Ganz offiziell melden sich Matula am letzten Freitag zurück. Für viele etwas überraschend, immerhin sind vier Jahre seit ihrem letzten Release vergangen. Es ist bereits das dritte Album der Indierockband – und doch zählen sie zu den Underdogs ihres Genres. Zu Unrecht. Ein Blick auf das neue Album des Quartetts…

Matula - Auf allen Festen Album-Cover, Quelle: Matula
Matula – Auf allen Festen Album-Cover, Quelle: Matula

„Das Leben ist keine Disco. Es findet dort nur statt.“ heißt es im Song Schwarzweissfotos. Die großen Themen haben Matula als Vorlage für ihre Songtexte gefallen – von Anfang an. Doch dieser Anfang liegt lange zurück. Mehr als zehn mühsame Jahre haben die Bandgeschichte seither geprägt – eine Band, deren Kurs selten steil bergauf ging. Ans Aufgeben denken Matula aber wohl nicht. Ihre Reise ist noch nicht beendet. Auf Allen Festen, der brandneue Longplayer, zeugt mehr als je zuvor davon.

Mit ungewohnter Leichtigkeit und durchaus stimmungsvoll kommt der Opener Tapete daher. Bei genauerer Betrachtung wird dann aber schnell deutlich: Die Texte fallen mindestens genau so gewichtig aus wie auf dem Vorgängeralbum „Blinker“. Weiter erzählen sie, gehetzt vom Leben, Geschichten zwischen Zweifel und Mut. Die Formulierung banal, der Inhalt tiefgründig. Die könnte es auch anders sein? Dann wären Matula nicht Matula.

Im weiteren Verlauf der Songs (Auf Allen Festen, Kolumbus, In Einem Krieg) fällt auf, dass die Platte in jeder Hinsicht vielschichtiger wirkt als alle bisherigen Veröffentlichungen der Band. Assoziationen zu Tomte, Muff Potter – ja sogar zu Tocotronic – drängen sich auf. Die altbekannte Dynamik tragen auch die Songs die Titel von „Auf Allen Festen“ mit sich. Aufbrausende Gitarrenriffs dominieren das Album erneut, das Tempo flacht nur selten für einen kurzen Moment ab. Doch die Verstärker stehen stets auf Anschlag.

Der Gesang von Frontmann Thorben trägt ein Übriges dazu bei, dass die Lyrics authentisch wirken und viele Titel auf Anhieb (Makler, Für Ein Leben, Die Härtesten Türen Der Stadt) gefallen. Singt er doch immer lauthals und voller Energie – so scheint es – in seiner eigenen unkonventionellen Tonlage.

Trotz der unzähligen Konzerte ist die Band Matula bisher nur Wenigen bekannt. Für die Allermeisten ist Matula immer noch der in die Jahre gekommene Privatdetektiv aus dem Fernsehen. Ein Zufall ist die Namensgleichheit ohnehin nicht. Nun könnte die Band weiter aus dessen zu großen Schatten heraustreten. Keine Frage: „Auf Allen Festen“ ist das beste Album des norddeutschen Quartetts und besäße genug Potential dafür.