Abruptes Ende einer Wiederauferstehung: In drei Tagen hätte das wiederbelebte Omas Teich seine Besucher willkommen heissen wollen. Hätte deshalb, weil man heute wegen „schleppendem Kartenverkauf und einer geplatzten Zwischenfinanzierung“ überraschend den Stecker zieht. Omas Teich 2013 wird nun also doch nicht stattfinden. Schlimmer noch: Man spricht davon, dass das Festival dauerhaft „von der deutschen Openair Landschaft verschwindet.“

Die Vorgeschichte

Rückblende: Anfang September 2012 gab es ein ganz ähnliches Statement. Damals erklärte das Omas Teich mit der Ausgabe 2012 ein Minus im unteren sechstelligen Bereich eingefahren zu haben und stoppte den bereits angelaufenen Vorverkauf. Die Zukunft sei unsicher – hiess es. Drei Monate mit dem Aus vor Augen gingen ins Land bis sich Creative Talent als Investor und Retter des Omas Teich feiern lies. Genau dieser Mehrheitsgesellschafter ist es nun der die vereinbarte Zwischenfinanzierung nicht aufbringt und damit das Orgateam in Grossefehn genauso schockt wie die Festivalisten, die am Wochenende anreisen wollten.

Schleppender Kartenvorverkauf verantwortlich

Grund für die Absage sei letztlich ein äusserst schleppend verlaufender Vorverkauf. Im Nachhinein muss man die „Nachbuchungen“ von The Thermals und insbesondere Kettcar nach dem eigentlichen Booking-Abschluss als verzweifelten Versuch verstehen doch noch ein paar Leute zum Kartenkauf zu bewegen.

„Wir sind sehr traurig darüber, dass mit dieser Absage ein mittlerweile traditionsreiches Festival von der deutschen Openair Landschaft verschwindet. Gleichwohl ist es richtig, jetzt die Durchführung des Festivals zu stoppen“, so Holger Hahn, Mario Rolfs und Folkert Onken, die Mitbegründer des Festivals. „Eine Durchführung bei ungesicherter Finanzierung ist aus unserer Sicht nicht vertretbar. Das haben auch die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr gezeigt.“

Die Absage kommt zu einem unmöglichen Zeitpunkt, drei Tage vor der Türöffnung. Und sie scheint nicht nur die Kartenbesitzer kalt zu erwischen. Auch das Orgateam in Grossefehn sei von den aktuellen Entwicklungen geschockt worden, heisst es in der Pressemitteilung. Die bittere Zwischenbilanz: Letztlich scheint Creative Talent nicht der starke, zuverlässige Partner gewesen zu sein, den man sich erhofft hat.

Omas Teich Ticket gilt fürs Greenville

Da die Finanzsituation des Omas Teich bisher völlig unklar ist, verzichtet man zunächst auf detailierte Angaben zur Ticketrückgabe. Stattdessen wird an die Kartenhändler Ticketmaster und Nordwest-Ticket verwiesen.

Wer sich ins Omas Teich eingekauft hatte und sich das Festivalerlebnis nicht nehmen lassen will, kann sein Reiseziel anpassen: Mit dem OT-Ticket lässt sich am Wochenende das Luftline etwa 380km entfernte Greenville besuchen. Dort winken stat zwei sogar drei Musiktage. Ausserdem gibt es grosse LineUp-Überschneidungen, sprich: viele der beim Omas Teich gebuchten Acts stehen auch im Greenville-Programm.

Dieser kurzfristig abgeschlossene -und mutmasslich von wenigen Omas Teich-Freunden wahrgenommene- Deal zeigt letztlich nur: Auch beim Greenville wird wie bei der Premiere im vergangenen Jahr viel Raum ungenutzt bleiben.

Mir tut es leid für alle, die mit ihren Planungen schon so gut wie abgeschlossen hatten und nun mit diesem Keulenschlag leben müssen. Das schliesst neben Festivalisten mit Ticket auch die norddeutschen Veranstalter vom Omas Teich ein. Sie durfte ich über die Jahre als nettes Team kennenlernen. Sich so unwürdig zu verabschieden haben sie nicht verdient.

2 KOMMENTARE

Comments are closed.