Auf ein paar liebgewonnene Gesichter wird man in 2014 verzichten müssen. Nach langer Hängepartie wurde heute öffentlich, dass es dieses Jahr kein Reload Festival geben wird. Ein monatelanger Kampf hinter den Kulissen finden damit sein vorläufiges Ende.

Foto: Thomas Peter

Teilaspekt der Entscheidung gegen eine Auflage 2014 ist die lange ungelöste Standortfrage. Nachdem in Sulingen der verfügbare Raum mehr und mehr zusammenschmolz, hatte das Festival sicher mit Vechta als neuer Heimat geplant. Doch sehr zum Verdruss der Festivalmacher erkaltete das Interesse der Stadt sehr schnell als vorhersehbarer Gegenwind aus der Bevölkerung aufkam. Konsequenz: Ein wortkarges Ende der kurzen Liaison und das Reload musste erneut in Sulingen vorsprechen.
Dort hätten man dem Festival vielleicht auch ein letztes mal Unterschlupf gewährt, doch ein zweites kristallisierte sich als Hauptproblem des Reload heraus. So symphatisch die Strukturen im Veranstaltergremium auch sind und waren, es basierte zum Grossteil auf Idealismus. Viele Organisatoren und Helfer steckten die letzten Jahre über ehrenamtlich viel Zeit ins Reload. Zu viel für einige, die sich nach Entlastung sehnten.

Als Mittel der Wahl wollte man Profis mit ins Boot holen, für die die Veranstaltung von Konzerten zum täglich Brot gehören. Und ein wenig finanzielle Sicherheit hätte der Partner sicher auch einbringen sollen.
Schon während des laufenden Festivals 2013 kursierte das Gerücht, FKP Scorpio habe Interesse gezeigt einzusteigen. Spruchreif wurde diese Spekulation jedoch nie. Auf der Pressekonferenz 2013 liess man lediglich wissen, man sei jedem gegenüber aufgeschlossen, der das Festival voranbringen könne.
Es habe mehrere Firmen gegeben, die prinzipielles Interesse signalisiert hätten, heisst es heute. Und so bleibt offen, welche Profis es nun wirklich waren, die dem Reload zunächst den Boden für erste Planungen ebneten, um später abzuspringen. Auch die Beweggründe bleiben gänzlich im Dunkeln.
Erinnerungen an das Omas Teich werden wach – nur dass der/die „potente/n“ Partner beim Reload schon die Biege machte/n, bevor die ersten Bands bestätigt und das Ticketing angelaufen war. Zum Glück für die aktuelle Reload-Crew.

2014 ist also keine Option mehr, der nordständige Reloader wird sich ein anderes Ziel suchen müssen – möglicherweise läuft es auf das Hurricane hinaus. Für die kommenden Jahre hält sich das Reload noch eine Hintertür offen. Man hofft das Festival in 2015 wieder an den Start zu bringen – mit belastbareren Strukturen, sprich: hauptamtlichem Partner, der Arbeit und Risiko ausbalanciert.

Wie auch immer diese Geschichte ausgeht: Danke Jules, Calvin und auch Michael, dass ihr mich vor Jahren in die norddeutsche Provinz gelockt habt. Danke auch für jeden Werbeeuro mit dem ihr Festivalisten unterstütztet. Für die Zukunft wünsch ich Euch eine Rückkehr mit ein paar tausend Zuschauern mehr. Ihr hättet es verdient.
Das originale Statement des Reload Festival:

Liebe Festivalfreunde, liebe Reload-Fans,

ihr seid zu recht ungeduldig und aufgebracht, aber vielleicht erklären die folgenden Sätze warum wir so lange nichts von uns hören ließen.

Im vergangenen Jahr gab es ja mehrfach Berichte über einen Ortswechsel und den evtl. Umzug in die Stadt Vechta. Nachdem dieses Thema vom Tisch war und wir uns guten Gewissens für Sulingen als zukünftigen Austragungsortes entschieden haben, mussten weitere Hürden genommen werden.

Das Reload-Festival wird, wie viele von Euch wissen, von Fans für Fans organisiert und das rein nebenberuflich. Alle Helfer und Organisatoren tun dies mit einem enormen Zeitaufwand und Idealismus ehrenamtlich. Seit Langem schon hat unser, mit Herzblut erfülltes Festival, eine Dimension angenommen, die nebenberuflich so nicht mehr zu stemmen ist

Aus diesem Grund suchen wir schon seit mehreren Monaten einen geeigneten Partner, der uns hauptberuflich unterstützt und mit seinem „Know How“ zur Seite steht.

Zwischendurch sah es mehrfach so aus, als hätten wir diesen Partner gefunden und wir fingen an 2014 in Angriff zu nehmen. Bedauerlicher Weise sprangen diese „Partner“ aber wieder ab und wir verloren wertvolle Zeit.

Bis zuletzt haben wir gehofft dieses Jahr das Reload-Festival auszurichten, aber leider haben wir die bislang geführten Gespräche nicht mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abschließen können.

Deshalb müssen wir euch leider mitteilen, dass dieses Jahr kein Reload-Festival stattfinden wird.

Aktuell kämpfen wir mit aller Macht um das Überleben des Rel.d-Festivals.

Wenn es Neuigkeiten gibt, werdet ihr umgehend davon erfahren.