Mit „Inhaler“ haben Foals gerade ihre Zugabe begonnen. Jetzt noch ein Lied, kündigt der Sänger an. „Two Steps, Twice“ fordert eine kleine Gruppe aus der ersten Reihe ein, „Two Steps, Twice“ bekommt sie. Jetzt tobt das Publikum, jetzt tobt der Sänger. Mitten rein ins Publikum. Über den Bartresen, mit Trinkpause. Zum Ende der Halle und zurück. Es ist der laute Abschluss eines facettenreichen Abends.

Sämtliche Fotos sind bei diesem Abschluss entstanden. Zugabe statt Lieder eins bis drei – Foals wenden das umgekehrte Prinzip der Konzertfotografie auf ihre Gäste von Zeitung, Magazin und Musikblog an. So sehr die Regelung im Vorfeld des Konzertes verwunderte, so schnell erklärt sich das „Warum“ als die Hallenbeleuchtung vor Konzertstart heruntergefahren wird und die ersten verzerrten Klänge von „Prelude“ einsetzen.

Es startet ein stroboskophaltiges Lichtfeuerwerk, das nicht nur jedes Foto zur Vollkatastrophe hätte werden lassen sondern auch angestrengte Blicke zur Bühne mit der Zeit zunehmend gen Hallenboden wandern lässt. Da wünscht man sich die angenehmen Leinwand-Visuals der sonst mäßig beeindruckenden Vorband No Ceremony /// zurück. Auch wenn das nervöse Flackern der Lichter zum Sound der Foals durchaus passt.

Überhaupt: Vieles passt an diesem Abend. Die Setlist, in dem sich ein Lied harmonisch ans nächste fügt, egal ob es nun aus „Antidotes“, „Total Life Forever“ oder „Holy Fire“ gegriffen wurde: Von „Blue Blood“ zu „My Number“, von „Electric Bloom“ zu „Late Night“. Es passt so gut, dass die im Tourverlauf großteilig gleich bleibenden Setlists verständlich werden.

Die Band inszeniert sich im Rockstar-Gewand, personifiziert im Frontmann Yannis Philippakis, der dann etwa „My Number“ als „Song for the ladies“ präsentiert. Breite Gitarrenwände, ein Backdrop mit Kobramotiv, das wie geliehen von einer mittelmäßigen Metal-Cover-Band daherkommt. Trotzdem kommen frühe Fans der Band, Fans der starken Melodien, auf ihre Kosten. Auch bei Liedern des neuen Albums. Foals bleiben Indiejungs.

Am Ende fehlen Lieder wie „Miami“ oder „Cassius“ – Hits, mit denen es Foals in die Playlists der Indie-Parties schafften. Der Fokus liegt auf dem neuen Album „Holy Fire“, auch mit Blick auf das Auftreten. Das zeigt die ausgesprochen kurz wirkende Setlist, auf dessen Grundlage die Band durch das lang ziehen ohnehin langer Lieder auf Konzertdistanz kommt. Genau so wird der Abend zu einem lohnenswerten. Spielen – das können sie.