten und wir uns lieber auf den Campingplatz zurückzogen.

Freitag

Love And Death, Foto: Thomas Peter

Freitag ging es dann endlich los, nach einem guten Frühstück machten wit uns schon kurz nach 13 Uhr zum Gelände auf. Bei Pall Mall gab es Gratissonnenbrillen und wir wollten uns ansehen, was Brian „Head“ Welchs Soloprojekt so kann. Gegen 14 Uhr ging es also mit Love And Death auf der Alternastage los. Und ich würde mal behaupten, dass das gesamte Publikum durchweg begeistert war, auch ich, der eigentlich einen ruhigeren Ton erwartet hatte, freute mich sehr über den Auftritt.
Weiter ging es dann mit The Ghost Inside, die ebenso wie Asking Alexandria von ihren Anhängern und allen Anwesenden gefeiert wurden, auch wenn die Stimmung bei The Ghost Inside eindeutig besser war.

Bring Me The Horizon, welche natürlich ihr neues Hitalbum Sempiternal im Schlepptau hatten und auch deutlich mehr begeistern konnten als noch 2 Jahre zuvor an selber Stelle, und A Day To Remember deren neues Album Common Courtesy bald erscheint, lieferten wie gewohnt eine solide, energetische Performance ab, die auch von den Fans immer wieder gefeiert wird, mit dabei u.a. die Hits The Plot To Bomb The Pan Handle, All I Want, Downfall Of Us All sowie u.a. Violence vom kommenden Album.

Danach verließ ich die Alternastage vorerst, da ich mir den Auftritt von Paramore einfach nicht entgehen lassen konnte und außerdem wollte ich Amon Amarth und die Broilers sowieso nicht wirklich sehen. Durch meinen langen Aufenthalt an der Alternastage hatte ich allerdings den Auftritt von Imagine Dragons und Fun. (nunja, von letzteren bekam ich immerhin noch Some Nights mit) verpasst, welche zeitgleich auf der Center Stage spielten.

Während Paramore mit Hits wie Misery Business, Decode, Ignorance und Let The Flames Begin die Bühne rockten und Hayley Williams mal wieder wie ein Flummi hin und her hüpfte, manchmal aber auch auf dem Boden lag, um durchzuschnaufen, zeigte sie trotzdem immer wieder, warum die Band so erfolgreich ist: ihre Stimme sucht wirklich ihresgleichen.

Limp Bizkit, Foto: Thomas Peter

Zwar verpasste ich durch Paramore die Auftritte von MC Fitti und Modestep, diese waren aber durchaus zu verkraften denke ich, schließlich musste ich zum Ende des Paramore Sets hin kurzfristig nach Nürburg, noch eine Freundin abholen, die als Nachzüglerin zu unserem Camp stieß, da sie tags zuvor noch bei Thirty Seconds To Mars in Berlin war.
Kaum war ihr Gepäck im Zelt verstaut ging es auch schon wieder aufs Festivalgelände und statt uns Cro, dessen Show wir auch teilweise auf dem Weg von Nürburg zurück zum Campingplatz hörten, Fettes Brot und Thirty Seconds To Mars anzuschauen entschieden wir uns wieder für die Alternastage und ließen uns in den Pits zu Bullet For My Valentine, Limp Bizkit und KoRn noch ordentlich durch die Gegend schubsen und durcheinanderwirbeln.

Was bei Limp Bizkit auffiel war, dass sie leider keinen aktuellen Song spielten und stattdessen lediglich alte Songs und einige Cover, was die Show jedoch nicht merklich schlechter machte. KoRn, die nach Jahren endlich wieder mit Brian „Head“ Welch gemeinsam auf der Bühne standen, gingen sehr energetisch an das gesamte Set heran und strahlten meiner Meinung nach auch deutlich mehr Energie aus als bei den vergangenen beiden Rock am Ring Auftritten 2009 und 2011. Ob das nun an Head lag oder einer wieder erlangten Freude, wer weiß, auf jedenfall machte die Show wirklich Spaß.

Korn, Foto: Thomas Peter

Das Late-Night Special Boys Noize Live hörten wir uns nur vom Campingplatz aus an, da wir alle vom Tag geschlaucht waren. Wann hat man schonmal dauerhaft Sonne und warme Temperaturen am Ring? Eher selten. Aber dank der guten Lage von D7 war es kein Problem sich die Late Night Auftritte der Alternastage von dort anzuhören, der Sound kam super bei uns an.

Auf der nächsten Seite folgt ein subjektiver Blick auf Samstag und Sonntag.