Mit der Verurteilung ihres Sängers Ian Watkins vor Augen ziehen Lostprophets den Stecker. Die übrigen Mitglieder sind zum Schluss gekommen nicht länger als Lostprophets Musik machen zu können und wollen.

Seit letztem Dezember zieht sich nun die Anklage gegen Ian Watkins schon hin. Vorgeworfen werden ihm Vergehen, die unter Kinderpornografie einzuordnen sind. Für Ende November wird das endgültige Urteil erwartet. Dass Watkins lange hinter Gittern bleiben muss, gilt als sicher.

Privat habe man die Entscheidung schon lange gefällt, erklären die auf freiem Fuss befindlichen Bandmitglieder heute. Jetzt sei die Zeit reif auch die Öffentlichkeit vom Ende der Lostprophets in Kenntnis zu setzen und sich bei den Fans für die Unterstützung während der vergangenen 15 Jahre zu bedanken.

Das Statement im Wortlaut:

To our fans:

After nearly a year of coming to terms with our heartache, we finally feel ready to announce publicly what we have thought privately for some time. We can no longer continue making or performing music as Lostprophets. Your love and support over the past 15 years has been tremendous, and we’ll be forever grateful for all you’ve given us. As we look forward to the next phase of our lives, we can only hope to be surrounded by people as devoted and inspiring as you guys have been.

Jamie, Lee, Luke, Mike, and Stu

7 KOMMENTARE

  1. Ich weiß durchaus, dass Freilassung auf Kaution beantragt und abgelehnt wurde, aber eine Begründung für die Ablehnung kennt man doch nicht, oder?
    Du meinst, es war weil die Schuld von Watkins eh schon fest steht –
    andererseits kann’s genauso gut sein, dass er zwecks möglicher Fluchtgefahr / zu seinem Schutz vor der Öffentlichkeit / oder (sehr polemisch, aber hey) im Zuge des Jimmy Saville-Skandals als Exempel für ordentliche Polizei- und Gerichtsarbeit herhalten muss und deshalb nicht auf Kaution rauskommt. Oder oder oder… Man kann’s drehen wie man will. Nichts genaues weiß man halt nicht.

    Problematisch finde ich dabei, dass voreingenommene Berichterstattung ganz schnell auch die öffentliche Meinung beeinflusst, eventuell eben auch in eine falsche Richtung. Objektiver Journalismus hat schon seine Vorteile…

    Und ob man nun jemanden mit 24 Anklagepunkten vorverurteilt, oder erst ab 20, oder nur bis zu 3, oder eben wartet bis ein Gericht zu einem konkreten Urteil kommt – da spalten sich wohl einfach unsere generellen Ansichten ;)

    Wie dem auch sei. Am 25.11. geht’s weiter…

    • Um ein Missverständnis aufzuklären: Ich verstehe mich als Blogger, nicht als Journalist. Genau deshalb erlaube ich mir meine eigene Meinung einzubringen. Und auch wenn Du das nicht gut heisst: Es ist die Art wie ich dieses Magazin führe.

      So wie Du von der einen Seite argumentierst, kann man es eben genauso anders herum sehen. Ich für meinen Teil kann mir bei 24 konkreten Vorwürfen und einer Inhaftierung von fast einem Jahr kaum vorstellen, dass es der Anklage an Substanz mangelt. Eher muss man das vorhandene Material wasserdicht absichern. Das siehst Du anders. Dein gutes Recht.
      Wie beantwortest Du die einfache Frage, warum Watkins Anwälte in 11 Monaten nichts für ihren Mandanten erreichen konnten?

      • Dann sollte die eigene Meinung aber auch im Text klar erkenntlich sein und nicht als generelles Statement à la „Dass Watkins lange hinter Gittern bleiben muss, gilt als sicher“ abgefasst werden. Ein Einschub wie „Meiner Meinung nach…“, oder „Ich denke, dass…“ hilft dabei, Missverständissen vorzubeugen. Auch wenn man „nur“ ein Blogger sein möchte.

        Und 11 Monate sind verhältnismäßig noch nicht mal eine lange Zeit für solche Gerichtsverhandlungen. Was hätten die Anwälte denn erreichen sollen, bis auf die Freilassung auf Kaution? So sieht das Justizsystem nunmal aus, da geht nichts von heute auf morgen.

        By the way: Inhaftierung und Untersuchungshaft sind zwei Paar Schuhe.

  2. „Dass Watkins lange hinter Gittern bleiben muss, gilt als sicher.“…. sagt wer genau!? Bislang plädiert er doch auf „nicht schuldig“ in allen Anklagefällen. Ich finde, das Urteil sollte man schon noch abwarten, bevor man sowas behauptet.
    Just sayin‘.

    • Wenn Du die Ereignisse seit letzten Dezember mitverfolgt hast, wirst Du wissen: Die Faktenlage gegen Watkins ist erdrückend.
      Nicht umsonst bleibt jemand 10 Monate in Untersuchungshaft. Und dass sich die Lostprophets auflösen spricht auch nicht unbedingt dafür, dass sie einen Freispruch erwarten.
      Darum bleib ich dabei: Watkins wird lange weggesperrt bleiben. Wenn man ihm nur einige der zur Last gelegten Vergehen lückenlos nachweisen kann auch vollkommen zu Recht.

      • genau. Aber eben nur „wenn“. Und:

        -Anklagepunkte sind keine Faktenlage, eben dazu gibt’s ja das Gerichtsverfahren.
        -Dass Watkins in Untersuchungshaft bleibt, kann genauso gut zu seinem eigenen Schutz sein. Immerhin gibt es genug Leute, die ihn offensichtlich jetzt schon als verurteilten Verbrecher sehen und weiß Gott was mit ihm machen würden, siehe Twitter, Facebook-Kommentare etc. pp…

        Falls sich die Vorwürfe tatsächlich als wahr herausstellen, verdient Watkins alles nur erdenkliche was das Strafmaß hergibt, aber bis dahin sollte man seine Meinung vielleicht einigermaßen neutral halten.

      • Dein zweiter Einwand ist zumindest nachweisbar falsch. Denn die Verteidigung hat für ihn schon einen Monat nach der Inhaftierung Freilassung auf Kaution beantragt, die aber wurde abgelehnt.
        Siehe hier.
        Gegen Watkins stehen übrigens 24 (!!) Anklagepunkte im Raum. Nicht nur ein oder zwei Vergehen werden ihm zur Last gelegt. Ich bin wirklich nicht schnell bei der Vorverurteilung von Menschen. In dem Fall aber bleibe ich bei meiner Meinung. Ab 25.November wissen wir dann wirklich mehr. Es sei denn es kommt auf Grund der grossen Menge an Vorwürfen abermals zu einer Vertagung.

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