Mit Superlativen wird auf der Landing Page des Summercity Love nicht gespart. „Europas grösstes Musikfestival“ möchte man sein, bis zu 150.000 Festivalisten zu einem gigantischen Electro-/House-Wochenende auf einen Flugplatz bei Leipzig locken.

Summercity Love Landingpage, Quelle: Summercity Love

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Wieviel davon grossspuriges Wunschdenken ist lässt sich aktuell nicht realisitisch beurteilen. Aber seien wir ehrlich: Die Daten auf der dürren Homepage lassen einen zumindest einen Moment lang innehalten. Zumal diesen Sommer das Seenlandfestival ähnlich optimistisch angetreten war um die Szene im Sturm zu nehmen. Das Ende ist bekannt: Man legte eine beispiellose Bruchlandung hin. 2,5 Million Euro Verlust gingen zu Lasten der Kommune.

Zumindest das sollte in diesem Fall nicht passieren. Angeblich stehen private Investoren hinter dem Neuling. In ihrer Online-Ausgabe greift die Leipziger Volkszeitung das Thema Summercity Love auf. Ein „Veranstalterduo mit regionalen Wurzeln“ wolle nach deren Informationen dem Grossprojekt Leben einhauchen.

Gleich im ersten Jahr plant man bis zu 100.000 Besucher auf einem 60 Hektar Areal auf dem Tauchaer Flugplatz zu versammeln. Erinnerungen an das Highfield werden wach. Auch dessen Veranstalter waren mit grossen Hoffnungen nach Leipzig gekommen – ohne die angepeilte 50.000 Besuchermarke jemals in Sichtweite bekommen zu haben. Von daher klängen die Phantasien des Summercity Love unrealistisch, wäre da nicht das Tomorrowland in Belgien.
Dieses Electro/House-Open Air dürfte Pate für die geplante Veranstaltung in den Ausläufern Leipzigs gestanden haben. Es bringt jährlich ca 180.000 Besucher auf die Waage, die sich jedes mal aufs neue regelrecht um Festivalpässe prügeln. Zuletzt waren sie in weniger als zwei Stunden nach dem verkaufsstart vergriffen. Doch lässt sich dieser Erfolg in der ostdeutschen Provinz einfach so reproduzieren?

Für die Summerlove City Premiere vom 18.-20.Juli 2014 stehe die Finanzierung, heisst es. Namhafte Künstler hätten auch bereits zugesagt, so die Sprecherin des Festivals, Ellen Gilhaus-Lücke, gegenüber der Zeitung.
Eben jene betreibt in Nordrhein-Westfalen eine mir bis dato unbekannte Eventagentur namens Gilhaus Eventmarketing. Zumindest bisher hat diese Firma kein Projekt in ähnlicher Dimension begleitet – was Zweifel nährt. Genau wie der Umstand, dass NRW nicht wirklich mit Sachsen verwurzelt ist.


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Drei Bühnen und ein riesiges Partyareal will man auf dem Tauchaer Flugplatz aufbauen. Neben der Musik soll der Besucher auch auf eine „Tropical Island“ und einen Funpark mit Achterbahn zurückgreifen können. Für sportliche Festivalisten will man einen Freeclimbing-Bereich anbieten.
Auftreten sollen vor allem Künstler aus der Elektronische, aber auch „andere Stars und Sternchen“. Konkrete Namen bleiben vorerst ungenannt. Auch einen Termin für den Vorverkaufsstart sucht man unter all den Superlativen bisher vergebens.

Tschuldigung, ich habe wirklich Probleme mir das alles vorzustellen, lasse mich aber im Fall der Fälle gerne eines Besseren belehren. Vorerst klassifiziere ich das Projekt anhand des vorliegende Material als „dubios“.

(Danke Tobi_dth)

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