Wenn in der Nacht vom 4. August auf den 5. August 2013 um 0 Uhr die X-Mas Aktion des Wacken anläuft, werden die Zügel angezogen. Waren die ersten Schritte hin zu einer Kartenpersonalisierung im Vorjahr noch leicht auzuhebeln, wird die Luft für Wacken-Schwarzhändler nun wirklich dünner. Eine positive Entwicklung für „echte“ Fans, die so eher an Karten kommen dürften.

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Beim Kartenverkauf 2014 verschärft das Wacken die Regelungen – zum Wohl der echten Fans, die das Festival wirklich besuchen wollen. Genau diese Gruppe hatte man schon im letzten Herbst im Auge, als erstmals grundlegende Massnahmen zur Kartenpersonalisierung getroffen wurden. Doch die waren zu lax, die moralische Hürde allein war nicht ausreichend um dem Schwarzmarkt über diverse Internetplattformen wie etwa Ebay den Garaus zu machen. Immerhin aber wurde damals ein Grundstein gelegt um aktiv gegen Schwarzhändler vorzugehen.
Dieses mal sind die Massnahmen meines Erachtens wirkungsvoller, ohne zu viele persönliche Daten einzufordern.

Was ändert sich?

Erstmals wird der Name des Käufers bzw. dessen Mitbesteller vor dem Versand direkt vom Ticketingpartner Metaltix auf die Eintrittskarte gedruckt. Vor Ort sollen diese Namen dann mit den Ausweisen der Festivalisten abgeglichen werden. Vergessen ist die schwammige 2013er Regelung nach der man verpflichtet war die Namen nach Erhalt der Festivalpässe selber einzutragen. Diesmal sind die Personendaten direkt im Kartensystem mit einer Ticketnummer verknüpft.

Will man diese Verknüpfung lösen, sprich seine Karte verkaufen, steht einem die offizielle Tauschbörse dafür offen. Dort kann das Wackenticket anonym und nur zum Originalpreis an einen Suchenden weitergegeben. Für den aufnehmenden Festivalisten fallen 10 Euro Transaktionsgebühren an, die Personal- und Portokosten der Umpersonalisierung seitens des Veranstalters decken sollen.
Der Verkäufer schickt seine Karte mit einer Ausweiskopie an Metaltix, die drucken für die Ticketnummer eine neue Karte mit dem Namen des neuen Besitzers aus und schicken sie ihm zu.

Möchte man seine Karte gezielt einem Freund oder Bekannten vermachen, läuft das unter „Namensänderung“. Auch in diesem Fall muss das Ticket samt Personalausweiskopie des ursprünglichen Käufers an Metaltix geschickt werden. Für die Änderung werden hier 15 Euro fällig.

Mit einer zweiten Massnahme versucht man parallel die Chancengleichheit beim X-Mas Ticketing zu erhöhen. Statt bisher fünf können ab sofort nur noch zwei Karten pro Bestellvorgang/Person geordert werden. So sollte nicht nur die erste Verkaufsphase etwas länger dauern, sondern auch mehr Leute in ihr zum Zug kommen. Ärgerlich ist diese Entwicklung natürlich für grössere Gruppen.

Schwächen des Systems?

Soweit so gut. Doch das System birgt möglicherweise auch einige Schwächen.

Über die „Namensänderung“ wird es Schwarzhändlern zumindest in kleinem Massstab weiterhin möglich sein, Tickets ausserhalb der Tauschbörse zu überhöhten Preisen zu verkaufen. Denn hier bleibt der Veranstalter aussen vor was die eigentlichen Verkaufskonditionen angeht. Für professionelle Händler dürften die Neuerungen allerdings Wacken-Tickets als Spekulationsobjekt unattraktiv machen. Schliesslich wird es auffallen, wenn man von Metaltix mehrere Festivalpässe umlabeln lassen möchte.

Dass mehr Fairness nicht unbedingt auch mit mehr Komfort einhergeht, zeigt ein anderer Gedanke: Niemand kann wirklich absehen wie sich die Ausweischecks auf die Wartezeit an den Bändchen-Umtauschstationen auswirken werden. Höchstwahrscheinlich negativ. Bleibt aber abzuwarten, in wie fern sie wirklich flächendeckend durchgezogen werden.
Im Fall der Fälle könnte es für ahnungslose Schwarzmarktkäufer ein böses Erwachen an verschlossenen Wacken-Pforten geben. Wenn aufgedruckter Name und Ausweis nicht zusammenpassen, wird man trotz Ticket nicht durchgelassen.
Deshalb: Weist Eure Freunde unbedingt auf die Neuerungen der Kartenpersonalisierung am Wacken hin!

Vorläufiges Fazit?

Die Regeln wurden verschärft. Redlichen Besuchern kommt das generell zu Gute – vielleicht aber nicht unbedingt in der Warteschlange in Wacken.

Wacken-Pässe gibt es generell nur bei Metaltix, nicht beim Händler um die Ecke. Das war schon immer so und deshalb verkompliziert die Personalisierung den Kauf auch nur unwesentlich. Im Hinblick auf den Datenschutz dürfte sich auch niemand wirklich unwohl fühlen, wenn er seinen und die Namen seiner Mitbesteller in ein Formularfeld eintragen muss.

Wer 2014 zum Wacken möchte, hat bessere Chancen an Karten zu kommen. Dafür sorgt einerseits eine stärkere Limitierung der pro Person abgegebenen Tickets. Gleichzeitig werden Schwarzhändler vom Kauf grösserer Kontingente abgeschreckt, weil die Weitergabe erworbener Karten massiv erschwert wird.
Einige Unbelehrbare dürften aber versuchen arglosen Festivalisten personalisierte Karten mit Phantasienamen anzudrehen. Also Augen auf! Um sicher zu gehen sollte man sich selbst auferlegen nach dem sicheren Ausverkauf lediglich in der offiziellen Tauschbörse nach Karten zu fahnden.